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Ostholstein Stallpflicht statt Geflügelschau: Keine Ausstellungen im Norden
Lokales Ostholstein Stallpflicht statt Geflügelschau: Keine Ausstellungen im Norden
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20:28 21.11.2016
Sievert-Halle in Eutin, Oktober 2015: Damals konnten die Züchter – hier Torsten Nagel mit einer Strasser-Taube – die Tiere stolz präsentieren. FOTOS: LATZ

Die Kreisverbandsschau Ende Oktober in der Eutiner Sievert- Halle ging noch über die Bühne, die Landesschau in den Holstenhallen in Neumünster, die fürs vergangene Wochenende geplant war, nicht mehr: Auch die Geflügelzüchter, die ihr Federvieh überwiegend als Hobby halten, bekommen die Auswirkungen der Geflügelpest zu spüren. „Jetzt ist Ausstellungszeit“, sagt Torsten Nagel, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig- Holsteinischer Rassegeflügelzüchter und Inhaber des Zoofachhandels „Vogelwelt“ in Eutin. „Aber die Schauen fallen vermutlich alle aus.“

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Landesvorsitzender Nagel hat Verständnis für die strengen Maßnahmen.

Die Lage sei „sehr ernst zu nehmen, und es werden voraussichtlich in den nächsten zwölf Wochen keine Genehmigungen für Schauen erteilt werden“, lautet ein Hinweis auf der Internet-Seite des Verbands. Allein bis Ende 2016 listet der „Schaukalender“ noch 21 Termine im nördlichsten Bundesland auf – die nicht stattfinden werden. „Das ist, als würde sich ein Sportler ein Jahr auf einen Wettkampf vorbereiten, der dann abgesagt wird“, erklärt Nagel. Zudem sei Geflügel aus dem Norden, egal ob es aus Sperrbezirken stammt oder nicht, in anderen Bundesländern nicht erwünscht: „Zur Bundesgeflügelschau in Rheinberg durften Tiere aus Schleswig-Holstein nicht anreisen, das hat der Veterinär vor Ort entschieden.“ Nagel hat dafür Verständnis: „Wenn man nichts macht und etwas passiert – wer sollte die Verantwortung übernehmen?“

Zumindest sei die Geflügelpest nicht im Sommer, während der Zuchtzeit, aufgetreten, gibt Nagel zu bedenken, „dann hätten wir wohl ein noch viel größeres Problem gehabt“. Die etwa 3000 Züchter in Schleswig-Holstein, die dem Landesverband angehören und meist zwischen fünf und 20 Tiere besitzen, waren aber in den vergangenen Wochen auch so reichlich beschäftigt. Neben der Stallpflicht gilt es vor allem, die vom Landwirtschaftsministerium vorgegebenen Regeln zur Desinfektion einzuhalten. Desinfektionsmatten vor dem Stalleingang auslegen, Schutzkleidung beim Betreten des Stalls tragen, kein Futter aus dem Freien verwenden, Fremden keinen Zutritt zum Stall gewähren: Das sind einige Punkte aus dem Maßnahmen-Katalog.

Daran hält sich selbstverständlich auch Torsten Nagel, wenngleich er Tauben züchtet, die bislang von der Geflügelpest nicht betroffen waren. „Man muss zusehen, dass man seine Tiere gut unterbringt“, erklärt er. „Wir haben ja Freude daran, besondere Rassen zu züchten.“ Deswegen kann er auch nicht nachvollziehen, dass einige Züchter ihre Tiere aus Vorsorge schlachten: „Warum haben sie sie dann überhaupt gehalten?“

Eutin ist Beobachtungsgebiet, vermutlich bis Ende dieser Woche, schätzt Nagel. Wird dieser Status aufgehoben, dürfen die örtlichen Züchter ihre Tiere zumindest wieder transportieren. Die Stallpflicht werde aber deutlich länger bestehen bleiben, glaubt der Geflügel-Experte. Er fährt morgen nach Erfurt, zur deutschen Rassetaubenschau, 22500 Tiere sollen dort gezeigt werden.

Nagels „Kölner Tümmler“ können nicht dabei sein, aber er ist immerhin als Preisrichter im Einsatz. Ist er optimistisch, was die Zukunft der schleswig-holsteinischen Züchter angeht? „Ja, natürlich“, sagt Torsten Nagel, „daran muss man doch glauben.“

Sabine Latzel

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