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Ostholstein Sex mit 13-Jähriger: Malenter verurteilt
Lokales Ostholstein Sex mit 13-Jähriger: Malenter verurteilt
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09:14 02.08.2016
Quelle: fotolia
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Eutin

Zweimal hat ein heute 29-jähriger Mann im vergangenen Jahr mit der damals 13-jährigen Tochter seiner Lebensgefährtin geschlafen. Dieser ungeschützte Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich erfolgt, hieß es in der Anklageschrift weiter. Ein drittes Mal gab es nicht. „Da habe ich sie weggestoßen, weil ich selber damit nicht klar kam“, berichtete der Mann gestern in der Verhandlung vor dem Eutiner Schöffengericht. Er sei stattdessen zur Polizei gegangen und habe sich selbst angezeigt, erzählte er, mehrfach von Weinkrämpfen geschüttelt. Diese Tatsache, der Umstand, dass er durch sein umfassendes Geständnis dem Mädchen eine Aussage vor Gericht erspart hatte, und sein gesamtes Erscheinungsbild, das auch in den Augen des Staatsanwaltes einem „Häufchen Elend“ glich, sorgte für das in diesen Fällen eher milde Urteil von 18 Monaten auf Bewährung.

Der Meinung des Staatsanwaltes, der in seinem Plädoyer eine lange Liste von Argumenten aufzählte, die für den Angeklagten sprachen, schlossen sich die Pflichtverteidigerin und schließlich auch die Richter an. Dem 29-Jährigen werden ein Bewährungshelfer und ein Betreuer zur Seite gestellt. Außerdem sollte er weiterhin psychiatrisch betreut werden, rieten die Juristen. Zudem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Der ledige Angeklagte, der als Gerüstbauer tätig ist, war viereinhalb Jahre mit seiner Lebensgefährtin zusammen, ehe die Beziehung nach der Selbstanzeige zerbrach. „Es hat viel Ärger zwischen uns gegeben“, erinnerte sich der Malenter. Auf Nachfragen von Amtsrichter Otto Witt bekannte er: „Ich liebe meine damalige Freundin nicht mehr, kann sie aber auch nicht vergessen.“ Zu deren Tochter habe er keinen Kontakt mehr. „Ich habe alles kaputt gemacht“, überlegte er laut. Er sei sich seiner Schuld sehr bewusst, habe aber den Annäherungsversuchen des Mädchens nicht widerstehen können. „Der Fehler liegt bei mir“, hatte er schon in der polizeilichen Vernehmung zu Protokoll gegeben. Der Staatsanwalt: „Sie werfen sich selber vor, nicht standhaft geblieben zu sein.“

Der jetzt Verurteilte hat keine neue Beziehung aufgebaut. Er lebt seit dem vergangenen Jahr ganz zurückgezogen. „Ich gehe mal schnell in den Laden rein, bin aber sonst immer zu Hause oder bei meiner Schwester“, gab er Einblicke in sein Privatleben. Da ihn das Geschehene insgesamt überfordere, sei er bereits zweimal in der Ameos-Klinik behandelt worden.

Amtsrichter Otto Witt ließ durchblicken, dass er auch andere Familienmitglieder kenne und wandte sich direkt an den Angeklagten: „Sie haben es ja auch nicht immer leicht gehabt. Aber auch als Straftäter müssen Sie jetzt nach vorne blicken.“ Die Antwort: „Ich werde es versuchen.“

cd

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