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Sicher auf dem Wasser unterwegs

Ostholstein Sicher auf dem Wasser unterwegs

Selbst der erfahrenste Wassersportler ist vor Fehlern oder unerwarteten Situationen nicht gefeit. Für Segler, Motorbootfahrer, Angler, Surfer, Stand-up-Paddler, Kiter oder Seekajakfahrer gilt es gleichermaßen, sich auf mögliche Gefahren vorzubereiten. Im Notfall müssen die Seenotretter ran.

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Die „SafeTrx“-App gibt es seit Jahresbeginn. Damit kann die Seenotleitung im Ernstfall feststellen, wo sich jemand befindet.

Quelle: Foto: Dgzrs

Ostholstein. „Alles steht und fällt mit der Vorbereitung. Man sollte sich immer im Vorhinein mit Wind und Wetter auseinandersetzen, aber auch gut ausgerüstet sein“, sagt Sven-Eric Carl, Vormann der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf dem Seenotkreuzer „Bremen“ in Großenbrode. Nur mit Handy unterwegs zu sein, das sei speziell für Angler, Segler oder Motorbootfahrer eigentlich zu wenig.

LN-Bild

Selbst der erfahrenste Wassersportler ist vor Fehlern oder unerwarteten Situationen nicht gefeit. Für Segler, Motorbootfahrer, Angler, Surfer, Stand-up-Paddler, Kiter oder Seekajakfahrer gilt es gleichermaßen, sich auf mögliche Gefahren vorzubereiten. Im Notfall müssen die Seenotretter ran.

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UKW-Funk und GPS erleichterten die Suche ungemein. Man habe einmal über dreieinhalb Stunden mit einem Großaufgebot auf der Ostsee nach einem Angler im Schlauchboot gesucht, erzählt Carl. „Er fand im Nebel nicht mehr zurück und hatte nur ein Mobiltelefon dabei, das schwer erreichbar war.“ Wichtig sei daher auch für jeden, andere Personen vorher zu informieren, wo genau und bis wann man unterwegs sein werde.

Eine neue Hilfe in diesem Fall haben die Seenotretter mit der Smartphone-App „SafeTrx“ (kurz für: Safe Tracks, sichere Törns) in Deutschland herausgegeben. „SafeTrx“ wird bereits erfolgreich in anderen Ländern eingesetzt, unter anderem in den Niederlanden, in Norwegen, Finnland und Spanien. In der App können diejenigen, die ihre Freizeit auf dem Wasser verbringen, einen Routenplan hinterlegen und eine automatisierte SMS an einen privaten Notfallkontakt senden lassen, wenn sie überfällig werden. Mittels GPS wird die gefahrene Route aufgezeichnet. Auf diese hat die Seenotleitung Zugriff.

„So lässt sich dank ,SafeTrx’ schnell ausschließen, dass sich jemand in Not befindet und einige Einsatzfahrten werden vermieden“, sagt Christian Stipeldey von der DGzRS. Sollte dies allerdings doch der Fall sein, ist die Seenotleitung dank der App nur wenige Klicks entfernt „Seit der Einführung im Januar verzeichnen wir 20000 Downloads. Wir hoffen, dass die App noch umfangreicher genutzt wird“, so Stipeldey.

Kiter und Surfer könnten zumindest das Handy wasserdicht am Körper tragen, sagt auch Vormann Sven-Eric Carl. Denn oft sind es eben diese Wassersportler, die abgetrieben werden und das Land nicht mehr erreichen können. Es gebe auch eine besondere Sticker-Aktion der DGzRS. Verloren gegangenes Material habe in der Vergangenheit häufig umfangreiche Suchaktionen ausgelöst, so Carl. Name und Telefonnummer auf Kite und Board ermöglichen den Seenotrettern sofort, gefundenes Material schnell zuzuordnen und gegebenenfalls den Einsatz zu starten. Denn bei derzeit unter zehn Grad Wassertemperatur bestünde schon die Gefahr, einen Schock zu bekommen und zu ertrinken, sagt der Vormann der „Bremen“.

Auch die vielen Stand-up-Paddler im Sommer bereiten den Seenotrettern manchmal Sorgen. Carl würde sich wünschen, dass sie zumindest Schwimmhilfen tragen sollten. „Es müssen nicht gleich Rettungswesten sein, aber schnell können Unerfahrene die Lage falsch einschätzen.“ Zudem würden Seekajakfahrer sich zu weit von Land entfernen, ohne dafür richtig ausgerüstet zu sein. Auf See gebe es ungezählte Situationen, die nicht zu verhindern seien: Unterwasserhindernisse, Materialprobleme oder plötzliche Erkrankungen oder Verletzungen.

Seit seiner Kindheit ist Sven-Eric Carl auf dem Wasser, ist selbst Segler, fast 27 Jahre bei der DGzRS und seit 2010 mit insgesamt acht Kollegen in Großenbrode stationiert. Auf rund 90 Einsätze kommt die „Bremen“ im Jahr. Dass die Menschen an Land sehr aufmerksam sind, wenn ihnen was merkwürdig erscheint und die Seenotretter informieren, sei ein gutes Zeichen. „Allerdings waren es einmal auch nur Grünabfälle, die von Land aus bei einbrechender Dunkelheit für ein Segel gehalten wurden“, erinnert sich Carl.

Rettungsmittel kosten Geld, doch die Sicherheit sollte es Wert sein. Und der beste Einsatz ist immer noch der, den die Seenotretter gar nicht erst zu fahren brauchen.

Zehn wichtige Regeln zur Sicherheit auf dem Wasser

1. Fahrzeug: Machen Sie sich mit den Eigenschaften ihres Sportgerätes oder Fahrzeugs vertraut. Lassen Sie sich umfangreich einweisen.

2. Wind und Wetter: Bevor es auf das Wasser geht, sollte sich jeder über die aktuelle Lage informieren, nicht nur bei unbekannten Revieren.

Wetterumschwünge sind nicht zu unterschätzen.

3. Material- und Sicherheitscheck: Die Seenotretter der DGzRS haben im Internet unter www.sicher-auf-see.de umfangreiche Listen für alle, die auf dem Wasser aktiv sind, zusammengestellt.

4. Rettungswesten: Das Tragen sollte nicht nur für Kinder eine Selbstverständlichkeit sein. Stellen Sie sicher, dass jeder eine Weste der richtigen Größe hat und weiß, wie sie zu tragen ist.

5. Notsender: Die Position der in Seenot befindlichen Person mit einem „ais-sart“ (Such- und Rettungssender) in der Rettungsweste kann am Plotter oder am PC sichtbar gemacht werden.

6. Seenotsignale: Wer in Not gerät, darf sich nicht nur auf das Mobiltelefon zur Alarmierung anderer verlassen. Die „SafeTrx“-App, UKW-Funk, GPS oder Seenotsignalmittel sollten dazu gehören.

7. Erste Hilfe: Es kann dauern, bis professionelle Hilfe einen Patienten erreicht. Erste-Hilfe-Kenntnisse, eine Bord-Apotheke und Erste-Hilfe-Koffer sind daher unverzichtbar.

8. Informationen: Benachrichtigen Sie im Vorwege Personen über ihre Reiseplanung oder Aufenthalt auf dem Wasser.

9. Helme: Kite-Surfer und Kajakfahrer aber auch Surfer sollten ihren Kopf schützen.

10. Seeverkehr: Halten Sie sich von der Berufsschifffahrt nach Möglichkeit fern, meiden Sie Schifffahrtswege.

Markus Billhardt

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