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Ostholstein Spielplatz Ostseeküste: Delfine geben Showeinlage vor Grömitz
Lokales Ostholstein Spielplatz Ostseeküste: Delfine geben Showeinlage vor Grömitz
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09:22 06.01.2016
Fischer Klaus Papke aus Lenste fuhr zum Angeln, und kam mit ganz besonderen Eindrücken nach Hause. Quelle: Erik Janner
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Grömitz

Ganz großes Kino für dutzende Grömitzer Urlauber: Die zwei Tümmler, die sich seit Wochen vor der Küste Ostholsteins tummeln, haben den Neujahrstag vor dem Yachthafen verbracht. „Das war wie im Fernsehen“, ist Fischer Klaus Papke aus Lenste aus dem Häuschen. Er war mittendrin in der maritimen „Choreografie“. Die Delfine sprangen gleichzeitig oder allein immer wieder vor seinem Fischkutter herum. „Über den ganzen Tag ging das so“, erzählt Papke. „Sie wurden wohl von dem Motorengeräusch angezogen und wollten spielen.“

Sie halfen sogar beim Angeln: Nachdem die Tiere einen rund 80 Zentimeter langen Dorsch gefangen und geschüttelt hatten, schwamm dieser an der Meeresoberfläche. „Ich habe ihn dann herausgekeschert und später Filets daraus gemacht“, lacht er. Das Erlebnis teilte er unter anderem mit mehreren Anglern, die vor dem Yachthafen ebenso ihr Glück versuchten. Die Delfine jagten nach Fischen und drehten ihre Runden unter den Booten, die dabei leicht ins Wanken kamen. Die natürliche Show-Einlage vor Ostholsteins Tourismushochburg wäre wohl für viele Menschen unsichtbar geblieben, hätten Schaulustige das seltene Spektakel nicht verfolgt, mit Kameras festgehalten und mit aller Welt geteilt. So staunte der 61-Jährige in den vergangenen Tagen nicht schlecht. „Von allen Seiten kamen die Menschen plötzlich auf mich zu, weil sie mich auf einem Foto bei Facebook gesehen haben.“

Das Bild ist ein Volltreffer: Der Tümmler direkt am Bug des Kutters „Grö 7“ in der Luft. Viele weitere Aufnahmen kursieren im Internet. Zur Kamera griff auch die Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Hans Hackmack“ bei der täglichen Morgenrunde an Deck.

Und Klaus Papke tat sein Übriges: Als er am späten Nachmittag wieder in den Hafen steuern wollte, erlaubte er sich den Spaß und drehte noch zwei lange Schlaufen vor dem Yachthafen mit den Tümmlern im Schlepptau. „Für die 40 bis 50 Leute“, die vom Land aus fotografierten. Die Delfine folgten ihm noch bis ans Ufer in eine Tiefe von zwei bis drei Metern, bevor sie sich verabschiedeten. „Das ist mal was Neues gewesen“, sagt der bärtige Fischer. So etwas habe er noch nie erlebt, mit Ausnahme von drei Schweinswalen vergangenen Sommer. „Aber die sind ja viel kleiner.“

Papke ist Fischer im Nebenerwerb, war an dem Tag aber privat zum Angeln unterwegs. Er hatte mit seinem Kutter seinen Schwiegersohn und neunjährigen Enkel, die in einem kleineren Motorboot saßen, begleitet. „Für meinen Enkel war das natürlich ein echtes Erlebnis“, sagt er. Auch wenn das Angeln dabei eher zur Nebensache wurde. „Wenn‘s neben einem schnorchelt, fängt man nix mehr“, schmunzelt er. Als sein Kutter ruhig liegen blieb, schwammen die Tiere zu den anderen Booten. Kaum war der Motor an, kamen sie zurück. Sechs Dorsche zählte sein Fang am Ende des Tages immerhin — mit delfinischer Hilfe.

„Für die Schaulustigen
im Hafen habe ich eine
extra Runde gedreht.“
Klaus Papke (61), Fischer und Hobbyangler

Irene Burow

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