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Ostholstein Sorge vor gewaltbereiten Fußball-Fans
Lokales Ostholstein Sorge vor gewaltbereiten Fußball-Fans
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00:00 26.10.2012
Ostholstein

Die meisten waren ausgesprochen friedlich. Hunderte Fans von Hannover 96 passierten gestern die Vogelfluglinie. In Bussen oder Kleintransportern, im eigenen Pkw oder im Reisezug. Ihr Ziel: das Europa-League-Spiel im schwedischen Helsingborg am Abend. Die Bundespolizei hatte aber reichlich zu tun.

Denn was bereits Mittwochmorgen in kleiner Besetzung begann, endete nach einer langen Nacht erst gestern Mittag gegen 13 Uhr. Rund 150 Einsatzkräfte stellte die Bundespolizei für diese fast 30-stündige Großkontrolle. Aus traurigem Grund: „Bei den jüngsten Spielen ihres Vereins sind gewaltbereite Fans von Hannover 96 mit teilweise auch für die Polizei überraschenden Angriffen auf Beamte äußerst unangenehm aufgefallen“, betont Gerhard Stelke. Der Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Kiel war schon am Vortag bei der Großübung gegen drohende terroristische Bombenangriffe in Puttgarden (die LN berichteten). Beim gestrigen Einsatz wurde dagegen nichts simuliert. Sondern alles war harte Polizei-Realität im Fußball-Europapokal.

Dabei verlief diese Aktion relativ glimpflich. Weit über 600 Personen wurden kontrolliert, darunter die Insassen aus sieben Bussen und sieben Zügen. In Puttgarden musste zwei Männern die Ausreise über Dänemark nach Schweden untersagt werden. Sie waren mit Schlagstock und verbotener Pyrotechnik unterwegs gewesen.

Fündig wurden die Beamten zudem in Bussen. Sie beschlagnahmten Böller, einen Teleskop-Schlagstock und zwei Messer. Wem sie gehörten, ließ sich nicht ermitteln. Niemand wusste, wie die verbotenen Mitbringsel in den Bus geraten waren. Alle durften weiterreisen.

Stelke beklagt die zunehmende Gewaltbereitschaft von Fußball- Fans. Insgesamt 30 wurden in Puttgarden herausgewunken, die in der Kartei „Gewalttäter Sport“ bereits einschlägige Spuren hinterlassen haben, weil sie in den vergangenen Jahren an gewalttätigen Auseinandersetzungen im Stadion und rund um Fußballspiele beteiligt waren. Stelke: „Für sie gilt kein Reiseverbot, aber sie werden besonders intensiv überprüft.“

Natürlich fielen einige pöbelnde und angetrunkene Fans auf. Die ganz besonders harten Fälle wurden aber oft schon vorher aus dem Verkehr gezogen. Für sie gilt während eines Spieles „ihres“ Vereines ein Ausreiseverbot. Das wird am Heimatort durch die Verpflichtung, sich zu bestimmten Zeiten auf dem Polizeirevier zu melden, konsequent überprüft.

Für die Großkontrolle wurde die Zufahrt zum Fährbahnhof komplett dichtgemacht. Die Fans in den Zügen wurden schon ab Lübeck von Beamten „begleitet“ und kontrolliert. Auch auf Einreisende warf die Bundespolizei gestern einen Blick: Schließlich reisten Fans des FC Kopenhagen über Puttgarden zum Spiel beim VfB Stuttgart.

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