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Ostholstein Stadt Fehmarn will die Plakatflut auf der Insel eindämmen
Lokales Ostholstein Stadt Fehmarn will die Plakatflut auf der Insel eindämmen
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20:19 12.09.2013
Nicht gewollt: Wildes Plakatieren für Reptilienshow.

Die Saison klingt allmählich aus. Erste touristische Anbieter rüsten ab, Strandkörbe gehen ins Winterlager. Weil die Bundestagskandidaten aber momentan an jeder Straßenecke grüßen, fällt eine Kehrseite der Touristenhochburg Fehmarn diesmal weniger als in den Vorjahren ins Gewicht: Die unschönen Nachwehen der Dauerplakatierung im öffentlichen Raum.

Vergessene Werbeschilder, die nicht wieder abgeräumt wurden, von Woche zu Woche zunehmend zerfleddern — und darauf warten, dass die ersten Herbststürme es schon regeln: Für viele auf der Insel ist das ein Dauerärgernis. Im Bau- und Umweltausschuss ging Vorsitzender Gunnar Mehnert (SPD) jetzt sogar noch einen Schritt weiter: „Zirkus, Insekten, Reptilien — sie begleiten uns an jeder Hauswand.“

Der SPD-Vorstoß, die Plakatwerbung zunächst in Burg, später auch inselweit auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, stieß in den anderen Fraktionen ebenfalls auf Interesse — und bei den meisten auf Zustimmung. Nur: Den „Königsweg“ gibt es noch nicht, so Burkhard Naß, Fachbereichsleiter Bauen.

Gesucht wird ein praktikabler Weg. Ob Doppelstabmatte mit Zaunfunktion oder große weiße Aufsteller — es gibt unterschiedliche Modelle. Hinnerk Haltermann (CDU) plädierte für flexiblere Lösungen, brachte als Clou aber eine Kaution ins Spiel, um dadurch eine größere Chance zu erhalten, dass die Plakate hinterher abgeräumt werden. Christiane Dittmer (FDP) beklagte, dass einige Grundstückseigentümer sogar ganze Gartenzäune als Werbeflächen direkt an der Straße vermieten.

Bislang gelten bei der Stadt Fehmarn bereits einige Vorgaben. Plakate sollen danach maximal zehn Tage vor der Veranstaltung ausgehängt werden dürfen, dabei höchstens zehn Schilder in Burg und zwei je Dorf. Bei auswärtigen Veranstaltungen werden Plakate nur noch bei überregionaler Bedeutung zugelassen: Stadtfeste ja, aber keine Zeltfeten oder Disco-Veranstaltungen. Und: Nur örtliche Betriebe dürfen gewerbliche Plakataktionen starten — etwa bei Jubiläen sowie Sommer- oder Winterschlussverkauf.

Trotzdem kommt es in der Saison immer wieder zu massivem Plakat-Wildwuchs. Auf Antrag von Dr. Helmut Kettler (SPD) soll die Verwaltung jetzt eine neue Gestaltungssatzung vorbereiten, die für die Stadt Fehmarn zudem praktikabel ist. Für diesen Grundsatzbeschluss stimmte der Ausschuss mehrheitlich. Gegenfrage von Claudia Parge (FWV): „Wie kann man Verstöße verhindern?“ Ein lächelnder Mehnert konterte prompt: „In der Regel steht der Urheber auf jedem Plakat!“

Gerd-J. Schwennsen

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