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Ostholstein Sprache eröffnet Perspektiven
Lokales Ostholstein Sprache eröffnet Perspektiven
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21:12 19.10.2017
Nun ist es offiziell: Azizi Ghulamreza (l.) und Rajab Ali Alizade beherrschen die deutsche Sprache. Quelle: Foto: Saskia Bücker
Eutin

„Deutsch ist nicht wirklich schwer, man muss nur sehr viel üben“, sagt Ghulamreza. Sein Freund Alizade nickt zustimmend. Beim „Lernreich“, einer Initiative des Deutschen Kinderschutzbundes, bereiteten sich die beiden sechs Wochen lang auf den deutschen Sprachtest vor. Während andere Schüler Sommerferien hatten, drückten sie die Schulbank. Denn: „Das Sprachzertifikat ist wichtig für die Behörden“, sagt Ghulamreza.

Dass das Blatt Papier relevant für den Aufenthaltstitel ist, weiß auch Dozent Eike Schlupp. Er unterrichtete die Jugendlichen. Im Kursus sei es nicht nur um Satzbau und Grammatik, sondern auch um alltagspraktische Dinge gegangen. „Die Schüler lernten etwa, wie man eine Bewerbung schreibt oder wie man sich auf eine Wohnungsanzeige meldet“, sagt Schlupp.

Am Ende des Kurses legten die Schüler einen von der Ausländerbehörde anerkannten Sprachtest an der Volkshochschule Oldenburg ab. „Das ist die Eintrittskarte für ein weiteres Leben in Deutschland“, sagt Andrea Belitz. Sie koordinierte den Sommersprachkursus für die geflüchteten Jugendliche.

Ghulamreza will langfristig in Ostholstein bleiben. Als 16-Jähriger kam er hierher, ohne seine Familie aus Afghanistan. Seitdem lebt er in einer von Sozialpädagogen betreuten Wohngruppe in Malente. „Als ich hierher kam, konnte ich noch kein Wort Deutsch sprechen“, sagt Ghulamreza rückblickend. Am Anfang lief noch alles auf Englisch. Heute kann er sich ohne Mühe verständigen. Das hilft Ghulamreza für seine Zukunftspläne: „Ich will meinen Realschulabschluss machen und später als Krankenpfleger arbeiten.“ Lange hing in der Schwebe, ob er in Deutschland bleiben darf. Erst diese Woche kam der Bescheid der Behörde: Er darf.

sbu

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