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Ostholstein Sicherheit der Belt-Baustelle: Koordination in Travemünde Alle Entscheidungen sollen künftig in der Revierzentrale fallen
Lokales Ostholstein Sicherheit der Belt-Baustelle: Koordination in Travemünde Alle Entscheidungen sollen künftig in der Revierzentrale fallen
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21:10 08.08.2018
Scandlines-Gespräch in Puttgarden: Søren Poulsgaard Jensen (v.l.), Heiko Kähler, Ingo Gädechens und Norbert Brackmann. Quelle: Foto: Schwennsen
Puttgarden a. F

Das erklärte der Maritime Beauftragte der Bundesregierung, Norbert Brackmann (CDU), gestern nach einem mehrstündigen Gespräch mit der Scandlines-Geschäftsführung in Puttgarden. „Auf Bundesseite werden die Kompetenzen und das Anordnungsrecht damit eindeutig geregelt“, bestätigte er. Diese Bündelung betrifft vor allem die Wasser- und Schifffahrtsämter Kiel und Lübeck. Es sollen neue Planstellen geschaffen und Fachkräfte eigens für diese Aufgabe ausgebildet werden.

Dabei ging es Brackmann nach eigenen Angaben nicht um Panikmache vor Havarien, sondern um eine realistische Einschätzung möglicher Alltags-Szenarien. Im Blick hat er vor allem den starken Verkehr der Bauschiffe und den Transport der schweren Tunnelelemente: „Die werden im Fehmarnbelt extrem langsam fahren.“ Gleichzeitig laufen aber der Fährverkehr auf der Vogelfluglinie mit jährlich 34 000 Abfahrten im Halbstunden-Takt sowie der reguläre Schiffsverkehr, darunter riesige Kreuzfahrtschiffe und Tanker, auf der stark befahrenen Route durch den Fehmarnbelt weiter.

Deshalb forderte Brackmann weitere Konsequenzen. Erstens: Auch Verantwortliche der Reederei Scandlines oder der in Rødby angedachten Bauzentrale von Femern A/S müssten in die Arbeit der Revierzentrale Travemünde einbezogen werden. „Doch das allein wird nicht reichen“, setzte er sich zweitens für eine Simulation der künftigen Schiffsverkehre ein. „Denn wir müssen frühzeitig auf erkennbare Komplikationen reagieren“, sagte Brackmann. Daher forderte er drittens, Schiffsmannschaften in gemeinsamen Trainingsphasen auf die möglichen Risiken vorzubereiten. Und: Notwendig sei zudem ein Datenaustausch über Zeiten und Ladungen, zumindest der großen internationalen Schiffsbewegungen. Dieser könnte verhindern, dass Tunnelelemente zum Beispiel ausgerechnet dann den Seeweg blockieren, wenn große Öltanker den engen Fehmarnbelt passierten.

Bei der Scandlines-Geschäftsführung stießen diese Forderungen gestern auf Zustimmung. Die Reederei möchte vor allem die Simulation des Schiffverkehrs so früh wie möglich starten. „Denn wichtig ist für uns die zuverlässige Einhaltung der Fahrpläne, die sehen wir sonst in Gefahr“, warnte Deutschland-Geschäftsführer Heiko Kähler. Und Scandlines-CEO Søren Poulsgaard Jensen unterstrich: „Wir müssen an Bord genau wissen, wo gibt es Havarierisiken, die wir vermeiden können?“ Oder müsse man womöglich auf eigenen Routen sogar ausweichen?

Doch auch Bahnkunden, die aus Skandinavien kommen oder dorthin wollen, benötigten Sicherheit. Brackmann: „Die Verlässlichkeit im Schienenverkehr muss gewährleistet bleiben.“ Sie dürfe nicht zum „Lotteriespiel“ werden, weil Tunnelbauarbeiten plötzlich sämtliche Fahrpläne außer Kraft setzten.

Ähnliches forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens. Die „Durststrecke“ für Bahnkunden werde in Ostholstein wegen der Schienen-Elektrifizierung schon lange genug dauern. Aber auch Fernbusse von Hamburg nach Kopenhagen setzten auf Verlässlichkeit: „Hier sind viele Nationen unterwegs.“

Verkehr stagniert

Mitten in der Urlaubssaison gibt es noch keine aussagekräftigen Transportzahlen von Scandlines für 2018. „Bislang liegt der Verkehr, der stagniert, ein Stück unter unserer Erwartung“, so Geschäftsführer Heiko Kähler. Und: Noch stünden einige Wochenenden mit Skandinavien-Urlaubern und -Rückkehrern bevor.

Positives Signal für Reisende: „Lange Wartezeiten in beiden Richtungen gehen gegen Null.“ Bewährt hätten sich die Maßnahmen der Reederei, um pro Überfahrt mehr Fahrzeuge zu transportieren.

Entgegen den Prognosen von Femern A/S sei der Pkw-Verkehr seit Jahren rückläufig.

Gerd-J. Schwennsen

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