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Stadt Neustadt muss bei Barrierefreiheit nachbessern

Neustadt Stadt Neustadt muss bei Barrierefreiheit nachbessern

Aktionstag sensibilisiert für die Belange von Menschen mit Behinderungen – Zu kurze Ampelphasen, fehlende Sitzgelegenheiten und unzureichende Beschilderung bemängelt.

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An einer Stellwand nahm Mone Böckner die Anregungen und Hinweise für Gefahrenquellen im Stadtgebiet entgegen.

Quelle: Fotos: Thomas Klatt

Neustadt. In Sachen Barrierefreiheit gibt es für die Stadt Neustadt noch eine ganze Menge zu tun. Dieses Fazit konnte man den Ausführungen der Firma „Tollerort“

LN-Bild

Aktionstag sensibilisiert für die Belange von Menschen mit Behinderungen – Zu kurze Ampelphasen, fehlende Sitzgelegenheiten und unzureichende Beschilderung bemängelt.

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„Das Thema Barrierefreiheit betrifft nicht nur alte Leute.“ Mone Böckner

entnehmen, die am Dienstagabend dem Umweltausschuss eine Zwischenbilanz zu diesem Thema unterbreitete. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangten Bürger, die sich am gleichen Tag im Rahmen eines Aktionstages auf dem Neustädter Wochenmarkt zu den kleineren und größeren Hürden im Stadtgebiet äußerten.

Bürgermeisterin Tordis Batscheider (SPD) nahm auf dem Aktionstag, den „Tollerort“ im Auftrag der Stadt initiiert hatte, in einem der bereitgestellten Rollstühle Platz und fuhr damit eine Runde über den Markt. Anschließend wechselte sie zu einer weiteren Runde mit einem Rollator. „Die Wege sind zum Teil abschüssig, da muss man ganz schön gegensteuern“, schnaufte sie nach ihrem Selbstversuch.

Auch Neustadts Bürgervorsteher Sönke Sela (CDU) setzte eine Brille auf, die eine Sehbehinderung simuliert, und machte sich mit einem Blindenstock auf den Weg. Klaus Adler, Sprecher des Kreisbeirates für Menschen mit Behinderungen, legte gleich einen ganzen Anzug an, der Altersgebrechen mithilfe von Manschetten, diffuser Seebrille und Gewichten simuliert. Er stellte fest, dass es zwar eine eben gepflasterte Diagonale über den Marktplatz gebe, diese jedoch an Markttagen mit Wagen zugestellt sei. Tordis Batscheider dazu: „Wenn wir die Wagen entlang der Diagonale aufstellen würden, wären es deutlich weniger Wagen auf dem Markt. Das ginge dann zu Lasten der Vielfalt.“

In einer Befragung der Bürger hätten sich diese zudem mit großer Mehrheit für einen Rundgang um den Markt ausgesprochen. Sie habe großes Verständnis für das Bedürfnis nach Barrierefreiheit, es müssten jedoch auch andere Wünsche der Bürger sowie die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden.

An einer Stellwand nahm indessen Mone Böckner von der Firma „Tollerort“ die Anregungen und Hinweise für Gefahrenquellen und Hürden im Stadtgebiet entgegen. Viele der Klebepunkte prangten auf dem Feld „Sitzgelegenheiten in der Innenstadt“. „Es gibt da zwar schon einige, die aber oftmals nicht altersgerecht sind“, erläuterte Böckner. Bemängelt wurde unter anderem auch die unzureichende Ausweisung öffentlicher Toiletten, die Beschaffenheit von Bürgersteigen oder zu kurze Grünphasen an Ampeln. Insgesamt habe man in Neustadt noch einiges an Barrieren gefunden, resümierte Mone Böckner. „Das Thema Barrierefreiheit ist nicht nur etwas für ältere Leute. Auch junge Mütter freuen sich zum Beispiel, wenn sie einfacher mit dem Kinderwagen die Straße überqueren können.“

Ausgestellt wurden im Rahmen des Aktionstages auch die Pläne für das in der Stadtvertretung noch umstrittene Bauvorhaben an der Oldenburger Straße. Die beiden Häuser nach dem so genannten Kieler Modell sollen barrierefrei gestaltet werden und vor allem auch Wohnraum für Familien mit geringem Einkommen bieten. Sönke Sela dazu: „Wir haben mit Wohnungsbaugenossenschaften in Neustadt gesprochen, die diesen Bedarf an Wohnraum nicht sehen.“

Ganz anders dagegen die Einschätzung der Bürgermeisterin. „Nach dem Wohnungsmarktkonzept der Gewos, das noch vor der Flüchtlingskrise erstellt wurde, gibt es in Neustadt einen Bedarf für 180 kleine, barrierefreie und vor allem auch bezahlbare Wohnungen“, so Tordis Batscheider.

Thomas Klatt

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