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Ostholstein Spurensuche am Wrack der „Condor“
Lokales Ostholstein Spurensuche am Wrack der „Condor“
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22:56 08.03.2016
Gespenstisch: In der Dunkelheit tauchte Montagabend die „Condor“ nach knapp zweitägigen Vorarbeiten aus der Ostsee auf. Quelle: Baltic Taucher
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Rostock/Fehmarn

Mitarbeiter der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) haben gestern in Rostock mit der Begutachtung des havarierten Fischkutters „Condor“ begonnen.

„Das ist eine ,alte Dame‘, Baujahr 1943, da muss man vorsichtig sein.“ 

Leiter Jens Pap zur Bergung der „Condor“

Das Wrack des Anfang Februar drei Seemeilen östlich von Fehmarn gesunkenen Schiffs war am späten Montagabend von einem Rostocker Unternehmen aus einer Wassertiefe von 22 Metern geborgen worden. Nach einem Nachttörn über die Ostsee lief Schwimmkran „Sanne A“ mit dem Kutter an Bord vormittags am Tonnenhof in Rostock ein. Die Unglücksursache ist noch vollkommen unklar. Beim Untergang der „Condor“waren der Kapitän und sein Decksmann ums Leben gekommen.

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Das Wrack des vor Fehmarn gesunkenen Kutters "Condor" wird am 8. März 2016 nach der Bergung vom Schwimmkran "Sanne A" nach Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) gebracht.

Die Bergung sei wegen des Alters des Kutters (Baujahr 1943) und der Wassertiefe aufwendig gewesen, hatte Bergungsleiter Jens Pap erklärt. Windböen und hohe Wellen erschwerten die Arbeiten zusätzlich, sodass das Heben der „Condor“ immer wieder verschoben werden musste. Erst in den späten Abendstunden gelang es, den Holzkutter mit dem 45 Meter hohen Schwimmkran „Sanne A“ an die Oberfläche zu befördern. Neben dem Kran waren ein Arbeitsschiff und sechs Taucher seit Sonntagmorgen an der Bergung beteiligt gewesen.

Es kursieren viele Theorien darüber, warum der Kutter gesunken ist — zum Beispiel, weil er überladen gewesen sein könnte. In der Unglücksnacht hatte kein stürmisches Wetter geherrscht, es wurde auch kein Notsignal gesendet. Die BSU- Spezialisten suchen nun in dieser Woche nach konkreten Hinweisen zur Unglücksursache. Dabei werde beispielsweise der Zustand des Rumpfs und der Netze geprüft, ob Luken geschlossen waren und ob Vorwärts- oder Rückwärtsgang eingelegt war, hieß es dazu gestern aus der BSU. Die Auswertungen könnten allerdings ein Jahr dauern.

Auf Fehmarn bleiben der rätselhafte Untergang und die späte Bergung des Fischkutters „Condor“ weiterhin ein Tagesgespräch — und das nicht nur im Heimathafen Burgstaaken. Denn viele Fehmaraner kannten den 52-jährigen Kapitän und seinen 45-jähriger Decksmann, die bei dem mysteriösen Unglück ums Leben kamen, gut. Ob beim Shanty-Festival oder bei zahlreichen Hafenfesten: Die „Condor“ und ihre Besatzung gehörten seit vielen Jahren zum vertrauten Bild im Hafen.

Kerzenlicht am Rande des Spundwand hinter der Fischergenossenschaft Fehmarn drücken bis heute die stille Trauer vieler aus. Denn offen etwas zum Vorfall sagen möchte niemand. Zu groß ist bis heute die Anteilnahme, aber auch die Verunsicherung unter den Fischern: Denn noch weiß niemand, wie es zu dem dramatischen Unfall gekommen ist.

axm/gjs

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