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Ostholstein Sorge um die Innenstadt
Lokales Ostholstein Sorge um die Innenstadt
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21:42 12.06.2017
Bereits im April schlossen sich die Türen der Fleischerei Renn. Mittlerweile wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Quelle: Fotos: Billhardt

Die Türen sind seit Anfang April bereits verschlossen, das Festnetztelefon abgestellt und auf der Internetseite heißt es „Sorry, diese Website ist leider nicht mehr in Betrieb...“ – am 24. Mai wurde nun das Insolvenzverfahren gegen die Fleischerei Renn aus Oldenburg (Kuhtorstr. 1a), dessen Leitung erst seit Kurzem in neuen Hände lag, beim Amtsgericht in Eutin eingeleitet. Am 6. Juni wurde laut Handelsregister die Gesellschaft aufgelöst.

Insolvenz der Fleischerei Renn ist ein weiterer Anlass, die Stadtentwicklung voranzutreiben.

„Ein attraktives Zentrum ist wichtig. Martin Voigt Bürgermeister

Das Traditionsunternehmen ist damit Geschichte. Im Rathaus blickt man mit gemischten Gefühlen auf die Situation der Wirtschaft. „Ich habe keine Besorgnis um das Gewerbe in Oldenburg allgemein, aber um unsere Innenstadt, so wie andere Städte in der Region auch“, sagt Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) im LN-Gespräch.

Die Stadt habe weniger Laufkundschaft als beispielsweise die Tourismusorte an der Küste und der Internethandel mit seinen stetigen Wachstumsraten würde auch nicht ohne Folgen bleiben. Von der neuerlichen Insolvenz eines Oldenburger Unternehmens – bei Auto Storm (LN berichteten) wird die Arbeit im Gegensatz zur Fleischerei aber weitergeführt – hatte Voigt im Vorfeld keine Kenntnis und hatte dies auch erst durch die Veröffentlichung erfahren. „Früher war der Betrieb ein Magnet, beim Mittagstisch waren die Plätze voll. Es war gut, dass wir dieses Angebot hatten. Ich kann nur hoffen, dass der Leerstand nicht lange andauert. Aber das hängt natürlich auch von den Pachterwartungen der Immobilienbesitzer ab“, sagt der Bürgermeister.

Die aktuelle Entwicklung um den Einzelhandel und der Leerstand sind wichtige Punkte für die Stadt und sollen im neuen Wirtschafts- und Stadtentwicklungsausschuss intensiv beraten werden. Im Raum stehe, so Voigt weiter, ein Stadtmarketing zu installieren, das gemeinsam mit der Wirtschaft versuchen solle, den aktuellen Entwicklungen entgegenzutreten. Man dürfe ein Stadtentwicklungskonzept nicht nur in der Schublade haben, es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, die Innenstadt attraktiver zu gestalten. „Bauliche Maßnahmen zur Stadtentwicklung können allerfrühestens 2018 beginnen, die dann mit einem Marketing zur Belebung beitragen könnten, um so mehr Gäste nach Oldenburg zu holen“, sagt Voigt. Ein attraktives Zentrum sei auch für Einheimische äußerst wichtig, um sich mit ihrer Stadt zu identifizieren. „Doch die Situation bleibt derzeit schwierig.“

Die zwei bisherigen Geschäftsführer der nun ehemaligen Fleischerei Renn wollten sich leider nicht äußern.

Insolvenzverwalterin Ute Nitschke erläuterte: „Die beiden Betreiber haben erst zum Saisonende 2016 die Fleischerei übernommen. Sie hatten aber keine liquiden Mittel mehr zur Verfügung, um die verlustreichen Wintermonaten zu überstehen.“

Im Juli steht noch der Prüfungstermin zum Insolvenzverfahren in Eutin an. Ein Nachnutzer für die Innenstadt-Immobilie wird weiter gesucht, so wie eben auch noch für weitere Geschäftsräume in Oldenburg – speziell in der Kuhtorstraße und in der Schuhstraße.

 Markus Billhardt

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