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Ostholstein Sind Mitfahrbänke ein Risiko für den Bürgerbus?
Lokales Ostholstein Sind Mitfahrbänke ein Risiko für den Bürgerbus?
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20:10 29.05.2018
Fehmarn

„Das klingt nach einem tollen Konzept, kann für den Bürgerbus aber der Todestoß sein“, hielt Beate Burow vom Umweltrat Fehmarn dagegen. Konkret: Die ehrenamtlichen Bürgerbus-Fahrer steuern laut Sommerfahrplan einen Großteil der Campingplätze an. Im Sommer machen diese Fahrten bis zu 90 Prozent aus. Letztlich finanzieren sie damit aber auch den ansonsten defizitären Fahrplan in den Wintermonaten.

Es fehlen ausreichend Bürgerbus-Fahrer

Aber es gibt zwei Probleme. Erstens: Der Bürgerbus steuert nicht alle Campingplötze an. „Dafür bräuchte ich 20 Fahrer mehr“, so Burow. Dabei stünde ein dritter Bus bereit. „Da müssten Sie öfters den Bürgermeister austauschen“, scherzte Jörn Henning Kohlhoff (Klausdorf), Vorsitzender von Verein „Campingparadies Ostseeinsel Fehmarn“. Er spielte auf Ex-Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt an, der als Bürgerbus-Fahrer aktiv ist, seit er im Rathaus aufgehört hat.

Zweites Problem: Die Busse, die zu den Campingplätze fahren, sind in der Hauptsaison oft schnell belegt. Wiederholt müssen daher Campingurlauber auf eine Fahrt nach Burg verzichten und nutzen dann doch ihre großen Fahrzeuge. Jens-Peter Bumann (Meeschendorf): „Das Risiko für den Bürgerbus habe ich verstanden. Was ist uns uns das Experiment wert?“

Doch auch von Tourismusdirektor Oliver Behncke gab es keine Unterstützung: „Die Idee ist gut, aber nicht für Fehmarn.“ Sie sei letztlich ein „Affront“ gegen die ehrenamtlichen Bürgerbus-Fahrer, die dann nur noch „Lückebüßer“ wären. In der Sache betonte aber auch Behncke: „Jedes zusätzliche Auto verstopft die Burger Innenstadt.“ Er verwies auf die Initiative „Freies Fahren mit Ostseecard“, an der weiter gebastelt werde.

Auch in den eigenen Reihen war die Idee, „Mitfahrbänke“ fürs kostenlose Mitfahren auf den Campingplätzen aufzustellen, nicht unumstritten. Denn wie kommen die Gäste wieder zurück? Gunnar Mehnert (Wallnau) stufte es als „illusorisch“ ein, dass von Burg oder Petersdorf aus jeder hinterher wieder bequem auf „seinen“ Platz zurückfinde.

Von Gerd-J. Schwennsen

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