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Ostholstein Startschuss für Online-Petition zur Rettung der Sundbrücke
Lokales Ostholstein Startschuss für Online-Petition zur Rettung der Sundbrücke
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12:27 08.07.2016
Starten Online-Petition: Jörg Josef Wohlmann, Andreas Herkommer und Heinz Jürgen Fendt (v. l., vor Sundbrücken-Aquarell). Quelle: Schwennsen

Ganz offiziell wurde sie vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages als Petition 66260 veröffentlicht.

„Stoppt den vorsätzlichen Zerfall der Sundbrücke.“ Jörg Josef Wohlmann, SPD Fehmarn

Es ist offizieller Akt mit einem auf den ersten Blick sperrigen Titel. Doch er hat es in sich. Denn das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie die DB AG werden aufgefordert, den „vorsätzlichen Zerfall der Fehmarnsundbrücke sofort zu stoppen“ und zugleich deren Verkehrssicherheit bis 2030 zu gewährleisten.

Unter dem Titel „Streckenführung im Bereich der Deutschen Bahnen...“ lesen sich herbe Vorwürfe Richtung Berlin. Angemahnt wird, dass sich die DB AG „ganz billig aus ihrer Verantwortung ziehen möchte“. Konkret: Befürchtet wird, dass die Bahn versuche, den „point of no return“ zu erreichen und danach keine Sanierung oder Gewährleistung der Verkehrssicherheit bis 2030 mehr möglich sei. Auch der Bundesrechnungshof schlage Alarm: Bahn, Bund und Straßenbauverwaltung des Landes vernachlässigten die Sundbrücke seit Jahrzehnten. Im geheimen Papier wird nicht ausgeschlossen, dass die Brücke notfalls wegen Baumängeln gesperrt werden müsste: „Fehmarn hätte dann keine Verbindung mehr zum Festland“. Dagegen hat die DB in dieser Woche einen Stau in der Instandhaltung dementiert, außerdem sei die Brücke bis 2030 fit (die LN berichteten).

Für die SPD Fehmarn, die sich über die Partei hinweg von allen Insulanern, vor allem aber auch Urlaubsgästen Unterstützung erhofft, ist die Petition eine große Herausforderung. Denn die Zeichnungsfrist endet am 28. Juli. Bis dahin muss ein Quorum von 50 000 erreicht werden, damit das Anliegen im Deutschen Bundestag aufgegriffen werden kann. Fraktionssprecher Heinz Jürgen Fendt:

„Doch auch wenn wir ,nur’ 20 000 erreichen, ist das eine große Hausnummer.“

Dass es nicht aussichtslos ist, zeigt die jüngste Kurskorrektur. Auf Intervention durch Bettina Hagedorn (SPD), Vorsitzende im Rechnungsprüfungsausschuss, prüfen Bund und Bahn nun als fünfte Variante auch den Erhalt der alten Sundbrücke. Ortsvorsitzender Andreas Herkommer spricht von einer „Herzensangelegenheit“ der Fehmaraner, ihren „Kleiderbügel“ zu erhalten. Laut Jörg Josef Wohlmann ist eine erneute „Elefantenrunde“ auf Fehmarn bislang gescheitert – nicht an der Bahn, sondern am Verkehrsministerium.

• Die Petition kann jetzt unter https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2016/_06/_14/Petition_66260.html aufgerufen werden.

Eine Bildergalerie gibt es online unter www.LN-online.de/Fotos, mit Detailbildern von Jörg Josef Wohlmann zu den Schwachstellen der Sundbrücke.

 Gerd-J. Schwennsen

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