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Ostholstein Stadt Fehmarn aktualisiert den Belt-Forderungskatalog
Lokales Ostholstein Stadt Fehmarn aktualisiert den Belt-Forderungskatalog
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21:27 16.09.2016

Das war dringend überfällig. Seit über einem Vierteljahrhundert ist die feste Beltquerung das beherrschende Thema auf der Insel. Doch ausgerechnet der Forderungskatalog der Stadt Fehmarn, die vom geplanten Belttunnel am stärksten betroffen ist, war in weiten Teilen stark veraltet. Ihre Kernthesen in Richtung Berlin, Kiel und Kopenhagen stammten von 2008, als die Dänen noch ein Brückenbauwerk zwischen Puttgarden und Rødby favorisierten.

Daher hat der Hauptausschuss Fehmarn im Januar eine Arbeitsgruppe gebildet, die diesen Katalog – einschließlich seiner jüngsten Fortschreibung aus dem Jahre 2012 – komplett überarbeiten sollte.

Anders als 2008, wo es noch eine sehr starke, aber auch aufwändige Bürgerbeteiligung in Workshops gab, blieben die Kommunalpolitiker diesmal unter sich.

Jetzt liegt der Entwurf im Bauamt vor, seit Anfang der Woche kann er auch als Pdf-Datei von der städtischen Homepage heruntergeladen werden. Bürger haben somit die Gelegenheit, den neuen Forderungskatalog einzusehen, bei Bedarf aber auch bis 20. September Anregungen vorzubringen.

Die eng bedruckten 22 Seiten sind keine leichte Lektüre. Aber: Die Forderungen fallen in zentralen Punkten präziser als noch vor Jahren aus. Zum Beispiel die Forderung nach neuen Gewerbegebieten direkt an der E 47 (B 207) mit Sonderfördermitteln: Jetzt wird ihre Erschließung direkt an der Schienen- wie Straßenanbindung mit ausdrücklicher Anbindung des Hafens Puttgarden gefordert. Denn die Sorge ist groß, der Fährhafen könnte künftig verkehrstechnisch sehr viel schlechter angebunden sein als der Belttunnel.

Wörtlich heißt es da: „Eine Verschlechterung des Zugangs der Verkehrsströme zum Hafen / der Fährverbindung durch Straße und Schiene ist auszuschließen.“ Die Stadt warnt vor einer „Wettbewerbsverzerrung“. Dabei lässt sie offen, ob der Tiefseehafen Puttgarden in Zukunft möglicherweise auch andere wirtschaftliche Ziele als nur den Fährverkehr verfolgt. Gestrichen wurde dagegen die ausdrückliche Forderung nach einer Autobahnraststätte auf Fehmarn.

Gefordert wird weiter ein besondere Fonds zur Finanzierung des touristischen Verlustausgleiches und neuer Marketingkonzepte. Denn die „Einflussanalyse Tourismus“ von 2012 habe einen dringenden Handlungsbedarf auf Fehmarn ergeben, da ansonsten ein Verlust von etwa zehn Prozent Touristen zu befürchten sei. Diese Zahl stammt nicht von Beltgegnern, sondern sogar aus einer Studie, die Femern A/S in Auftrag gegeben hat.

Ein großes Problem bleibt die Querung der Baustelle über die E 47, wenn sie in Höhe Burg zweispurig ausgebaut wird. „Dies muss mittels einer Behelfsbrücke gewährleistet werden, eine Ampellösung wird ausgeschlossen“, heißt es. Ein weiterer Knackpunkt ist die Sundquerung. Die Stadt pocht auf eine ergebnisoffene Planung einer leistungsfähigen Querung. Eine entscheidende Voraussetzung dafür ist der Erhalt und die Instandsetzung des Wahrzeichens SchleswigHolsteins für den langsamen Verkehr (Fahrradfahrer, landwirtschaftlicher Verkehr oder Pferde) – bei „dauerhafter Kostenfreistellung der Stadt Fehmarn.“

So können sich die Bürger informieren

Eingesehen werden kann der aktualisierte Entwurf noch bis 20. September bei der Stadt Fehmarn, Fachbereich Bauen und Häfen, Ohrtstraße 22, in Burg: Montag 8 bis 13 Uhr, Dienstag, 8 bis 13 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr.

Auf den Internetseiten des Regionalmanagements der Stadt Fehmarn (www.stadtfehmarn.de) liegt der Entwurf als Pdf-Datei vor. Zur besseren Übersicht sind beibehaltene, entfallende und ergänzte Forderungen und Anliegen gesondert gekennzeichnet.

Eine Stellungnahme kann bis spätestens Dienstag, 20. September, im Fachbereich Bauen und Häfen oder im Regionalmanagement im Rathaus abgegeben werden.

 Gerd-J. Schwennsen

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