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Lokales Ostholstein Von Groß Parin nach Abu Dhabi
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17:04 06.10.2018
Stefanie  Lutz, 37, aus Groß Parin, nimmt an den Special Olympic  World Games im März 2019 in Abu Dhabi teil Quelle: Privat
Groß Parin/Abu Dhabi

Abu Dhabi, dieses ölreiche Fleckchen Erde am Persischen Golf, scheint für viele Verheißung und Traum aus 1001 Nacht zugleich zu sein. Für Stefanie Lutz aus Groß Parin ist es aber viel mehr als das. „Mit Abu Dhabi erfülle ich mir einen ganz großen Traum“, verrät die 37-Jährige, „es ist mein Lebenstraum.“ Klar, Stefanie Lutz wird dort auch ein bisschen Zeit für Sightseeing haben und vielleicht auch für einen Abstecher in die Wüste , aber das meint sie nicht mit „Lebentraum“, sondern das hier: Im März 2019 wird die junge Frau dort für Deutschland bei den Special Olympics World Games an den Start gehen. Alle vier Jahre finden diese ganz speziellen Olympischen (Sommer) Spiele statt. So wie die „normalen“ Olympischen Spiele auch, an welche sich immer direkt die Paralympics anschließen. Also die Spiele für Teilnehmer mit einem körperlichen Handicap. Dass es aber auch Olympische Spiele gibt für Sportler mit einem mentalen Handicap, „das ist einfach nicht so bekannt“, erklärt Sabine Lutz – Mutter von Stefanie. „Geistig behinderte Sportler haben leider keine so große Lobby.“ Deswegen wüssten viele überhaupt nicht, „was für enorme Leistungen diese Menschen bringen können“, fügt Sabine Lutz hinzu.

Stefanie Lutz hat sich für die Special Olympics Games in Abu Dhabi 2019 qualifiziert

Seit knapp 20 Jahren rollt Stefanie Lutz auf ihren Skatern temporeich über die Bahnen dieser Republik. Sie trainiert mit Betreuung durch die Vorwerker Diakonie Lübeck. „Sie ist so unglaublich motiviert, ehrgeizig und positiv gestimmt“, beschreibt die Mutter ihre Tochter, „wenn sie an den Start geht, dann will sie gewinnen und ist immer überzeugt davon, dass es ihr gelingt.“ Und das sei auch so mit Blick auf Abu Dhabi. Stefanie Lutz, eine von insgesamt nur vier deutschen Roller-Skatern, die sich für Abu Dhabi qualifiziert haben, weiß ganz genau, dass sie reelle Chancen hat, sogar eine olympische Medaille mit nach Hause zu bringen.

Wettkampferfahrung hat Stefanie Lutz jedenfalls eine Menge. Und meistens lag sie mit ihrer Überzeugung, dass es gelingen kann, richtig. Seit viele Jahren schon nimmt sie regelmäßig an Wettbewerben teil, auch an Special Olmypics Deutschland – zuletzt in diesem Sommer in Kiel. Hier ist Stefanie Lutz dreimal über drei verschiedene Distanzen an den Start gegangen. Ihre Bilanz: Dreimal Gold.

Egal, welcher Wettkampf das, ist, verrät ihre stolze Mutter, „Stefanie holt eigentlich immer eine Medaille, und meistens ist es Gold.“

Im Training befindet sich die junge Frau aus Groß Parin eigentlich immer. Aber so langsam wird für Abu Dhabi das Pensum ein wenig hochgefahren. Stefanie Lutz hat – wie jeder Leistungssportler – einen Trainer an ihrer Seite. Und demnächst noch einen Bundestrainer extra, denn Anfang November beginnt ein mehrwöchiges Trainingslager in der Nähe von Frankfurt am Main für alle Abu Dhabi-Teilnehmer aus Deutschland.

Alles, was zu regeln ist für Abu Dhabi, ist geregelt. Die Eltern von Stefanie, Sabine und Dieter Lutz, werden live im Stadion ihrer Tochter die Daumen drücken – so, wie viele anderen Eltern von Teilnehmern egal welcher Olympischen Spiele auch. Stefanie wird ein paar Tage vor ihren Eltern nach Abu Dhabi fliegen in einem extra Flugzeug, mit dem alle 161 Athleten aus Deutschland mit ihren Trainern und Betreuern anreisen werden.

Special Olympics Games

Sind die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Sie sind vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt. Gegründet wurde diese Special Olympics-Bewegung 1968 von Eunice Shriver, deren ältere Schwester Rosemary Kennedy nach einer Lobotomie selbst behindert war.

Die Special Olympics Weltsommerspiele 2019 finden vom 14. bis 21. März zum ersten Mal in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Abu Dhabi wird dabei Schauplatz für Wettbewerbe in 25 Sportarten sein. Mehr als 7000 Sportler aus aller Welt gehen dort an den Start. Deutschland wird mit 161 Athleten – acht davon aus Schleswig-Holstein – vertreten sein.

Sabine und Dieter Lutz freuen sich schon sehr auf diesen speziellen Wettkampf. „Diese Atmosphäre bei einem solchen Wettkampf, die ist so speziell“, erklärt Sabine Lutz, „das muss man mal selbst erlebt haben, denn man kann das gar nicht beschreiben. Bei den Special Games ist es so, dass auch die, die nicht gewonnen haben, sich ehrlich freuen können, dass der andere gewonnen hat. Diese Menschen sind in der Lage, sich wirklich für einen anderen zu freuen.“ Das sei ganz und gar nicht selbstverständlich auf dieser Welt. Doch in den Welt der Special Games „ist das ganz normal, und deswegen ist das schon was Besonderes“, betont Sabine Lutz.

Doreen Dankert

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