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Ostholstein Mehr Einsätze für die Seenotretter
Lokales Ostholstein Mehr Einsätze für die Seenotretter
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07:00 07.11.2018
Die „Mervi“ ist der erste Neubau für die praktische Aus- und Fortbildung der Seenotretter. Am 27. Oktober wurde sie im Kommunalhafen von Neustadt getauft. Quelle: DGzRS/David Hecker
Ostholstein

Auf Grund gelaufene Schiffe, abgetriebene Surfer, Kiter und Schwimmer – wer auf See in Not gerät, dem kommen die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu Hilfe. Die Seenotretter sind 365 Tage im Jahr einsatzbereit – 24 Stunden am Tag. Am Mittwoch wurde die Einsatzbilanz der letzten zehn Monate vorgestellt. In Ostholstein mussten die Seenotretter häufiger ausrücken als im vergangenen Jahr.

Insgesamt 226 Einsätze zählen die Stationen in Grömitz, Neustadt, Großenbrode, Puttgarden und Heiligenhafen bisher. 2017 waren es insgesamt 210 während des gesamten Jahres. Die Einsätze beinhalten Schiffsbergungen, Hilfeleistungen, Sicherungs- und Suchfahrten, den Transport von kranken oder verletzten Menschen zum Festland sowie Rettungen aus direkter Not.

Einsätze in Ostholstein

Die Station Großenbrode verzeichnet bisher die meisten Einsätze in Ostholstein. Das sind die Zahlen im Einzelnen:

Station Großenbrode: 63 (Seenotrettungskreuzer „Bremen“) Station Heiligenhafen: 58 (Seenotrettungsboot „Heiligenhafen“) Station Grömitz: 58 (Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmack“) Station Neustadt: 35 (Seenotrettungsboot „Henrich Wuppesahl“) Station Puttgarden: 12 (Seenotrettungsboot „Emil Zimmermann“)

Die Gründe für Zunahmen seien vielfältig, sagt Sprecherin Antke Reemts. Die lange Saison schlage sich sicher bei den Wassersportzahlen nieder. Dass der heiße Sommer insgesamt mehr Menschen ins Wasser gelockt und so mehr Rettungen verursacht habe, könne sie pauschal aber nicht bestätigen. „Den Großteil der Einsätze machen bei uns Schiffe mit Maschinenschäden oder auf Grund gelaufene Schiffe aus“, sagt Reemts. Für die Rettung abgetriebener Schwimmer oder Surfer seien die Seenotretter streng genommen nicht zuständig, doch „wer helfen kann, hilft natürlich“, sagt Reemts. Bei diesen Einsätzen ginge es schließlich um jede Sekunde.

Neues Boot für Puttgarden

Damit die Seenotretter ihre Arbeit auch künftig fortsetzen können, wird die Flotte nach und nach erneuert. Erst am 27. Oktober ist das Ausbildungs- und Trainingsboot „Mervi“ der Ausbildungsstation Neustadt getauft worden. 2020 soll auch die Station in Puttgarden ein neues Rettungsboot bekommen. Mit 10,1 Meter wird es etwas länger sein als die „Emil Zimmermann“, die aktuell im Einsatz ist. „Die längeren Boote eignen sich besser für den Transport von Krankentragen“, erklärt Reemts. Vergangene Woche wurde das Seenotrettungsboot für Puttgarden in der Werft Tamsen Maritim in Rostock auf Kiel gelegt – zusammen mit zwei weiteren Booten für die Stationen Norddeich und Horumersiel. Sobald es in Dienst gestellt werden kann, wird die „Emil Zimmermann“ voraussichtlich zur Station Fedderwardersiel in Niedersachsen wechseln.

Einsatzzahlen insgesamt gestiegen

Die Einsatzzahlen sind nicht nur in Ostholstein gestiegen: An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins waren die Retter von Januar bis Oktober 733 Mal im Einsatz. Im gleichen Zeitraum wurden vergangenes Jahr 673 Einsätze gezählt. Die Besatzungen retteten 18 Menschen aus Seenot und befreiten 123 aus gefährlichen Situationen. Die Gesamtbilanz für Nord- und Ostsee fällt ebenfalls höher aus als 2017: Die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer zählen 2037 Einsätze, 2017 waren es 1901.  

Luisa Jacobsen

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