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Ostholstein Seenotretter innerhalb von fünf Stunden zweimal alarmiert
Lokales Ostholstein Seenotretter innerhalb von fünf Stunden zweimal alarmiert
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21:34 23.04.2016
Unter anderem benötigte ein Seemann auf einem Frachtschiff nördlich von Fehmarn ärztliche Hilfe. Quelle: hfr
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Gegen 10.20 Uhr klingelte der Alarm auf dem Mobiltelefon von Vormann Wolfgang Groß das erste Mal: Auf dem Angelkutter „Einigkeit“ war ein Angler gestürzt und hatte sich dabei eine stark blutende Kopfverletzung zugezogen. Daraufhin hatte der Kapitän die Seenotleitung Bremen der DGzRS um ärztliche Hilfe gebeten.

Vormann Wolfgang Groß und zwei weitere Seenotretter der Freiwilligen-Station Puttgarden besetzten sofort das Seenotrettungsboot Emil Zimmermann. Mit einem Notarzt an Bord liefen sie wenig später zum Angelkutter aus, der ihnen entgegenlief. Beide Boote trafen sich etwa fünf Seemeilen (rund neun Kilometer) nordwestlich von Puttgarden.

Bei einer Windstärke von drei bis vier Beaufort (bis zu 28 km/h) und etwa einem Meter Seegang stieg der Notarzt auf die „Einigkeit“ über und versorgte den Mann aus Berlin. Als er transportfähig war, übernahmen die Seenotretter den Verletzten. In Puttgarden übergaben sie ihn an den Landrettungsdienst. Gegen 12.30 Uhr meldete sich die Emil Zimmermann wieder „Klar P3“ – einsatzbereit auf Station.

Vormann Wolfgang Groß saß gerade im Wohnzimmer, als ihn die Seenotleitung Bremen gegen 15.30 Uhr ein zweites Mal an diesem Tag über sein Mobiltelefon alarmierte: Der Kapitän des Frachtschiffes „Favourisation“ (Flagge Liberia) hatte gemeldet, dass ein 40-jähriger Seemann aus den Philippinen stark unterkühlt war und über Schmerzen in der Brust klagte. Mit einem Notarzt und einem Rettungssanitäter an Bord nahmen die vier freiwilligen Seenotretter mit der zehn Meter langen Emil Zimmermann Kurs auf den 138 Meter langen Frachter. Die beiden Schiffe liefen einander entgegen und trafen sich etwa eineinhalb Seemeilen (rund drei Kilometer) nördlich von Puttgarden.

Der Verletzte wurde mit einer speziellen Bergungstrage auf das Rettungsboot heruntergelassen.

„Der Frachter hat aufgestoppt und Lee gemacht, also uns Windschutz gegeben, so dass wir uns vorsichtig annähern konnten“, berichtet Vormann Wolfgang Groß. Notarzt, Rettungssanitäter und zwei Seenotretter stiegen über die Lotsenleiter auf den Frachter über. Dort stabilisierten sie zunächst den Patienten, bevor er auf der speziellen Bergungstrage mit Vakuummatratze der DGzRS liegend mit einem Schwerlastkran des Frachters auf das Seenotrettungsboot heruntergelassen wurde. In Puttgarden übergaben die Seenotretter den Seemann an den Landrettungsdienst.

 Der Frachter „Favourisation“ setzte seine Fahrt nach Kiel fort.

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