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Ostholstein Das Bananenmuseum soll wieder aufgebaut werden
Lokales Ostholstein Das Bananenmuseum soll wieder aufgebaut werden
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17:48 30.11.2018
Bernhard Stellmacher gibt nicht auf. Das Bananenmuseum will er wieder aufbauen. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Sierksdorf

Auf der Latzhose von Bernhard Stellmacher prangt eine große gelbe Banane. Seine Kleidung riecht nach Rauch. Kein Wunder: Vier Tage nach dem Großbrand auf seinem Grundstück in Sierksdorf durfte der 77-Jährige am Freitag erstmals wieder sein Haus betreten. Wie es im Keller aussieht, weiß er nicht. Die Eingangstür lässt sich nicht öffnen. Durch die enorme Hitze ist sie völlig verzogen. Klar ist, dass viele der mehr als 10 000 Exponate, die dort im Bananenmuseum gelagert werden, hinüber sein dürften. Am 1. Dezember will „Stelli Banana“ damit beginnen, Löschschaum und Wasser hinaus zu pumpen.

Erneuter Schicksalsschlag für „Stelli Banana“

Der Zuspruch nach dem Feuer ist groß. Zahlreiche Nachbarn und Freunde haben ihre Hilfe angeboten, nehmen Anteil an dem erneuten Schicksalsschlag der Familie. Zunächst starb im Frühjahr Bernhard Stellmachers Ehefrau. Es folgten zwei Wasserrohrbrüche. Das Museum musste gesperrt werden. Dann schließlich das Feuer in der Nacht auf den 26. November. Stundenlang kämpften etwa 100 Feuerwehrleute gegen die Flammen, verhinderten ein Übergreifen auf das Wohnhaus des Museumsbetreibers sowie des Nachbarhauses. „Das war eine unglaubliche Leistung der Feuerwehr“, lobt Bernhard Stellmacher.

Der bekannte Ostholsteiner Künstler, der mit seinen oftmals pazifistischen Werken auch häufig aneckt, erzählte jetzt erstmals von der Brandnacht. „Das Glasdach neben dem Haus ist geplatzt. Dadurch bin ich wach geworden. Erst dachte ich, es sei Sturm“, erinnert er sich. Glücklicherweise habe er sich und „Bruno Banani“ – seinen Hund – retten können. Dennoch ist der Schaden enorm. Flammen hätten von außen durch Fenster in Räume hineingeschlagen. Das Schlafzimmer sei zerstört, seine Kleidung wohl unbrauchbar. Etwas besser würden Bad und Arbeitszimmer aussehen. Die Auswirkungen des Rauchs seien aber überall sichtbar.

Spenden nehmen Betreiber in die Pflicht

Dass die Gemeinde und Stellmachers Sohn Paul (auf Facebook) nun Spenden sammeln, ist dem 77-Jährigen unangenehm. „27 Jahre haben wir das Museum immer ohne Zuschuss betrieben. Die Spenden nehmen mich in die Pflicht. Es geht nur nach vorne. Das Feuer wird uns nicht den Mut nehmen“, sagt „Stelli Banana“. Paul Stellmacher ergänzt, dass sie schon seit Jahren keinen Eintritt mehr genommen und es bisher immer so geschafft hätten. Jedoch sei der nun entstandene Schaden ohne Hilfe kaum reparierbar. Zudem sei das Museum nicht versichert gewesen. „So etwas lässt sich nicht versichern“, sagt Paul Stellmacher.

Das Bananenmuseum

Wie schlimm der Zustand des Museums ist, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. „Das Wasser ist noch drin. Es steht da wie in einem Schwimmbecken“, sagt Bernhard Stellmacher. Kartons mit Exponaten hätten sich vollgesogen. Bananen aus Stoff, Poster und viele andere Dinge seien zerstört, oder müssten aufwendig gereinigt werden. Dringend gesucht werde ein Raum, in dem die Ausstellungsstücke trocknen könnten.

Brandsachverständigen waren noch nicht da

Warum es auf dem Gelände gebrannt hat, ist bislang noch unklar. Bernhard Stellmacher sagt, dass es wohl im Bereich des Eingangstors losgegangen sei. Dort gebe es keinerlei Elektrogeräte. „Die Ursache ist sehr rätselhaft“, betont er. Die Brandsachverständigen des Landeskriminalamts waren bislang nicht vor Ort. „Wir wissen nicht, wann die kommen. Man hat uns gesagt, dass die derzeit keine Leute haben“, sagt Paul Stellmacher.

Das Spendenkonto

Die Gemeinde Sierksdorf hat ein Spendenkonto für das Bananenmuseum eingerichtet. Die IBAN lautet: DE 2721 3900 0800 0092 6922. Spender sollten den Verwendungszweck KA 1363 Rettet das Bananenmuseum angeben.

Sebastian Rosenkötter

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