Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Stadtvertreter treffen sich mit dänischen Belttunnel-Planern
Lokales Ostholstein Stadtvertreter treffen sich mit dänischen Belttunnel-Planern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:03 09.11.2017
Wenn die Schienen-Hinterlandanbindung gebaut wird, bleibt Fehmarn voraussichtlich vier Jahre vom Bahnverkehr abgekoppelt. Quelle: Fotos: Schwennsen
Fehmarn

Es ist eine Informationsveranstaltung, um den Stand der Planungen, aber auch die Positionen im Forderungskatalog der Stadt Fehmarn gegenüber Kopenhagen, Berlin und Kiel zu besprechen.

Der Belttunnel bleibt für Fehmarns Politiker ein heißes Eisen. Seit 2005 gilt der Beschluss der Stadtvertretung, in dem die geplante feste Beltquerung abgelehnt wird. Dennoch trifft sich die Stadtvertretung am Montag, 13. November, hinter verschlossenen Türen mit Femern A/S.

Zugesagt hat von Femern A/S Projektdirektor Claus Dynesen.

Die nicht-öffentliche Zusammenkunft beginnt um 17 Uhr im „Senator-Thomsen-Haus“ in Burg. Laut Tagesordnung, die den LN vorliegt, geht es unter anderem um eine Investitionsvereinbarung für den Marienleuchter Weg, das geforderte Schallschutzgutachten für den Belttunnel sowie die Einsetzung eines Verkehrs- und Tourismuskoordinators.

Eine ganz andere, nicht minder wichtige Baustelle bleibt für die Stadt das Zusammenspiel mit der Bahn. Wiederholt haben Bürgermeister Jörg Weber (SPD) und Regionalmanager Jürgen Zuch den schleppenden Informationsfluss beklagt – wie zuletzt mehrfach bei der Einrichtung von Baustellen auf der Sundbrücke.

Das größte Sorgenkind aus Sicht der Stadt ist derzeit, dass Fehmarn beim Ausbau der Schienentrasse in Ostholstein voraussichtlich vier Jahre gänzlich zum Zugverkehr abgehängt und mit einem – von vielen Kritikern als unattraktiv eingestuften – Schienenersatzverkehr vertröstet wird. Im Hauptausschuss Fehmarn zürnte SPD-Fraktionssprecher Heinz Jürgen Fendt: „Wenn dann gleichzeitig auch noch der Autobahn-Ausbau läuft, sollen wir dann mit alle mit dem Hubschrauber fliegen?“

In der Einwohnerfragestunde forderte Hendrick Kerlen vom Aktionsbündnis, dies nicht einfach hinzunehmen: „Die Bahn könnte den Verkehr auch auf einem Gleis weiterlaufen lassen. Natürlich ist es so für die Bahn viel einfacher, dann kann sie ungestört an der Strecke bauen.“ Als „unbefriedigend“ wertete Weber zudem Aussagen vonseiten der Bahn, aber auch von Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) auf der jüngsten Regionalkonferenz in Oldenburg. Von künftig 86 Nahverkehrszügen bis nach Neustadt, aber nur 20 bis nach Fehmarn sei dort die Rede gewesen. Weber: „In Neustadt hört Ostholstein doch nicht auf!“

Er will sich daher mit seinen Amtskollegen im Nordkreis kurzschließen. „Wir leben in einem bevölkerungsarmen Gebiet“, betonte Ausschuss-Vorsitzende Margit Maaß (CDU). Unüberhörbar war die Anspielung auf einen O-Ton von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Widerstand gegen den Belttunnel, der vielen Fehmaranern bitter aufgestoßen ist.

Nachholbedarf sieht Weber schließlich bei der Kommunikation mit dem Land. Mehrmalige Anläufe der Stadt, den neuen Verkehrsminister Buchholz nach Fehmarn einzuladen, blieben bislang erfolglos. Jetzt will Weber über den Parlamentarischen Abend des Dialogforums in Kiel einen neuen Versuch starten.

 Von Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!