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Ostholstein Stadtsanierung: WVE vor der Zerreißprobe
Lokales Ostholstein Stadtsanierung: WVE vor der Zerreißprobe
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21:24 01.03.2017
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Eutin

Wie hast du’s mit der Bürgerinitiative? Diese zentrale Frage der Jahreshauptversammlung der Eutiner Wirtschaftsvereinigung (WVE) wurde hinter verschlossenen Türen beantwortet: Der Vorstand nämlich hatte es im Gegensatz zu den Vorjahren vorgezogen, die Öffentlichkeit erst nach interner Abhandlung einer Reihe von Tagesordnungspunkten zuzulassen. Dazu zählte auch die Abstimmung darüber, ob die WVE die Bürgerinitiative zum Erhalt der historischen Innenstadt unterstützen wolle. 20 Mitglieder votierten in geheimer Wahl dagegen, 13 sprachen sich dafür aus, vier enthielten sich. Der Vorstand, so hatte es der WVE-Vorsitzende Hans-Wilhelm Hagen dargelegt, lehnte den diesbezüglichen Antrag der BI bereits im Vorfeld ab. „Wir wollen das weiter als Innenstadtinitiative betrachten“, sagte Hagen. Gemeinsam mit Thomas Menke wird er als Baustellenmanager zu den Bau- und Planungsgesprächen der Stadt eingeladen und setzt nach eigenem Bekunden bei aller Kritik auf Akzeptanz bestehender Beschlüsse und Dialog. „Alle politischen Parteien außer den Grünen haben signalisiert, dass es Möglichkeiten gibt, bei der Planung abzuspecken. Wir sind auf einem guten Weg, dass die Fortführung der Sanierung nach dem ersten Bauabschnitt Peterstraße überdacht wird“, sagte Menke nach der Versammlung. Ein Ziel sei es, die Aufwertung der Straße Am Rosengarten vorzuziehen.

Gutzeit tritt zurück – Mehrheit der Kaufleute gegen BI-Beteiligung.

„ Man muss die Innenstadt attraktivieren, aber auch den Einkaufs- zentren Platz einräumen.“ Finn Pitzner

Kaufmann

Wie es indes mit der BI weitergehen wird, war nach der Sitzung nicht auszumachen. Eine Konsequenz des Abstimmungsergebnisses war der Rückzug von Initiator Marcus Gutzeit aus dem WVE-Vorstand. Dies sei eine für den Fall des Scheiterns bereits vorab überlegte Entscheidung, erklärte der „Brauhaus“-Wirt, der auf den Rückhalt durch die WVE gehofft hatte. Mit seinen Mitstreitern Alexander Scholz und Thorben Junge werde er das weitere Vorgehen besprechen. Für die Zulassung des Bürgerbegehrens steht noch die Kostenschätzung der Stadt aus. Dazu wird am Freitag ein Treffen mit dem Bürgermeister stattfinden. Er werde Mitglied der WVE bleiben und sich weiterhin engagieren, betonte Gutzeit. Der Vorsitzende Hans-Wilhelm Hagen reagierte bedauernd auf Gutzeits Ausscheiden aus dem Vorstand: „Nach so einem Abend gibt es Enttäuschung. Es braucht etwas Zeit, dann werde ich versuchen, sie alle zu uns ins Boot zu holen“, sagte er auf Anfrage zum Zerwürfnis innerhalb der WVE. Als positives Beispiel für eine geglückte Versöhnung nannte Hagen den bewältigten Konflikt zwischen Innenstadt und sogenannter grüner Wiese, den Einkaufsmärkten in der Peripherie.

Der jedoch scheint nicht für alle gelöst. So ließ sich Thomas Menke in der Versammlung zu dem Satz hinreißen: „Der Feind sitzt nicht im Rathaus, sondern im Internet und auf der grünen Wiese.“ Eine Provokation für Kaufmann Finn Pitzner: „Protektion wendet sich stets zum Nachteil des Protegierten, Herr Menke.“ Gemeint war die im Rahmen des Einzelhandelskonzeptes beschlossene Förderung der Innenstadt. „Offiziell gibt es da keinen Konflikt, die WVE beschäftigt sich nicht mehr damit“, erklärte Pitzner den LN auf Nachfrage. Man müsse parallel fahren. „ Man muss die Innenstadt attraktivieren, aber auch den Einkaufszentren Platz einräumen, sonst sind wir alle abgehängt.“

Klaus Hoth verabschiedete sich nach 32-jähriger Vorstandsarbeit und 19 Jahren als Vorsitzender mit der eindringlichen Mahnung zur Geschlossenheit: „Wir müssen alles daran setzen, dass die WVE nicht gespalten wird.“

Astrid Jabs

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