Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Schwentine ist für Fische demnächst barrierefrei
Lokales Ostholstein Schwentine ist für Fische demnächst barrierefrei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 25.02.2016
Aus gewellten Stahlplatten besteht der Durchlass mit einem Durchmesser von fünf Metern. Oben drüber wird eine Brücke führen.

Die Arbeiten für die Sohlgleite an der Neumühle in Eutin-Fissau sind zur Hälfte abgeschlossen, fertiggestellt sein soll das ganze Projekt rechtzeitig zur Landesgartenschau. Damit wäre die Schwentine Ende April von Kiel bis Kasseedorf für Fische durchlässig. Auf dieser circa 60 Kilometer langen Strecke liegen insgesamt acht Staubauwerke: Holsatia Kiel, Wasserkraftwerk 1 und 2 bei Raisdorf, Plön Spitzenort und Ölmühle, Stadtschwentine, die Gremsmühle in Malente und eben die Neumühle in Fissau.

Zur Galerie
Aus gewellten Stahlplatten besteht der Durchlass mit einem Durchmesser von fünf Metern. Oben drüber wird eine Brücke führen.

Hier wird die Schwentine seit Jahrzehnten zur Energiegewinnung mit einem Wehr gestaut, das Wasser führt unter dem Gebäude Nummer 4 hindurch. 200 Meter lang ist die Sohlgleite, die die Schwentine künftig komplett um die Neumühle herumführen und einen Höhenunterschied von rund 2,50 Metern ausgleichen wird. Die Gesamtkosten des aus EU-Töpfen finanzierten und vom Land geförderten Projektes betragen 1,3 Millionen Euro. Björn Runge aus dem Umweltministerium vergewisserte sich gestern vor Ort gemeinsam mit Hennig Südel, Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) Schwentine, Verbands-Ingenieur André Stoffer und Helge Börensen, Bauleiter der Preetzer Firma Schwalbe, vom Fortschritt der Arbeiten.

Das Staurecht sei inzwischen aus privater Hand an den WBV übergegangen, sagte Stoffer. Jahrzehntelang hatte es die Familie Malzahn inne, die zunächst eine Getreidemühle betrieben, später mit Hilfe einer „Wasser-Wirbel-Bremse“ Energie in Form von Strom, dann in Form von Wärme erzeugt hatte. Verbunden mit dem Staurecht ist auch die Pflicht, immer einen bestimmten Wasserstand im Großen Eutiner See zu halten. Mussten Malzahns ihr Wehr noch per Handkurbel bedienen, so kann der Wasserstand in Kürze per Funk reguliert werden. „Der Pegel im Großen See wird direkt an den WBV gemeldet und kann gesteuert werden“, sagt André Stoffer. Der Wasserstand im See solle stets bei 26,66 Metern über Normalnull liegen — „das ist das langjährige Mittel“.

Rund 6000 Kubikmeter Boden sind für die Baumaßnahme bewegt worden. Das Gros wurde abgefahren, mit einem Teil soll der Arm unter der Neumühle zugeschüttet werden. Für die Kanuten wird sich nichts ändern. Sie werden ihre Boote weiterhin umsetzen und 150 Meter tragen müssen. „Die Einsetzstellen bleiben erhalten, sie werden aber verlängert“, erklärt Stoffer.

Die Durchgängigkeit der Gewässer und ein guter ökologischer Zustand sind Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die — zweimal verlängert — jetzt bis 2027 umzusetzen ist. Mit Fertigstellung der Sohlgleite darf die Schwentine nicht nur deshalb demnächst als vorbildlich gelten: Inklusive der Neumühle haben alle Stauanlagen an der Schwentine ein Hochwasser-Entlastungswehr. ben

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zahlreiche Veranstaltungen und Vergünstigungen für alle über 60-Jährigen in der Gemeinde.

25.02.2016

Die Schüler der 6a der Timmendorfer GGS haben ein Wörterbuch für Flüchtlinge gestaltet. Die Gemeindeverwaltung will das bunte Lexikon nun vervielfältigen und verteilen.

25.02.2016

Alle Ratekauer Fraktionen ziehen zum Erhalt der Grundschule an einem Strang.

25.02.2016
Anzeige