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Ostholstein Stadtfest hat immer mehr an Attraktivität eingebüßt
Lokales Ostholstein Stadtfest hat immer mehr an Attraktivität eingebüßt
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20:28 06.11.2013
„Wir wollen mehr Qualität als Kunstledergürtel.“ Heiko Godow (CDU)

Zu viele Fressbuden, zu viele Kleiderstände, zu wenig Leben. Die Eutiner Stadtfeste der vergangenen Jahre haben den Politikern der Kreisstadt immer weniger gefallen. Soll es im kommenden Sommer trotzdem nochmal laufen wie gehabt? Oder ist es möglich, im August 2014 etwas Neues, Frisches auf die Beine zu stellen? Und wie sieht es in 2015/16 aus? Kann ein Stadtfest, gekoppelt mit dem Großflohmarkt, dann vor dem Hintergrund der Landesgartenschau überhaupt stattfinden? Mit diesen Überlegungen plagte sich am Dienstag der Kulturausschuss. Fazit: Die einzelnen Fraktionen wollen sich mit Organisator Helge Nickel kurzschließen und das Thema an den Hauptausschuss abgeben.

„Wir haben ein Problem damit, uns die Landesgartenschau in Konsens mit dem Stadtfest vorzustellen“, sagte Kathrin Pitzner (CDU). Schon 2015 werde die Veranstaltung kaum möglich sein, weil für städtebauliche Vorhaben sicherlich einige Straßenzüge gesperrt werden müssten, ergänzte Parteikollege Matthias Rachfahl. Als Belebung für 2014 brachte er wieder einen Kinderflohmarkt ins Gespräch und regte an, den Vereinen Gelegenheit zu geben, sich auf dem Fest darzustellen.

Das fand auch bei Christiane Balzer (Grüne) Anklang, die vorschlug, den Schwung, den Fahrrad-Initiative und Fairtrade-Stadt mit sich gebracht hätten, zu nutzen. „Das Stadtfest, so wie es jetzt ist, hat nichts mehr mit Eutins Charakter zu tun“, bemerkte sie. Fraktionskollege Dr. Udo Klussmann zeigte sich gewillt, die Veranstaltung mit einem Zuschuss zu bedenken. „Kultur kostet Geld“, argumentierte er. „Wir suchen ja nicht nach Möglichkeiten, weitere Fördermittel zu verteilen, sondern nach Impulsen für neue Formen des Stadtfestes. Wir wollen mehr Qualität als westafrikanische Kunstledergürtel“, entgegnete darauf Heiko Godow (CDU).

Helge Nickel, Organisator und Veranstalter des Festes, das 2014 in sein 30. Jahr geht, wurde im Ausschuss auch ums Wort gebeten. „Was haben Sie an Kritik wahrgenommen, wie stehen Sie dazu?“ forderte ihn der Vorsitzende Hanjo Iwanowitsch (SPD) auf. „In Eutin haben wir nur 20 Prozent Gastronomie, bei anderen Events sind es 80 bis 90 Prozent. Dass wir so viele Textilstände haben, gefällt mir auch nicht — aber ich muss das Fest ja finanzieren. Die Geschäftsleute ziehen leider nicht so mit, dabei ist das Fest ein Schaufenster ihrer Stadt“, so Nickel. Für 2014 brauche er eine schnelle Entscheidung: „Im Januar muss ich die Händler anschreiben.“ Eins legte er dem Ausschuss noch nahe: „Das Stadtfest zieht jedes Jahr immer noch mehrere Zehntausend Besucher an.“

ben

LN

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