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Ostholstein Slawen und Wikinger aus aller Welt
Lokales Ostholstein Slawen und Wikinger aus aller Welt
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20:34 22.07.2016
Britta Wandrey verbringt mit ihrer Familie ihren Jahresurlaub auf dem Gelände des Wallmuseums. Geschäftsführer Stephan Meinhardt freut sich.
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Oldenburg

Das normale, das richtige Leben, das sei dieses, sagt Linda Zwamp. Wenn sie barfuß und in langen Gewändern unterwegs ist, sich auf hölzerne Krücken stützt, die rein gar nichts mit moderner Orthopädietechnik zu tun haben, und sich nachts in einer Holzhütte auf Schaffellen zum Schlafen legt. Dann fühlt sich die Schwedin zu Hause – obwohl ihr Zuhause in diesem „richtigen“ Leben stets nur ein vorübergehendes ist. Im Moment ist es Oldenburg: Die schwedische Silberschmiedin ist eine von insgesamt rund 400 Darstellern, die sich heute und morgen bei den Slawentagen im Wallmuseum präsentieren. Etwa 5000 Besucher erwarten die Veranstalter.

Durch „Slawendörfer“ in ganz Europa reist Linda Zwamp während der warmen Jahreshälfte. Seit fünf Jahren zusammen mit ihrem Mann, Carl Edmonds aus England. Eine Wikingerhochzeit haben die beiden gefeiert – „das bedeutet uns mehr als eine Ehe auf dem Papier“, sagen sie. Im Winter, während ihres anderen Lebens, wohnen die beiden in verschiedenen Ländern. Wie sie die lange Trennung meistern? Das Paar winkt ab: „Schwierig wird es nur, wenn wir zusammen sind“, scherzen die Eheleute.

Schon seit Anfang der Woche lagert das Duo auf dem Gelände des Wallmuseums. Wie diverse weitere Darsteller sind sie früher angereist, um vor den Slawentagen noch ein wenig zu entspannen. „Die Zeit in Oldenburg ist für uns Urlaub“, sagen Linda Zwamp und zum Beispiel auch Britta Wandrey aus Nienburg/Weser (Niedersachsen) übereinstimmend. Es sei „immer so schön hier“, betonen beide, die Gastfreundschaft sei „unübertroffen“.

Museums-Geschäftsführer Stephan Meinhardt freut sich, dass sich die Darsteller in Oldenburg so wohl fühlen. Bei den Slawentagen dabei sind diesmal Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern und sogar aus Neuseeland. Das Programm reicht von einem Mittelaltermarkt über Modenschauen und Puppentheater bis zu zahlreichen Mitmach-Angeboten.

Auch Schlachten werden inszeniert – eingebettet in eine amüsante Rahmenhandlung mit einem eher unangenehmen Marktvogt (an beiden Tagen um 11.30 Uhr, Sonnabend zudem um 17 und Sonntag um 16.30 Uhr; einen kleineren „Überfall“ gibt es jeweils um 14.30 Uhr). Außerdem können die Besucher unter anderem mit der Seilfähre über den Wallsee fahren, es gibt Musik und Waffenvorführungen. „Wir könnten auch die doppelte Fläche bespielen, so viele Anmeldungen gab es“, bilanziert Meinhardt. Einige Darsteller, die keinen Platz mehr bekommen haben, würden deshalb nun nach der Veranstaltung für einige Zeit in Oldenburg lagern – darunter auch Besucher aus Brasilien. Ein kleines Trostpflaster gibt es also auch für diejenigen, die dieses Wochenende keine Zeit haben.

Von Jennifer Binder

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