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Ostholstein Sierksdorfs Bürgermeister erhebt schwere Vorwürfe gegen ASB
Lokales Ostholstein Sierksdorfs Bürgermeister erhebt schwere Vorwürfe gegen ASB
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23:24 23.09.2016
Der Wünschewagen ist ein Projekt des ASB, bei dem älteren Menschen am Lebensende noch ein besonderer Wunsch erfüllt wird. Quelle: Mantik
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Sierksdorf

Volker Weidemann, Bürgermeister in Sierksdorf und zugleich Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Arbeiter-Samariter- Bund (ASB): Im Stile einer „Drückerkolonne“ seien Personen im Auftrag des ASB gezielt an alte und gebrechliche Bürger herangetreten und hätten diesen Unterschriften für Spendenbescheinigungen abgenötigt.

Er habe über diesen Vorgang auch die Polizei informiert, teilte Weidemann den LN mit. Zudem habe er das Ordnungsamt gebeten, die ordnungsrechtlichen Grundlagen dieses Vorgehens zu prüfen.

„Ich habe mit Bürgern gesprochen, die sich durch die Werber drangsaliert und massiv unter Druck gesetzt gefühlt haben“, sagte Weidemann. Besonders dreist aus seiner Sicht: Die Spendensammler hätten für ASB-Projekte wie „Fahrzeuge zur letzten Fahrt“ – auch als „Wünschewagen“ bezeichnet (siehe Infokasten) – geworben und dabei betont, dass dies auch in seinem Namen, im Namen des Seniorenbeirates oder anderer ehrenamtlicher Personen im Ort geschehe. In einem Schreiben an den ASB findet Weidemann dann auch harsche Worte: „Ich fordere Sie auf, Ihre ,Drückerkolonne‘ sofort aus unserer Gemeinde abzuziehen, um weiteren Schaden von unseren Bürgern fernzuhalten.“

Heribert Röhrig, Geschäftsführer des ASB-Landesverbandes, weist derartige Vorwürfe vehement zurück: „Das grenzt schon an Verleumdung“, äußerte sich Röhrig zu den Anschuldigungen. Zwar sei eine Werbeagentur damit beauftragt worden, für ASB-Projekte wie den „Wünschewagen“ Spenden zu sammeln und Bürger dafür auch an der Haustür oder auf der Straße anzusprechen. Diese Vorgehensweise, so Röhrig, sei jedoch bei vielen karitativen Einrichtungen gang und gäbe. Es gebe weder Kündigungsfristen noch Vertragslaufzeiten. „Ein Anruf oder ein Fax genügen, um den Vorgang zu stornieren.“ Für ihn habe es „überhaupt nichts Verwerfliches“, wenn auch ältere Menschen, die bei klarem Verstand seien, die Möglichkeit angeboten bekämen, etwas Gutes zu tun.

Dass bei der Vorgehensweise Fehler gemacht seien, wolle er dennoch nicht ausschließen. „Wir werden den Vorgang überprüfen.“ Sollte es Hinweise auf Fehler geben oder tatsächlich andere Personen genannt worden seien, die nicht mit dem ASB in Verbindung stünden, werde das „ganz sicher Konsequenzen“ für den betreffenden Werber haben. Röhrig räumte ein, dass es in der Vergangenheit immer mal wieder Beschwerden gegeben habe, die jedoch in der Regel einer Überprüfung nicht standgehalten hätten. „Es gibt da auch noch den Bereich der persönlichen Empfindung. Menschen, die unvorbereitet angesprochen werden, fühlen sich vielleicht auch ,überrumpelt’.“ Sowohl die Werbeagentur als auch der Bundesverband führten deshalb Stichproben durch (Röhrig: „so etwa jeder Zehnte“), um die Zufriedenheit mit dem Vorgang abzufragen. „Das tun wir, damit solche Ideen und Gerüchte gar nicht erst aufkommen“, so Röhrig.

Die Polizei bestätigte derweil das Vorliegen einer Beschwerde seitens Weidemann. Man werde den Vorgang im Laufe des Wochenendes überprüfen und in alle Richtungen ermitteln, kündigte Polizeisprecher Stefan Muhtz an.

Sammeln für Projekte

Der Wünschewagen ist ein Projekt des ASB, bei dem älteren Menschen am Lebensende noch ein besonderer Wunsch erfüllt wird. Dies kann eine Fahrt zu einem besonderen Ort sein, den der Betreffende – unter Umständen auch mit medizinischer Betreuung – vor seinem Ableben noch einmal sehen möchte. Unter anderem für dieses Projekt sammelt der ASB auch an den Haustüren Spenden.

ASB-Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig sieht darin ein „ganz normales Vorgehen“, das auch bei anderen karitativen Verbänden üblich sei.

 Thomas Klatt

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