Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Startschuss für die Sturm-Saison
Lokales Ostholstein Startschuss für die Sturm-Saison
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 25.10.2012
Ostholstein

Der Himmel verdunkelt sich. Erste Regentropfen fallen hinab. Der Wind wird frischer. Böen sausen heran. Ein Sturm zieht auf. Es ist Herbst. Das Wetter verändert sich. Die Sturmsaison im Kreis Ostholstein beginnt. Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des Deutschen Wetterdienstes (DWD), bezeichnet die Gegend zwischen Travemünde und Fehmarn als eine der „windigsten Ecken“ in Deutschland. „Am allerwindigsten ist es an der Westküste in Richtung Sylt. Danach kommt schon Ostholstein – sieht man einmal von einigen hohen Bergen in Süddeutschland ab.“

Ein Grund dafür, warum der Wind in Ostholstein so kräftig weht, ist die flache Landschaft. „Die meisten Sturmtiefs ziehen über die Nordsee nach Skandinavien und zur Ostsee. Wir liegen also sehr nah dran. Zudem gibt es wenig Hindernisse in der Landschaft. Das hat zur Folge, dass der Wind über dem Festland kaum abschwächt und somit deutlich stärker bleibt als über anderen Landkreisen“, sagt Andreas Friedrich.

Zu den bekanntesten Stürmen zählen „Kyrill“, „Jeanette“ und „Lothar“. Alle drei hinterließen in weiten Teilen Deutschlands Spuren der Zerstörung. Allein das Orkantief „Kyrill“ forderte im Januar 2007 nach Angaben von Andreas Friedrich elf Todesopfer im Land. Zudem gab es Versicherungsschäden in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro. Ostholstein kam glimpflich davon. Allerdings wurde ein Feuerwehrmann aus Timmendorf bei einen Einsatz von einem herunterstürzenden Ast verletzt. „Einen so starken Sturm gibt es nur alle zehn bis 20 Jahre“, sagt Friedrich.

Doch wie entstehen eigentlich Stürme oder gar Orkane mit Windgeschwindigkeiten, die Bäume ausreißen und Dächer abdecken können? Diplom-Meteorologin Alina Voß von Wetterwelt, einem Kieler Unternehmen mit NDR-Wettermann Meeno Schrader als Geschäftsführer, erklärt: „Auf der Erde gibt es mehrere Temperaturzonen. Über Europa treffen sich die Luftmassen der polaren Regionen und der gemäßigten Breiten. Im Sommer liegt diese Temperaturgrenze weit im Norden von Europa.“ Danach ziehe diese Luftmassengrenze über die Ostseeküste hinweg. Dabei entstünden Temperaturunterschiede, die wiederum zu Druckunterschieden führten. „Je größer der Druckgradient ist, desto stärker weht auch der Wind, der versucht, die Druckgegensätze auszugleichen. Daher gibt es bei uns ab dem Herbst oft stürmischen Wind“, sagt Alina Voß. Andreas Friedrich ergänzt: „Stürme entstehen in den Kampfzonen zwischen Warm und Kalt.“

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist laut Andreas Friedrich aber, dass es im Herbst mehr stürmt als im Winter. „Die höchste Wahrscheinlichkeit, dass es stürmt, gibt es in den Monaten Dezember, Januar und Februar.“ Die Wahrnehmung vieler Menschen ist eine andere. Nach einem langen Sommer wirke der Wind oft sehr stark, so Friedrich. Im Winter hätte sich die Bevölkerung dann an die steife Brise gewöhnt.

Wie windig die kommenden Wochen und Monate werden, kann Andreas Friedrich nicht sagen: „Das weiß kein Meteorologe der Welt. Die Atmosphäre lässt sich nicht in die Karten schauen. Wir können nur wenige Tage vorausschauen. ,Kyrill’ konnten wir zum Beispiel sechs Tage vorher erkennen.“

Unklar ist auch, ob es in Zukunft mehr Stürme geben wird, als in den vergangenen Jahren. Die Durchschnittswindstärke soll „laut Berechnungen der Klimamodelle in den nächsten 60 Jahren um circa zehn Prozent ansteigen“, informiert Alina Voß. Somit könne auch einer Zunahme von Stürmen oder deren Intensität nicht ausgeschlossen werden.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Dunkelsdorf hat ein Unbekannter mehrfach auf die Hunde von Familie Grohe geschossen. Jetzt ist ein Hund verschwunden, der andere schwer verletzt. Die Polizei ermittelt.

25.10.2012

Oldenburg – Immer wieder machen skrupellose Langfinger der Friedhofsverwaltung zu schaffen. Appelle nützten bisher nur wenig.

25.10.2012

Heiligenhafen – Die Orte der lokalen Tourismusorganisation Wagrien präsentierten jetzt ihren Urlaubskatalog für das Jahr 2013. Darin werden Unterkünfte und Veranstaltungen gezeigt.

24.10.2012