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Ostholstein Sigrid Jürß erneut durchgefallen
Lokales Ostholstein Sigrid Jürß erneut durchgefallen
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19:33 27.09.2018
Sigrid Jürß (FWE) ist zum zweiten Mal mit ihrer Bewerbung als zweite stellvertretende Bürgermeisterin gescheitert. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Das nennt man eine krachende Niederlage. Zum zweiten Mal ist Sigrid Jürß mit ihrer Bewerbung als zweite stellvertretende Bürgermeisterin gescheitert. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft Eutin (FWE) erhielt in geheimer Wahl nur acht Stimmen. Das dürften ihre eigene und die ihrer Fraktionskollegen gewesen sein. Zwei Stadtvertreter enthielten sich, 24 weitere stimmten mit Nein.

Das Debakel für die nach der Wahl sichtlich angeschlagene Sigrid Jürß hatte sich angekündigt. Nachdem sie im Juni auf der konstituierenden Sitzung der Stadtvertretung in Abwesenheit bei der Wahl knapp gescheitert war (damals hatten ihr Grüne, SPD und FDP die Zustimmung versagt, zwei CDU-Vertreter enthielten sich, die anderen wählten Jürß), setzte sie am Mittwochabend zu einer Erklärung an. Sie wolle zu den im Juni vorgebrachten Anschuldigungen Stellung nehmen, sagte Jürß.

Die Wähler hätten sie am 6. Mai für würdig befunden, als Stadtvertreterin zu wirken. Diese seien für sie maßgeblich. Sie listete auf, was ihr SPD, FDP und die Grünen, insbesondere deren Vorsitzende Monika Obieray, im Juni angekreidet hätten. Man habe ihr Kommentare unterhalb der Gürtellinie vorgeworfen, ihr vorgehalten, sie habe andere persönlich angegriffen und verletzt, sie habe menschenverachtende Äußerungen gemacht und Stadtvertreter als korrupt bezeichnet. Letzteres habe sie zu keiner Zeit getan, beteuerte Jürß.

Jürß weist menschenverachtende Äußerungen zurück

Dass es in der Zeit des zweiten Bürgerentscheids zum Haus des Gastes, als sie als Sprecherin der damaligen Bürgerinitiative fungierte, hoch hergegangen sei, räumte sie ein. „Vielleicht verständlich aus der Vorgeschichte heraus, als man uns Steine ohne Ende in den Weg gelegt hat.“ Sie gab zu, kritische, klare Äußerungen gemacht zu haben, „aber diese sind nicht gleichzusetzen mit ,menschenverachtend’.“ Vor der Verwaltung und der Selbstverwaltung in ihren demokratischen Funktionen habe sie großen Respekt, versicherte die FWE-Stadtvertreterin. Sie sei der festen Überzeugung, über die notwendigen persönlichen und fachlichen Voraussetzungen für das Amt zu verfügen. „Deshalb kandidiere ich heute erneut“, sagte Sigrid Jürß.

Als erster Fraktionsvorsitzender trat danach Matthias Rachfahl (CDU) ans Rednerpult. „Sie haben recht, Sie sind in erster Linie den Bürgern in der Stadt verpflichtet. Aber auch dem Amt. Und wir müssen Vertrauen haben in die Person, die das Amt vertritt. Die CDU hat dieses Vertrauen in Sie nicht.“

Monika Obieray betonte, sie nehme „keinen Satz“ zurück. Ihr gehe es nicht um Sigrid Jürß als Stadtvertreterin, aber um demokratische Werte, nach denen gehandelt werde. Nach ihrer Einschätzung habe die FWE-Vertreterin auch in ihrem Verhalten gegenüber der Verwaltung keine Veränderung gezeigt. Er hätte sich gewünscht, dass sie vielleicht eine Entschuldigung vorgebracht hätte, sagte Jens-Uwe Dankert (FDP). Ihm fehle Ver- und Zutrauen. „Gerade nach Ihrem heutigen Auftritt werden wir Sie nicht wählen“, verkündete er. Hans-Georg Westphal (SPD) vermisste bei Jürß Respekt und verwies darauf, dass das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin ein Ehrenamt sei.

Unflätige Kommentare von der Tribüne

Die heftige Reaktion aus der FWE ließ nicht auf sich warten. Gerd Heiligenstühler sagte: „Ich bin entsetzt. Das ist Blockdenken. Ich dachte, wir leben in einer Demokratie. Es tut mir leid, mit diesen Fraktionen zusammenarbeiten zu müssen, aber ich werde es tun.“ Von der Tribüne gab es laute, unflätige Kommentare von FWE-Mitgliedern.

Die Auseinandersetzungen setzen sich bei der Diskussion um die Eilentscheidung des Bürgermeisters in Sachen Eutin GmbH und die Bestellung von Martins Klehs zum zweiten Geschäftsführer fort. Gerd Heiligenstühler eckte bei den anderen Fraktionen damit an, dass er sagte: „Wir haben hier doch keine türkischen Verhältnisse.“

Ulrike Benthien

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