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Ostholstein Statt Erholungsurlaub: Für die DLRG an die Ostsee
Lokales Ostholstein Statt Erholungsurlaub: Für die DLRG an die Ostsee
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20:25 05.08.2016
Das DLRG-Team in Weissenhäuser Strand ist für einen insgesamt 3,8 Kilometer langen Küstenabschnitt zuständig. Quelle: hfr

Als Schüler verbrachte Felix Hoffmann zum ersten Mal den Sommer als Rettungsschwimmer an der Ostsee. Sein Plan sei es gewesen, jedes Jahr einen neuen Strand kennenzulernen, erinnert er sich. Doch 2002, in seinem dritten Jahr, lernte er die Wachstation in Weissenhäuser Strand kennen – und ist ihr seither treu. Bis heute opfert der inzwischen 35-jährige Arzt aus Duisburg jedes Jahr seinen Sommerurlaub, um dort die Küste zu bewachen. Seit Kurzem ist er sogar Vorsitzender einer neu gegründeten DLRG-Ortsgruppe Weissenhäuser Strand.

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Neue Ortsgruppe in Weissenhäuser Strand gegründet – Einige Mitglieder kommen schon seit vielen Jahren jeden Sommer an die Küste.

19 Mitglieder aus ganz Deutschland hat der Verein. Um alle Wachstationen in seinem Zuständigkeitsbereich besetzen zu können, braucht es laut Abschnittsleiter Rainer Lehmkuhl jedes Jahr insgesamt 87 Freiwillige. 3,8 Kilometer lang ist der Strandabschnitt, für den der pensionierte Finanzbeamte verantwortlich ist.

Doch wenngleich die neue Ortsgruppe noch längst nicht alle Schichten von Mitte Mai bis Mitte September allein abdecken kann, so sei ihre Gründung doch eine große Erleichterung, betont Lehmkuhl. Sei jemand aus der Ortsgruppe als Wachleiter zugegen, garantiere das geordnete Abläufe und einen Ansprechpartner, der sich auskenne. Das sei von Vorteil für Rettungsschwimmer, die noch sehr jung oder zum ersten Mal in Weissenhäuser Strand seien, zugleich aber auch für Urlauber, die sich mit allen möglichen Fragen an die DLRG wenden würden.

„Wir möchten einen festen Stamm an Rettungsschwimmern für unser Wachgebiet aufstellen“, sagt Marcel Mittelbach, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe. Der 27-Jährige steht zugleich der DLRG in seiner Heimat Waltrop (Nordrhein- Westfalen) vor und hat von dort schon einige Rettungsschwimmer an die Ostsee „mitgebracht“.

Ein Erholungsurlaub sei die Zeit an der Küste zwar nicht, gibt Dr. Felix Hoffmann zu, aber trotzdem „eine willkommene Abwechslung, bei der man den Kopf frei bekommt“. Seine Erfahrung als Arzt sei auch für den Wachdienst am Strand von Vorteil – letztendlich verbringe man als Rettungsschwimmer jedoch mehr Zeit mit der Suche nach „verlorengegangenen“ Kindern als mit medizinischen Notfällen. Auch Jugendarbeit spiele eine große Rolle: Es könne eine Herausforderung sein, aus einer Horde wilder 16-jähriger Rettungsschwimmer eine Gemeinschaft zu machen, erzählt er schmunzelnd.

Zu diesem Zweck organisiert er auch für die Abende regelmäßig ein Freizeit-Programm für seine Wachmannschaft. Die Einrichtungen des Ferienparks – in dem die Truppe untergebracht ist – dürfen dafür alle genutzt werden. „Das ist natürlich super“, sagt Hoffmann, „und Essen und Unterkünfte sind auch richtig gut.“

Weissenhäuser Strand sei ein „Glücksgriff“ gewesen, sagt Marcel Mittelbach. Er sei vorher noch an keiner anderen DLRG-Station an der Ostsee gewesen – „und ich habe auch nicht vor, woandershin zu fahren“.

Heute Strandfest mit Kinderprogramm

Angebote für Kinder bis zum Alter von etwa 14 Jahren gibt es heute bei einem Strandfest in Weissenhäuser Strand. Direkt vor der DLRG-Hauptwache an der Seebrücke organisiert das Rettungsschwimmer-Team zusammen mit der Firma Nivea von 14 bis 17 Uhr ein vielfältiges Programm. Unter anderem wird eine Hüpfburg aufgebaut, es gibt einen Spieleparcours, und das richtige Verhalten am und im Wasser wird erläutert.

• Weitere Infos zur DLRG Weissenhäuser Strand gibt es unter www.whs.dlrg.de.

Jennifer Binder

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