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Ostholstein Sozialkaufhaus „Mehrwert“ ist nach Ratekau umgezogen
Lokales Ostholstein Sozialkaufhaus „Mehrwert“ ist nach Ratekau umgezogen
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21:21 27.06.2013
Von Christina Düvell-Veen
Der 23-jährigen Janina Haack gefiel dieser Couch-Tisch sofort. Sie gehört zu den Stammkundinnen im Sozialkaufhaus. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Der Umzugsstress steckt allen noch ein wenig in den Knochen. Trotzdem sind sie zufrieden mit dem, was sie gemeinsam erreicht haben. Nicht ohne Stolz beobachtet das Team im Sozialkaufhaus „Mehrwert“ das geschäftige Treiben, das täglich in den Räumen an der Hauptstraße 1 in Ratekau herrscht. Seit Anfang des Monats ist der Laden dort geöffnet. Zuvor war die Verkaufsstätte, eine Einrichtung der Diakonischen Gesellschaft für Arbeitsförderung (Digea), in Pansdorf angesiedelt. Da die Gebäude dort aber anderweitig genutzt werden sollen, musste ein neuer Platz gefunden werden. Mit in den ehemaligen Netto-Markt nach Ratekau umgezogen sind auch die Holzwerkstatt und das Team vom Stromspar-Check, das über einen Ausstieg aus der „Energiekostenfalle“ informiert.

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Katharina Sawade (links) und Heike Schmadtke managen das Ratekauer Sozialkaufhaus.

Unzählige Touren mit dem Digea-Laster und noch mehr Kisten, die in Pansdorf ein- und in Ratekau wieder ausgepackt werden mussten, bestimmten lange Zeit die Tagesabläufe der zwölf Bürgerhelfer und -helferinnen und ihrer Unterstützer in der Gemeinde Ratekau. „Zwei Wochen lang hatten wir komplett geschlossen”, berichtete Katharina Sawade (51), Leiterin der beiden Digea-Sozialkaufhäuser in Lensahn und Ratekau. Und Heike Schmadtke (59), Fachabteilungsleiterin in Ratekau, ergänzte: „Es hat ja auch Spaß gemacht. Auf alle Fälle haben wir gesehen, dass wir ein 1-A-Team sind.“

In Ratekau stehen jetzt 600 Quadratmeter Verkaufsfläche und damit etwas mehr als in Pansdorf zur Verfügung. Das Angebot ist so vielfältig, wie es in einem Kaufhaus nur sein kann. Angefangen bei Gläsern für 20 Cent bis hin zu Schränken, für die schon mal 150 Euro verlangt werden, gibt es nahezu alles. „Wir bieten alles Gebrauchsfähige an,was andere Leute ausrangiert haben“, beschreibt Katharina Sawade das Warenangebot. Kunden sind Menschen mit geringem Einkommen. Viele von ihnen sind Hartz IV-Empfänger, anderen wird der Weg dorthin von den Jobcentern empfohlen. „Wir stellen oft Erstausstattungen für junge Familien, für Jugendliche, die von zu Hause ausziehen oder für Menschen, die sich gerade von den Partnern getrennt haben, zusammen“, sagt Heike Schmadtke. Sie hat zuletzt bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, ist gelernte Floristin und hat auch ein paar Semester Sozialpädagogik studiert. Diese Erfahrungen kommen ihr auch in Ratekau zugute, da manche Menschen weniger zum Kaufen als vielmehr zum Erzählen in den Laden kommen. „Das Leben ist hochinteressant“, fasst derweil Katharina Sawade ihre Erlebnisse zusammen.

Neue Ware kann von montags bis freitags abgegeben werden. „Wir nehmen alles Gebrauchsfähige, was andere Menschen nicht mehr haben möchten“, sagt Sawade. Kleine Schäden an Möbeln werden von den liebevoll so genannten „Holzwürmern“ in der eigenen Werkstatt repariert. Gleiches gilt für Räder, die zunächst in die Fahrradwerkstatt kommen. Geschirr und Gläser werden in einer Spülmaschine gereinigt, und Textilien werden gewaschen.

Heike Schmadtke und Katharina Sawade sehen zu, dass möglichst viel verkauft wird, so dass dann etwas Neues angeboten werden kann. Je mehr Einnahmen erzielt werden und je größer das Plus ist, desto größer ist die Chance, dass die gemeinnützige Digea weitere Langzeitarbeitslose einstellt.

Janina Haack (23) hat schon viele schöne Sachen im Sozialkaufhaus gefunden. Auch bei ihrer Suche nach einem Couchtisch, an dem sich ihr acht Monate alter Sohn Jonah hochziehen kann, ohne dass das Möbelstück umkippt, ist sie fündig geworden.

An sechs Tagen in der Woche geöffnet
Öffnungszeiten des Sozialkaufhauses, das sich an der Hauptstraße 1 in Ratekau befindet, sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie an jedem Sonnabend von 10 bis 14 Uhr. Telefonisch zu erreichen ist die Einrichtung unter der Nummer 045 04/607 50 20.
„Wir haben gesehen, dass wir ein 1-A-Team sind.“
Heike Schmadtke, Fachabteilungsleiterin

Christina Düvell-Veen

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