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Ostholstein So landet die Scholle in der Pfanne
Lokales Ostholstein So landet die Scholle in der Pfanne
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21:10 28.07.2018
Nach drei Minuten Bratzeit wendet der elfjährige Lars das Schollenfilet in der Pfanne. Bodo Willert schaut ihm über die Schulter. Quelle: Fotos: Beke Zill
Haffkrug

Eine Aalreuse sowie ein langes Stellnetz sind vor der Bühne ausgebreitet. Auf dem Boden liegen Tampen, in sicherem Abstand hat Bodo Willert einen mobilen Gasherd aufgestellt. Der erste Vorsitzende des Fischereivereins Haffkrug-Sierksdorf-Scharbeutz zeigt die schon filetierten Schollen in einem Eimer. „Die kommen aus meinem Bestand. Bei dem Ostwind konnte ich heute nicht rausfahren zum Fischen,“, erklärt der Sierksdorfer. Die Scholle – unter den Fischern auch Goldbutt genannt – gehört zu den Plattfischen. Beim Sierksdorfer Fischer Wilhelm Gebebauer landen oft Schollen im Netz, wenn er in der Lübecker Bucht fischt. „Und immer mal wieder Aale“, berichtet er. Aber auch Makrelen als Beifang und wenn Saison sei auch Hering.

Bei der „Fröhlichen Aalwoche in Haffkrug dreht sich alles um die Bewohner der Ostsee. Wie die Fische aus dem Meer auf den Teller kommen und was für den Fang benötigt wird, zeigten Fischer Bodo Willert aus Sierksdorf und seine beiden Kollegen den Besuchern auf dem Festplatz.

Willi Prieß aus Haffkrug war Berufsfischer, 40 Jahre lang auf der Ostsee und der Nordsee in Hochsee-Kuttern unterwegs. Seit etwa zehn Jahren sei er Rentner. Der Fisch lässt ihn auch jetzt mit 81 Jahren nicht los. Er zaubert eine Kiste mit alten Erinnerungen und Werkzeugen hervor, unter anderem ein in die Jahre gekommenes und schon etwas rostiges Messer, mit dem er die Fische ausgenommen hat.

Da kein frischer Fang bei den Bedingungen möglich war, kümmert er sich um das Stellnetz. Mit schnellen Handgriffen knüpft er kleine Vierecke ins Netz, die ausgerissen waren. Dafür nutzt er eine Netznadel. „Die Maschen gehen schnell kaputt, oder ein Stein am Grund macht sie kaputt“, erklärt Prieß.

Die Netznadel kommt auch bei Bodo Willert und seinem jungen Helfer Felix zum Einsatz. Der Fischer erklärt dem Fünfjährigen, an welcher Stelle er die Nadel durch die Aalreuse ziehen muss und wie er den Faden richtig knotet. „Du machst das total cool, du wirst bestimmt mal Fischer“, lobt der Experte den Pansdorfer.

Nachdem Willert Felix und auch Lars (11) noch kurz ein paar Knoten gezeigt hat, widmet sich das Trio unter den Augen von ein paar interessierten Zuschauern der Zubereitung der Schollenfilets. „Kaufen Sie immer frischen Fisch“, sagt Willert. Nachdem er die Filets in Mehl gewendet hat, legt er sie in die große Bratpfanne. „Es gibt eine helle und eine dunkle Seite. Die dunkle Seite schmeckt besser“, sagt der Hobbykoch. Beim Wenden nach drei Minuten ist Lars ihm behilflich. „Das sieht aber super aus“, sagt Willert. Am Ende dürfen alle den frisch gebratenen Fisch probieren – und sind begeistert.

Von Beke Zill

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