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Ostholstein Spektakel: Gesunkene „Dagny“ in Neustadt geborgen
Lokales Ostholstein Spektakel: Gesunkene „Dagny“ in Neustadt geborgen
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22:31 11.10.2014
Die "Dagny" schwebt über dem Hafen. Quelle: Sylvia Blankenburg
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Neustadt

Das war ein Schauspiel, das sich viele Schaulustige aus Neustadt und Umgebung nicht entgehen lassen wollten: Mit Hilfe zweier Lastkräne – jeder mit einer Tragkraft von 200 Tonnen – wurde gestern der vor zwölf Tagen gesunkene Traditionssegler „Dagny“ im Neustädter Hafen gehoben.

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Am frühen Sonnabendmorgen haben die Vorbereitungen für die Bergung des gesunkenen Traditionsseglers "Dagny" im Neustädter Hafen begonnen. Im Laufe des Tages sollte das Museumsschiff an Land gehoben werden.

Dichte Menschentrauben verfolgten entlang der Kaimauer die aufwendige Bergung des Schiffes, bei der die Feuerwehr, das Schwerlastunternehmen Sönke Jordt Krane, die DLRG, die Wasserschutzpolizei, ein Taucherteam, die Schutzpolizei Neustadt, die Firma Lübeck Port Authority sowie die Stadt Neustadt Hand in Hand arbeiteten.

Ab 6.30 Uhr wurde der Verkehr umgeleitet und die Straße „Schiffbrücke“ gesperrt, um den Weg für die Lastkräne freizumachen. Bereits am Vorabend hatten Taucher mit Hilfe eines Kleinkrans Halteseile unter das Schiff gebracht. Die Bergung gestaltete sich dann aber doch aufwendiger als zunächst geplant. Die Arbeiten zogen sich bis in die Nachmittagsstunden hin.

Die Lastkräne mussten zunächst auf engstem Raum in die richtige Position manövriert werden. Als die „Dagny“ dann endlich am Haken hing, wurden Pumpen an Bord gebracht und das Schiff leergepumpt. „Wir wissen nicht, ob das Schiff uns auseinanderbricht“, lauteten zunächst noch die schlimmsten Befürchtungen. Doch das Schiff blieb ganz und konnte schließlich schwimmend zur gegenüberliegenden Kaimauer gezogen werden. Eine weitere Variante, nämlich die 14,6 Meter lange „Dagny“ auf eine Lastschute zu heben und ans andere Ufer zu bringen, konnte damit verworfen werden.

Damit war jedoch erst der erste Teil der Bergung geschafft. Während die Lastkräne wieder abmontiert wurden, um über die Autobahn um Neustadt herum wieder an das andere Ufer zu gelangen (die Tragfähigkeit der Brücke wäre überschritten gewesen), wurde das mit Diesel verunreinigte Wasser mit einem Tankfahrzeug entsorgt. Gegen 15 Uhr konnte die Straße „Schiffbrücke“ wieder für den Verkehr freigegeben werden. Auf der anderen Hafenseite angekommen ging der „Tanz der Lastkräne“ von Neuem los: Wieder mussten die Schwerlastriesen positioniert werden, um die Dagny aus dem Wasser auf einen speziell angefertigten Lagerbock aus Metall vor dem HaGe-Getreidespeicher zu hieven.

Denn das Schiff war nur mittels einer Lenzpumpe an der Oberfläche zu halten. „Die ,Dagny‘ hat einfach zu viel Wasser gezogen. Da blieb uns keine andere Möglichkeit, als das Schiff an Land zu heben“, äußerte sich Klaas Raloff, Leiter des Amtes für gesellschaftliche Angelegenheiten im Anschluss an die Bergungsaktion.

Das Schiff werde in irgendeiner Weise weitere Verwendung finden, so der Amtsleiter. Wie diese Verwendung aussehen könnte, dazu konnte Raloff noch nichts sagen.

Einen „fünfstelligen Betrag“ hat die Aktion gekostet. Die Stadt hofft, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben: „Wir werden sie dem Eigner in Rechnung stellen“, so Raloff.

Warum die „Dagny“ gesunken ist, wird derzeit noch ermittelt. Vermutet wird, dass sie marode war.

Von Thomas Klatt

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