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Ostholstein Steinwarder wird Tempo-30-Zone
Lokales Ostholstein Steinwarder wird Tempo-30-Zone
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10:35 19.02.2018
Ordnungsamtleiter Kuno Brandt (v. l.), Bauamtsleiter Roland Pfündl, Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) und Timo Gaarz (CDU). An dieser Stelle an der Dammbrücke soll es einen sicheren Fußgängerüberweg geben. Quelle: Foto: Pm
Heiligenhafen

Die neue Regelung gilt zunächst bis Ende des Jahres. Im November soll es dann ein Gespräch darüber geben, inwieweit die Maßnahme erfolgreich verläuft, und beraten werden, ob es Anlass zu weiteren Veränderungen gibt. Heiligenhafens Ordnungsamtleiter Kuno Brandt erklärte: „Zunächst hatten wir Tempo 30 nur in einem kleinen Teilbereich, jetzt wird das Tempolimit auf den gesamten Steinwarder erweitert.“ Dies sei das Resultat aus einer zweiten Verkehrszählung. Brandt: „Durch die neuen Hotels, die Flaniermeile am Marina-Strand-Resort sowie der neuen Binnensee-Promenade hat sich der Verkehr stark erhöht.“

Es seien viele Autos, Radfahrer und auch Fußgänger gezählt worden. Daher würden nun zusätzlich zu Tempo 30 auch drei sichere Fußgängerüberwege installiert werden. Bauamtsleiter Roland Pfündl skizziert die aktuellen Verkehrszahlen: Bei einer 24-Stunden-Zählung im August 2017 seien mehr als 12000 Fahrzeuge am Ballungspunkt vorn an der Brückstraße auf dem Steinwarder gezählt worden.

Davon mehr als 100 Lkw, was überraschend viel sei. Mehr als 17000 Fußgänger hätten obendrein an der Kreuzung die Steinwarderstraße überquert. Diese Daten hätten auch die Genehmigungsbehörde beim Kreis überzeugt. Einen großen Anteil an der Verkehrberuhigung soll laut Brandt auch der stellvertretende Landrat und örtliche CDU-Chef Timo Gaarz haben: „Er hat sich bei diesem Thema stark eingebracht.“ Gaarz wiederum hob die Gesamtleistung von Stadt, Kreis, Polizei und Politik hervor.

Der Unfall-Tod der kleinen Leni (9) im vergangenen Jahr könnte einen Einfluss auf das aktuelle Ergebnis gehabt haben. Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) sagte: „Wir wollen unseren Verkehr so sicher wie möglich machen.“ Der Fall Leni sei seiner Meinung nach ein Grund dafür, dass es jetzt die Zone 30 auf dem Steinwarder gebe. Klar ist: Die Stadt Heiligenhafen hatte den Antrag auf eine 30er-Zone schon kurz vor dem tödlichen Unfall an den Kreis gestellt. Und: Die Fahrerin des Pkw muss sich nun vor dem Gericht verantworten. Ihr wird zur Last gelegt, die Geschwindigkeit nicht angemessen reduziert zu haben. Leni war beim Überqueren des Steinwarder vom Pkw erfasst und tödlich verletzt worden.

Beim Ortstermin gestern auf dem Steinwarder waren sich alle Anwesenden aber auch einig, dass es zu einem Unfall wie bei Leni an jeder Straße hätte kommen können. Dennoch sei allen auch klar, dass der Steinwarder ohne Verkehrsberuhigung eine große Gefahr darstelle. Mehr Urlauber und damit auch eine zunehmende Zahl an Autos und Fahrrädern sei eine ernstzunehmende Gefahrenquelle, der nun adäquat begegnet werde.

 Von Peter Mantik

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