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Ostholstein Signale stehen auf Bahnhof mit Ratekau
Lokales Ostholstein Signale stehen auf Bahnhof mit Ratekau
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11:26 18.12.2015
Der Timmendorfer Bahnhof. Quelle: Latzel

Die Idee einer Doppel-Station sei in Timmendorfer Strand geboren worden. „Wenn die jetzige Strecke nicht mehr weiterbetrieben werden sollte, wollen wir bestmöglich vorbereitet sein“, sagte die Bürgermeisterin. Die Arbeitsgruppe, die bereits das Raumordnungsverfahren für die Hinterlandanbindung der geplanten Beltquerung begleitete, habe sich deshalb auch mit der Stationsplanung beschäftigt.

Das Ergebnis: ein klares Votum für die Bäderbahn, ergänzt um den Plan B. Darüber sei auch mit dem Kreis und Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) gesprochen worden. Der Bauausschuss der Gemeinde habe sich in der vergangenen Woche der Empfehlung der Arbeitsgruppe angeschlossen. „Noch befindet sich alles im Ideen-Status“, stellte die Bürgermeisterin klar.

Die Bäderbahn erhalten, das wolle auch die CDU, betont Timmendorfs Fraktionschef Rainer Steen. Ob das möglich sei, müsse aber noch geklärt werden. Deshalb unterstützt auch die CDU als Plan B eine Lösung zusammen mit Ratekau. „Es wäre schön, wenn man sich auf einen Bahnhof einigen könnte“, erklärte Steen. Verständigen müsse man sich mit der Nachbargemeinde ohnehin. Denn auch der von der Bahn vorgesehene Halt für Timmendorfer Strand bei Neuhof liege auf Ratekauer Gebiet.

Wichtig ist für Steen, dass der Bahnhof einen Standard hat, der dem Tourismusort Timmendorfer Strand gerecht wird. „Ein besseres Bushäuschen ohne Toiletten, ohne Taxis ist für mich nicht vorstellbar“, sagte der CDU-Politiker. Und der Name Timmendorfer Strand müsse auch bei einer Doppelstation erhalten bleiben, fordert er. In der Standortfrage sei die CDU offen, die jeweiligen Vor- und Nachteile müssten abgewogen werden.

Für Klaus-Peter Ninnemann, SPD-Fraktionsvize in der Gemeindevertretung, steht die Rettung der bestehenden Strecke mitsamt des fußläufig zu erreichenden Timmendorfer Bahnhofs obenan, zumal es von der AKN positive Signale für einen Weiterbetrieb gebe. „Einen international bekannten Tourismusort ohne Bahnanbindung oder mit Haltepunkt fünf Kilometer vom Ortszentrum entfernt im Rapsfeld, mag ich mir nicht vorstellen“, schüttelte Linnemann den Kopf mit Blick auf eine Station bei Neuhof. Aber auch mit der Idee eines gemeinsamen Bahnhofs im Ort Ratekau tut sich der Sozialdemokrat schwer. „Die L 181 ist die meistbefahrene Landesstraße in Schleswig-Holstein. Hemmelsdorf klagt schon jetzt über den immensen Verkehr“, gibt er zu bedenken. Mit einem Doppel-Bahnhof Ratekau/Timmendorfer Strand würde die Belastung weiter steigen.

Und wenn die Bäderbahn eines Tages doch eingestellt wird? „Dann müsste man in den sauren Apfel beißen und einen Haltepunkt Timmendorfer Strand akzeptieren oder prüfen, wie sich ein gemeinsamer Bahnhof mit Ratekau darstellt“, räumte Linnemann ein.

Die Standortfrage hat an Aktualität gewonnen, weil auch das Planungsbüro „BahnStadt“ einen gemeinsamen Bahnhof beider Orte vorschlägt. Die Agentur wurde von der landeseigenen „Nah.SH“ mit der Planung der Haltepunkte entlang der Hinterlandanbindung für den Belttunnel beauftragt. Das Thema beschäftigte gestern Abend auch die Gemeindevertretung von Timmendorfer Strand. pet

LN

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