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Ostholstein Sea Help: Die schnellen Männer vom Ostsee-Pannendienst
Lokales Ostholstein Sea Help: Die schnellen Männer vom Ostsee-Pannendienst
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18:29 18.06.2016
Hier schleppt Sea Help vor Pelzerhaken eine Yacht mit Motorschaden ab. Quelle: Christian Schneider/www.svgwassersport/hfr

Mann über Bord. Beim Katamaran-Race auf der Trave ist der Steuermann ins Wasser gestürzt. Die Vorschoterin hat keine Kontrolle mehr über den Kat, der mit hohem Tempo weiterrast. Momente später ist das gelbe Schlauchboot von Sea Help am Kat. Die Crew wagt mit dem im Wasser aufgelesenen Skipper ein Manöver bei Hochgeschwindigkeit, bringt ihn zurück an seinen Platz an der Pinne.

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In Grömitz und Heiligenhafen sind die gelben Helfer stationiert – Bei technischen Problemen sind sie zur Stelle.

Sea Help, das sind die gelben Männer zu Wasser, das ist der ADAC der Schifffahrt. „Aber wir sind auch bei Events wie der Travemünder Woche mit von der Partie“, erläutert Henning Neumann. Oder wie zuletzt in Neustadt, als Fabian Kalsow seinen 400-PS-Boliden mit 200 Sachen durch die Ostsee pflügen ließ. „Sein Rennboot kann nur schnell fahren. Wir schleppen ihn behutsam aus dem Hafen raus, damit er draußen Vollgas geben kann“, sagt Nenad Kapuc, der Nordeuropa-Chef von Sea Help, der zur Grömitzer Crew zählt wie auch der Dritte im Bunde, Klaus Lehmann. Der sagt: „Einsätze wie mit Kalsow oder bei der Travemünder Woche sind unsere spektakulärsten Auftritte, ansonsten gibt es wie beim ADAC, mit dem wir Vertragspartner sind, auch den simplen Pannendienst für Boote.“

Boote, das sind Kutter, Yachten und Jollen. Mit dem 280-PS starken Schlauchboot (Spitzengeschwindigkeit 70 km/h) können Yachten mit einer Länge von bis zu 20 Meter im Notfall abgeschleppt werden. Je nach Wetterlage kommen pro Woche bis zu zehn solche Einsätze zustande. Wer auf dem Wasser ein Problem hat, muss nur das Smartphone zücken.

Lehmann berichtet: „Wir haben eine eigene kostenlose App.“ Auf dieser gebe es einen SOS-Knopf, den man nur drücken müsse, um mit Sea Help Kontakt aufnehmen zu können. „Leichter und schneller geht es nicht“, sagt Kapuc. Und: „Wer bei uns Mitglied ist, bekommt den vollen Service.“ Sea Help kümmere sich darum, dass der technische Defekt behoben würde oder das nicht mehr mobile Boot in den nächsten Hafen komme und von dort wieder zurück. Auch helfe man den Menschen, anschließend von A nach B zu kommen. Kapuc betont: „Wir möchten, dass die Urlauber oder Freizeitskipper sich dadurch nicht den ganzen Tag total versauen.“ Denn oft handle es sich nur um Kleinigkeiten, wie defekte Lensklappen oder Dieselpest, wenn sich Bakterien im Tank ansiedeln und Algen den Motor ins Stocken bringen.

„Viele Pannen geschehen entweder zu Beginn oder aber am Ende der Saison. Da handelt es sich um Wartungsversäumnisse“, skizziert Lehmann.

Also alles wie beim Pkw, wo die Batterie beim ersten Frost des Winters gern einmal schlapp macht. Wird es auf der Ostsee lebensgefährlich, dann sind die schnellen Männer von Sea Help aus dem Spiel.

„Dann rufen wir die DGzRS, wenn sie nicht ohnehin schon unterwegs ist“, erläutert Kapuc. Man verstehe sich nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als Ergänzung zu den Rettungsleuten an Bord des DGzRS-Kreuzers „Hans Hackmack“, der im Grömitzer Yachthafen nur wenige Meter weiter liegt.

Richtige Action wartet demnächst bei der Travemünder Woche auf Sea Help. Neumann weiß: „Es kommt vor, dass Jollen durchkentern und wir die entkräfteten Skipper an Bord holen müssen.“ Mehr noch, es käme sogar vor, dass ein Sea-Help-Mitglied selbst ins Wasser springt, um die Jolle aufzurichten und auch zurückzusegeln.

Sea Help, mehr als Pannenhilfe, eben ein Rundum-Sorglos-Paket.

Ursprung in Kroatien

Sea Help hat seinen Ursprung im Mittelmeer, an der Ostseeküste gibt es neben Grömitz auch in Heiligenhafen oder Kiel-Schilksee Stützpunkte, insgesamt sind es neun mit zehn Booten.

App: Mitglieder können kostenlos die App herunterladen und im Notfall einfach den SOS-Punkt klicken.

Kosten: Die Mitgliedschaft über den Eignerpass kostet zwischen 90 und 390 Euro im Jahr.

Infos: Im Internet bei Facebook oder unter www.sea-help.eu.

Peter Mantik

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