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Ostholstein Stieleiche, Spitzahorn und Flatterulme
Lokales Ostholstein Stieleiche, Spitzahorn und Flatterulme
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20:33 21.04.2016
Der Parasit dringt bis ins Holz vor, verursacht eine Infektion der Leitungsbahnen und führt so schleichend zum Sterben des Baums. Quelle: Fotos: Benthien

Sein Name klingt niedlich, sein Erscheinen endet tödlich. Das Falsche Weiße Stängelbecherchen bedeutet für Eschen das Ende. In den Landesforsten Schleswig-Holstein sind bereits zigtausende Bäume wegen des Pilzbefalls gefällt worden. In der Försterei Wüstenfelde wurden bei Neukirchen auf mehreren Teilflächen — insgesamt 1,5 Hektar — vor rund 30 Jahren gepflanzte Eschen abgeräumt.

Diese Bäume ersetzen abgestorbene Eschen in der Försterei Wüstenfelde.

Seit 2012 ist Revierförster Alexander Decius im Amt, „da hatte das Eschensterben schon eingesetzt“. Die Pilzerkrankung ist durch Sporenverbreitung aus dem Baltikum gekommen. Durch kleinste Verletzungen an Ästen und Blättern — es reicht ein Blattabriss bei Sturm — dringt der Pilz in den Baum ein und schädigt die Versorgungsleitungen in Ästen und Wurzeln. Äußerlich erkennbar ist der Befall durch schüttere Kronen und vertrocknende Blätter und Zweige. „Die Eschen trocknen von oben ein und kippen schließlich um“, sagt der Förster. Fünf bis zehn Jahre ziehe sich das Sterben hin.

Möglichkeiten zur Bekämpfung gibt es derzeit nicht. „In Wüstenfelde wird es in knapp zehn Jahren keine Eschen mehr geben“, so Decius.

Reine Eschenbestände sind eher die Ausnahme, Eschen sind meist nur Mischbaumart. Bei Neukirchen hat der Förster jetzt Stieleiche, Spitzahorn und Flatterulme anpflanzen lassen, die ebenso wie die Esche auf feuchten Böden gedeihen. „Aber es gibt keine Baumart, die die Esche mit ihren Eigenschaften ersetzen kann“, äußert er. Ein großes Problem bekommen dadurch Stielmacher, die für ihre Werkzeugstiele biegsames, langfaseriges Holz benötigen.

Zwischen 2000 und 3000 Bäume sind im Herbst vergangenen Jahres bei Neukirchen gefällt worden, schätzt Alexander Decius. Für einen gesunden Baum mit einer Stammstärke von 60 Zentimetern hätte er zwischen 600 und 700 Euro erzielen können. Die jetzt gefällten Eschen, die in Brusthöhe einen durchschnittlichen Durchmesser von 25 Zentimeter hatten, können nur noch als Brennholz für 50 Euro pro Stück abgegeben werden.

Zwei bis drei Jahre alt sind die jetzt gepflanzten Setzlinge. Mit einem Pflanzbohrer haben drei Arbeiter 50 Zentimeter tiefe Löcher gebohrt, vier weitere die Minibäume eingesetzt und festgedrückt.

Das geht schnell, je nach Gelände und Größe der Pflanzen bringt ein Mann zwischen 60 und 120 Stück in der Stunde in den Boden. Rund 13500 Euro kostet die Ersatzanpflanzung. ben

LN

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