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Ostholstein Speed Painting: Porträt wird versteigert
Lokales Ostholstein Speed Painting: Porträt wird versteigert
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22:20 11.07.2018
Speed Painting: Im Garten hinter dem Senator-Thomsen-Haus entsteht Lars Käkers Bildnis von Ernst Ludwig Kirchner. Quelle: Foto: Schwennsen
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Burg a. F

Sein Auftritt draußen im Park war am Sonntag für viele Stadtfest-Besucher ein echter Hingucker. Speed Painting live – mit großem Handwerkszeug und enormer Geschwindigkeit demonstrierte der Maler, wie sein Bildnis von Kirchner entsteht. Geschützt mit einem Kopfhörer, ließ er sich vom Publikum nicht irritieren. „Ich bin gar nicht da“, scherzte Käker gegenüber dem LN-Fotografen – und malte einfach weiter.

Dieses Porträt des großen Expressionisten ist eine Auftragsarbeit für den Kirchner-Verein, der das Bildnis am Sonnabend, 4. August, ab 18 Uhr versteigern will. Es zeigt einen der wenigen Prominenten, die Käker überhaupt porträtiert hat. Sein Augenmerk gilt vor allem den sozial Ausgegrenzten, die sich selbst eine Auftragsarbeit gar nicht leisten könnten. „Damit dreht er die Hierarchien um“, so Imke Ehlers vom Kirchner-Verein, von der auch die Einführung im Katalog zur Ausstellung „Lars Käker – Ein Grenzgänger des Porträts“ stammt (Solivagus Verlag, 48 Seiten, 12 Euro, für Mitglieder 10 Euro). „Gänsehaut“ habe sie schon beim Aufbau der Ausstellung bekommen: „Wir können nicht weggucken, sie schauen uns an.“ Ähnlich wirken die Porträts der Müllwerker im Nebenraum: Sie stehen im Kontrast zum großen Henry Maske.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke von der Ausstellung auf Fehmarn zu sehen!

Dafür gibt es sogar eine biografische Anekdote. „Junge, wenn aus dir nichts wird, landest du bei der Müllabfuhr“, habe seine Mutter ihm oft vorgehalten, erzählte Käker den LN 2014: „Für mich standen die Müllmänner damit ganz unten in der Nahrungskette.“ Bis er nach Köln zog und von einer Plakat-Kampagne überrascht wurde: „Die netteste Abfuhr, die Sie kriegen können.“ Alles lächelnde Männer.

Käker stellte daraufhin vieles auf den Kopf, machte Ausgrenzungen rückgängig, porträtierte Obdachlose oder Müllwerker.

Ein zweiter Teil der Ausstellung wird am Sonntag, 15. Juli, um 10 Uhr feierlich in der Nikolaikirche mit einem Kunst-Gottesdienst von Pastorin Dr. Susanne Platzhoff eröffnet. Es ist ein Ort, der in der Vergangenheit schon mehrfach für große Kunstausstellungen genutzt wurde. Der besondere Spannungsbogen: Hier hängen Porträts von ausgegrenzten Menschen und bekannten Boxern neben den Bildnissen kirchlicher Würdenträger. Mehr Bilder von Lars Käker finden Sie im Artikel auf unserer Internetseite www.LN-online.de/Ostholstein

gjs

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