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Ostholstein Stillstand in der Peterstraße: Telekom kassierte Zusage ein
Lokales Ostholstein Stillstand in der Peterstraße: Telekom kassierte Zusage ein
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18:16 03.03.2016
Stillstand in der verlängerten Peterstraße: Ob und wie hier eine Treppe gebaut werden wird, ist zurzeit vollkommen offen. Quelle: Fotos: Benthien

Die CDU-Fraktion hatte für die nächste Sitzung des Bauausschusses (10. März) bereits einen Antrag auf sofortigen Baustopp gestellt. Aufgrund der aktuellen unklaren Situation wolle die CDU die Baumaßnahme neu diskutieren, so Fraktionsvorsitzender Matthias Rachfahl, der als Begründung „Probleme mit der Telekom und weitere Mehrkosten“ angeführt hatte. Weitere Erläuterungen zu dem Antrag und Alternativvorschläge würden in der Ausschusssitzung folgen. Er sagte gestern: „Es ist nicht klar, ob die Treppe zur Landesgartenschau fertig sein wird. Wenn nicht, können wir das Fass nochmal aufmachen.“

Die Treppe am westlichen Ende der Peterstraße hat in den vergangenen Monaten für reichlich Wirbel gesorgt.

Nach Auffassung von Monika Obieray gibt es jetzt nur zwei Möglichkeiten: „Eine kleine Treppe oder gar keine.“ Letzterem werde ihre Fraktion keinesfalls zustimmen. „Es geht nicht, dort gar nichts hinzusetzen. Das bringt nur einen minimalen ökonomischen Vorteil. Wir müssten eine Stützmauer bauen, den Übergang zur Straße gestalten, vermutlich ein Geländer anbringen, alles bepflanzen.“ Außerdem seien dann Fördermittel zurückzuzahlen: „Mühlenberg und Treppe waren eine Gesamtmaßnahme. Der Mühlenberg ist nur wegen der Treppe ausgebaut worden.“ Auch gehöre der Stadt der bestehende Durchgang unter dem Pflegeheim Protalis hindurch zur Bahnhofstraße nicht, es gebe lediglich ein Wegerecht, erinnerte sie.

„Eine Treppe bis zur Landesgartenschau können wir uns abschminken.“

Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz

Erst nach langem Hin und Her hatte der Bauausschuss sich Anfang Dezember für eine amphitheaterartige Treppen-Variante entschieden, selbst für die Wahl des roten Klinkers war eine Sondersitzung erforderlich gewesen. Rund 150000 Euro sollte die Treppe in dieser Ausführung kosten. Ob die bestellten Steine storniert werden können, ob die vorproduzierten Betonteile bereits fertig sind — es gibt viele offene Fragen.

Mit der Telekom werde erneut verhandelt, erklärte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU), der von einem „wankelmütigen“ Verhalten sprach. Probleme mit dem Unternehmen galten eigentlich als beigelegt, nachdem der Telekom freier Zugang zu einem zunächst vom Planungsbüro nicht berücksichtigten Schacht zugesichert worden war. Nach einer Umplanung der Treppe — die sich danach nach zwei Stufen in Aufgänge rechts und links teilt, in der Mitte eine Aussparung für den Schacht, damit Mitarbeiter dort zu diversen Leitungen einsteigen können — hatte die Telekom keine Einwände mehr erhoben und dies auch per Mail erklärt. So hatte es die Verwaltung im vergangenen November im Bauausschuss berichtet. Nach diesen neuen Entwicklungen steht für Schulz fest: „Eine Treppe zur Landesgartenschau können wir uns abschminken.“ Mit Betonung auf eine. Dass das für mit der Bahn anreisende Gäste vielbeschworene „Empfangs-Portal zur LGS“ erstmal wegfalle, findet der Bürgermeister nicht beeinträchtigend: „Der Haupteingang zur Stadt ist doch vorhanden, und er ist behindertengerecht.“

Nach Ansicht der CDU-Fraktion gehört jetzt alles nochmal auf den Prüfstand: „Wir müssen über Finanzierung, Fördermittel, mögliche Rückzahlungen, Regressforderungen reden. Wenn wir statt der breiten eine kleine Treppe oder gar nichts bauen, sollten wir den Protalis-Durchgang aufhübschen.“  ben

LN

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