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Ostholstein Skelett auf Fehmarn gefunden
Lokales Ostholstein Skelett auf Fehmarn gefunden
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18:18 29.11.2018
Dieses Skelett wurde am 26. November auf Fehmarn gefunden. Quelle: Polizei
Fehmarn

Beim Ausschachten für Rohre sind Arbeiter am Strand bei Flügge auf Fehmarn auf menschliche Knochen gestoßen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten, stellte sich bei intensiverer Suche heraus, dass sich die Knochen samt Schädel zu einem menschlichen Skelett zusammenfügen liegen. Nach dem Fund war die Rechtsmedizin eingeschaltet worden. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass am Fundort noch die Knochen von vier weiteren Menschen lagen.

Keine Anzeichen für Gewalt

Eine Rechtsmedizinerin habe die Knochen vor Ort in Augenschein genommen und die weiteren Ausgrabungen begleitet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Nach Bewertung der Rechtsmediziner wiesen die Funde keine Anzeichen für eine Gewalteinwirkung auf. Zudem sei davon auszugehen, dass die Knochen mit großer Wahrscheinlichkeit älter als 100 Jahre sein dürften. Anhaltspunkte für eine noch verfolgbare Straftat gebe es für die Ermittlungsbehörden deshalb nicht. Der Fall ist damit einer für die Archäologen.

Spezialisten des Archäologischen Landesamtes haben sich die Fundstelle auf Fehmarn umgehend angeschaut und sollen ihre Arbeiten in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Lübeck in den kommenden Tagen fortsetzen. Größere Erkenntnisse über den Fund hat Ingo Clausen, Leiter der Außenstelle Neumünster des Archäologischen Landesamtes, bisher nicht gewinnen können. Mehr als ein erster Eindruck sei noch nicht möglich gewesen. „Wir haben geguckt und geschaufelt“, berichtet Clausen, der sagt, die Skelette könnten auch deutlich älter als 100 Jahre sein. Er versuche jetzt, die weitere Ausgrabung und Untersuchung des Fundes zu organisieren.

Ingo Clausen vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein hat Erfahrung mit Knochenfunden. Hier zeigt er einen aus dem Ahrensburger Tunneltal. Quelle: Bettina Albrod

Keine Kleidung, kein Metall

Ein bisschen mehr als gucken und schaufeln haben die Experten aber doch gemacht. Sie sind mit einem Metalldetektor über den Fundort gegangen. Der hat nichts angezeigt. Das lässt für Clausen den Schluss zu, dass es sich vermutlich nicht um Kriegstote handelt. Aber auch andere Metallteile wie Trachtbestandteile, also Schnallen, Knöpfe oder Schnürsenkel, seien offenbar nicht vorhanden. Was ebenfalls fehlt sind Reste von Kleidung. Die Toten sind also entweder nackt bestattet worden – und bestattet wurden sie, das zeigen die ausgeschachteten Liegeorte – oder sie trugen Kleidung aus reinen Naturfasern, die im Laufe vieler Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte längst verrottet sind.

Schiffbrüchige oder Gefallene?

Die Vermutung, die Toten könnten Schiffbrüchige gewesen sein, kommt Karl-Wilhelm Klahn, Heimatforscher auf Fehmarn, sofort in den Sinn. „Vor Burgtiefe und Staber­huk sind ja unzählige Schiffe auf unsere Küste aufgelaufen“, sagt er. Eine Vermutung, die für Clausen nicht recht schlüssig ist. In christlicher Zeit seien die Leichen namenloser Schiffbrüchiger auf den Friedhöfen bestattet worden. Das sei von den Halligen bekannt. Klahn bestätigt: „Auf unseren Friedhöfen sind durchaus Schiffbrüchige bestattet.“ Das Alter von 100 Jahren oder mehr lässt ihn aber auch vermuten, die Toten könnten angeschwemmte Leichen aus dem Ersten Weltkrieg sein, die bei Kämpfen zwischen Deutschen und Dänen auf See gefallen sind. „Die wurden früher vielfach am Strand begraben.“

Sebastian Rosenkötter und Susanne Peyronnet

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