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Ostholstein Spur führt nach Fehmarn: Pädophiler war Kinderanimateur
Lokales Ostholstein Spur führt nach Fehmarn: Pädophiler war Kinderanimateur
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10:58 30.10.2012
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Ostholstein

Entsetzen auf der Insel Fehmarn: Der international gesuchte Pädophile aus Hamburg, der vergangene Woche im österreichischen Bad Waltersdorf festgenommen wurde (die LN berichteten), hat nicht nur in der Steiermark ausgerechnet als Kinderanimateur gearbeitet. Er war im Sommer 2010 auch auf dem Campingplatz „Miramar“ bei Fehmarnsund tätig. Betreiber Heinrich Klahn (66) reagierte am Wochenende gegenüber der „Bild-Zeitung“ geschockt: „Er hatte sich um die Stelle hier beworben, war immer lustig mit den Kindern.“

Gestern wollte sich der Betreiber zu dem Vorfall nicht mehr äußern. „Herr Klahn ist nicht da und es gibt nichts zu berichten“, bekamen die LN an der Rezeption des Campingplatzes zu hören. Tatsache ist aber: Im August 2010 sprachen die LN bei einer Recherche für einen Bericht über die Arbeit der Animateure auf dem Campingplatz „Miramar“ selbst mit dem jetzt verhafteten Dierk S., der sich damals allerdings „Dirk Teuber“ nannte.

Dierk S. ließ sich 2010 für LN-Artikel fotografieren

Ob Dierk S. zu dieser Zeit bereits straffällig geworden war, ist noch unklar. Jedenfalls ließ er sich bereitwillig für die Zeitung fotografieren, erzählte aus seinem Leben und von seiner Arbeit. Er habe zunächst als Versicherungskaufmann gearbeitet und sei dann über Tätigkeiten als Tanzlehrer und Sporttrainer ins Animationsfach gewechselt, berichtete er. Sein Alter allerdings wollte der gutaussehende Mann, der offensichtlich die Haare gefärbt hatte, aber partout nicht nennen. „Das geht keinen etwas an“, erklärte er damals.

Zu den Jugendlichen und Kindern auf dem Campingplatz hatte „Dirk Teuber“ ein sichtbar gutes Verhältnis. „Man muss schon von Natur aus gut drauf sein, wenn man als Animateur arbeitet“, sagte er damals im Interview. Tanzveranstaltungen und sportliche Angebote lägen ihm besonders am Herzen.

Ein Jahr nach seinem Einsatz an der Ostsee wurde S. im September 2011 vom Landgericht Itzehoe zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der heute 48-Jährige soll sich mehrfach an seiner siebenjährigen Stieftochter vergriffen haben. Der Mann floh jedoch nach seiner Verurteilung mit Auto und Wohnanhänger über Spanien und Österreich nach Italien und wurde laut Bundeskriminalamt (BKA) seither mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht. In einem Themenhotel in der Steiermark kümmerte er sich schließlich vor seiner Festnahme mindestens acht Wochen lang um die Kinderbetreuung. Dort spürten ihn vergangene Woche Kieler Zielfahnder auf. Dierk S. soll zeitweilig in der Nähe von Heide gelebt haben. Derzeit sitzt er in einem Gefängnis in Graz, soll aber nach Deutschland ausgeliefert werden.

Wenn Kinder, die mit ihren Eltern im Sommer 2010 auf dem Campingplatz „Miramar“ die Ferien verlebt haben, in den darauffolgenden Wochen und Monaten besondere Verhaltensauffälligkeiten zeigten, sollten sich die Eltern vertrauensvoll an die örtliche Polizeidienststelle wenden.

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