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Ostholstein Stadtparkteich Heiligenhafen: Luft soll Schlamm vertreiben
Lokales Ostholstein Stadtparkteich Heiligenhafen: Luft soll Schlamm vertreiben
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20:30 08.03.2016
Thomas Rieken aus dem Bauamt der Stadt erklärt die Arbeitsweise der drei Kompressoren am Stadtparkteich. Quelle: Peter Mantik

Das Problem ist bekannt, die Lösung dafür aber oft kostspielig: Es geht um Dorfteiche, Gewässer, die alle paar Jahre durch Verschmutzung stark verschlammen und dann im Sommer aufgrund einer Sauerstoffarmut „kippen“. Die Folge ist unter anderem Fischsterben. Wie geschehen zum Beispiel auch im vergangenen Sommer im Dorfteich von Damlos. Thomas Rieken von der Stadt Heiligenhafen (Fachbereich Hoch- und Tiefbau) hat für den Stadtparkteich eine kostengünstige und die Natur schonende Alternative gefunden. Mit den LN besuchte er den Teich.

„Die starke Verschlammung ist die Folge von Staub, Blättern, Müll und einer Überdüngung durch die Stare und Krähen“, erläutert Rieken. An diversen Stellen des Stadtparkteichs blubbert es, ploppen Luftblasen an der Wasseroberfläche auf. Man könnte fast vom Whirlpool für Enten sprechen. Die Schnabelträger bekommen diesen Service in den kommenden drei bis sechs Monaten geboten. So lange dauert es, bis der organische Schlammabbau im Weiher komplett vollzogen sein wird.

In einem blauen Container am Rande des Teichs befindet sich das Herzstück der Maßnahme. Drei Kompressoren. „Von diesen führen Schläuche und perforierte Rohre in den See“, erläutert Rieken. Über diese würde Luft in den See gesprudelt. Experten sprechen von linearer Belüftung. „Dadurch können sich Mikroorganismen vermehren, der Schlamm wird quasi aufgefressen. Der Schlamm verwandelt sich in Gase, diese steigen auf.“ Kostenpunkt: 20000 Euro. Das System gehöre der Stadt, sodass bei allen weiteren Maßnahmen dieser Art in den Folgejahren quasi nur die Stromkosten auf die Stadt zukommen. Klaus Dürkop vom Nabu Graswarder sagt zu diesem Vorgang: „Am Zustand wird sich wenig ändern können, weil die Bäume sehr viel Laub abwerfen. Diese Maßnahme hält den Teich einigermaßen im Gleichgewicht.“

Zur herkömmlichen Methode der Ausbaggerung erklärt Rieken: „Dies hätte 100000 Euro gekostet und für die Natur invasive Folgen gehabt.“ Denn beim umfänglichen Aushub wären viele Fische gestorben und im Ökosystem viele Schäden entstanden.

Im Stadtparkteich gibt es Karpfen, Karauschen, Rotaugen, Rotfedern, sogar Hechte und an der Wasseroberfläche jede Menge Geflügel wie besagte Enten. Mit der Belüftung und Entschlammung allein ist es aber nicht getan. Rieken erklärt: „Wir müssen noch das marode Einlaufbauwerk komplett austauschen.“ Zusätzlicher Kostenaufwand: circa 6000 Euro.

Von Peter Mantik

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