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Ostholstein „So ist Windkraft ein großes unternehmerisches Risiko“
Lokales Ostholstein „So ist Windkraft ein großes unternehmerisches Risiko“
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12:46 09.06.2016
Jörg-Ulrich Torff vor den Windmühlen auf seinem Land. Quelle: PM
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Albersdorf

Die Vorplanungen für vier Windmühlen laufen seit acht Jahren. Ob und wann sie gebaut werden und in Betrieb gehen, weiß kein Mensch. Auch der geschäftsführende Gesellschafter Jörg-Ulrich Torff in Albersdorf bei Grömitz tappt im Dunkeln. Das einzige, was er weiß, ist: Die Kosten seiner komplexen Vorplanungen sind bereits vorhanden. Es ist die Rede von einer kleinen sechsstelligen Summe.

„Während eingereichte Gutachten noch beim Land bearbeitet werden, gibt es schon neue gesetzliche Rahmenbedingungen, die es zu bedenken gibt“, erläutert Torff. Der Gang zur Bank für die Finanzierung der Windmühlen sei in diesem Stadium noch fern. Sein Projekt liege wie viele andere auf Eis.

Die Schuld daran gibt er der Politik auf Landes- und Bundesebene. „Wir befinden uns in Schleswig- Holstein vor den Landtagswahlen. Mit einem Mal werden öffentlich Diskussionen geführt um Abstände von Windmühlen zu Wohnbebauungen, die längst rechtlich geregelt sind.“ Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sei der Einzige, der sich genau auf diese Fakten berufe.

Auch der Bundespolitik wirft Torff nur fünf Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima vor, den Energiewende-Kurs nicht konsequent weiter zu gehen und ein unzuverlässiger Partner zu sein. „Auch hier stehen Wahlen an.Windkraft wird instrumentalisiert, um sachferne Interessen zugunsten politischer Mehrheiten zu verfolgen.“

Für ihn bedeute dies Stillstand. So ist nur eine Windkraftanlage – Baujahr 2002 – derzeit in Albersdorf in Betrieb. Grundsätzlich könne die Wertschöpfung von Windkraftanlagen sehr hoch sein. Torff rechnet vor: „Wenn regionale Windparkbetreiber eine 150-Meter-Windkraftanlage vorhalten und in der Kommune die Grunderwerbssteuer abführen, dann kann diese binnen 20 Jahren zwischen 800000 und einer Million Euro einnehmen.“

Daher gelte es aus Sicht der Region zu verhindern, dass die Betreiber Externe seien, die ihre Grundsteuer in ihren Heimatkommunen abführen. Torff befürchtet: „Die großen Energiekonzerne haben in Berlin eine Lobby, drängen nun auch auf den On-Shore-Markt.“ Regionale Windkraftbetreiber hätten es extrem schwer. Vor allem dann, wenn 2017 das neue Ausschreibungsmodel in Kraft trete. Torff: „Dann muss jeder Windmüller ein Netz finden, um seine Energie abführen zu können.“

pm

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