Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Schwerer Unfall bei Dannau: Zwei Tote, zwei Schwerverletzte
Lokales Ostholstein Schwerer Unfall bei Dannau: Zwei Tote, zwei Schwerverletzte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:20 01.07.2016
Bei dem Unfall wurden die vier Männer im Cabrio eingeklemmt, die Feuerwehr holte sie heraus. Quelle: Arne Jappe

Bei einem schweren Verkehrsunfall am Ortsausgang von Dannau sind in der Nacht zu Freitag zwei Männer aus Ostholstein getötet, zwei weitere schwer verletzt worden.

„Wer das Fahrzeug geführt hat, ist noch nicht geklärt.“Polizeisprecher Stefan Muhtz

Der Unfall ereignete sich kurz nach Mitternacht auf der Kreisstraße 48. Wie Polizeisprecher Stefan Muhtz mitteilte, war das Peugeot-Cabrio in Richtung Oldenburg unterwegs. „Der Wagen kam aus noch unbekannten Gründen ins Schleudern und stieß mit der rechten Fahrzeugseite gegen einen Baum“, so Muhtz. Alle vier Insassen seien eingeklemmt worden und hätten erst von der Feuerwehr befreit werden können. Zwei Männer im Alter von 21 und 37 Jahren seien noch am Unfallort verstorben. Ein 23-Jähriger sei lebensgefährlich, ein 25-jähriger Mann schwer verletzt worden. Sie wurden in die Universitätskliniken in Kiel beziehungsweise Lübeck gebracht. „Wer das Fahrzeug geführt hat, ist zum jetzigen Ermittlungsstand noch nicht geklärt“, erklärt Muhtz.

Der Unfall hatte sich in einer leichten Linkskurve ereignet. Diese sei bislang kein Unfallschwerpunkt gewesen, sagt Gemeindewehrführer Marco Kleinschmidt. Um zu klären, wie es zu dem Unglück kam, hat die Staatsanwaltschaft Lübeck einen Gutachter zur Ermittlung des Unfallherganges und dessen Ursache bestellt. Auch das Wrack wurde sichergestellt.

Durch die Wucht des Aufpralls hatte sich der Pkw derart deformiert, dass sich die Rettung für die Feuerwehr sehr schwierig gestaltete. Sie musste schweres Gerät einsetzen, um die Insassen aus dem Auto zu holen. Für die Feuerwehrleute sei der Einsatz auch wegen der Art des Fahrzeuges außergewöhnlich gewesen, erklärt Kleinschmidt. Denn Cabriolets hätten eine komplett andere Dachkonstruktion als andere Fahrzeuge.

Bis 5 Uhr morgens im Einsatz waren die Feuerwehr Oldenburg mit 31 Leuten und sechs Fahrzeugen, der Rettungsdienst aus Oldenburg, Heiligenhafen, Kreis Plön und Neustadt mit fünf Rettungswagen und zwei Notärzten, dem Leitenden Notarzt, dem Organisations-Leiter Ostholstein sowie die Polizei.

Die Angehörigen wurden von Notfallseelsorgern betreut. Ein Team war auch bei der Nachbesprechung im Oldenburger Gerätehaus dabei (zur Arbeit von Seelsorgern siehe Beistück).

Seelsorger helfen den Helfern

Zwei junge Menschen sterben, zwei sind schwer verletzt – ein solcher Unfall ist ein furchtbares Erlebnis für Angehörige und Ersthelfer. Bei derartigen Tragödien gibt es als unmittelbare Hilfe die sogenannte psychosoziale Notfallversorgung. Sie kümmert sich auch um die Rettungskräfte. „Das sind Profis, die sehen viel – trotzdem gibt es immer wieder einzelne Eindrücke, die unser professionelles Schutzschild durchschlagen können“, erklärt Christopher Noll, Leiter der Notfallseelsorge beim Kirchenkreis Ostholstein. Es liege jeweils im Ermessen des Einsatzleiters, das Seelsorge-Team des Kreisfeuerwehrverbandes (Pastoren, die zugleich aktive Feuerwehrleute sind, sowie speziell geschulte Kameraden) anzufordern.

Oft seien die Seelsorger, die in der Regel zu zweit arbeiten, bei der Einsatznachbesprechung dabei. Dort werden alle Feuerwehrleute auf den gleichen Stand gebracht: „Information ist wichtig, das reduziert auch das Kopfkino bei Unbeteiligten“, erklärt Noll. In der seelsorgerischen Arbeit gehe es dann nicht darum, alles noch einmal durchzuspielen, „sondern Impulse zu geben, die stabilisieren.

Und die helfen, den körperlichen Stress zu verstehen und damit umzugehen.“

Bei Unfällen belasteten die Eindrücke am schwersten, die an etwas Persönliches erinnern, erklärt Noll. Wie ein Kleidungsstück, das auch das eigene Kind hat. „Wir sind auf so etwas nicht vorbereitet, das kann ganz unerwartet unser Schutzschild durchbrechen“, sagt Noll.

Nach dem Erstgespräch nehme das Seelsorge-Team immer noch einmal Kontakt auf, so Noll, oft gebe es auch Nachgespräche. Damit die Feuerwehrleute auf sich selbst achten, würden zudem Vorsorgeschulungen angeboten. sts

sts/arj

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kostenschätzung erhöht sich von 375000 auf 500000 Euro – Zusätzliche Mittel muss die Stadt Oldenburg bereitstellen – Grünes Licht von der Politik.

01.07.2016

Die Sundbrücke ist gestern nach einem Unfall für 30 Minuten gesperrt gewesen. Wie Polizeisprecher Stefan Muhtz den LN mitteilte, war auf der Brücke gegen 13.30 Uhr ...

01.07.2016

VW Caddy auf der Flucht gestellt.

01.07.2016
Anzeige