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Ostholstein Bürgermeisterin Julia Samtleben ist seit 100 Tagen im Amt
Lokales Ostholstein Bürgermeisterin Julia Samtleben ist seit 100 Tagen im Amt
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14:39 12.09.2018
Julia  Samtleben (SPD,38) ist seit 100 Tagen als Bürgermeisterin von Stockelsdorf im Amt.   Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Das Jahr 2018 ist noch lange nicht zu Ende, aber fest steht schon jetzt, dass es für Julia Samtleben ein Jahr sein wird, das gekennzeichnet ist vom Begriff Neubeginn. Das gilt auch in gewisser Weise für die Gemeinde Stockelsdorf. Sowieso gehören Julia Samtleben und Stockelsdorf seit diesem Jahr zusammen – und das ist die bedeutendste Sache zum Thema Neubeginn. Julia Samtleben hat am 11. März mit einem hauchdünnen Vorsprung die Bürgermeisterwahl in Stockelsdorf gewonnen, hat ihren Dienst als Verwaltungschefin am 1. Juni angetreten und zieht jetzt nach 100 Tagen in Amt Bilanz.

Stockelsdorfs neue Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) ist seit 100 Tagen im Amt – ein Rückblich im Bildern.

10 Wochen zwischen Wahl und Dienstantritt

Zwischen der Wahl am 11. März und ihrem Dienstantritt lagen zehn Wochen. Für Urlaub und Erholung? So manch ein Stockelsdorfer hat aus diesen Gedanken kein Geheimnis gemacht. Doch darüber kann Julia Samtleben nur schmunzeln. „Ich musste und wollte meinen alten Job gut über die Bühne bringen“, erklärt die Juristin, „und dort die neue Datenschutzverordnung auf den Weg bringen. Man will ja schließlich im Guten gehen, und das ist mir auch gelungen.“ Bis Ende Mai hat Julia Samtleben also noch in ihrem alten Job in einer großen Hamburger Firmengruppe gearbeitet. Nebenbei haben Julia Samtleben und ihr Mann Oliver für sich und die beiden Kinder (8 und 5 Jahre) mit Hochdruck ein Haus in Stockelsdorf gesucht. Und fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Julia Samtleben in diesen zehn Wochen Termine in der Gemeinde wahrgenommen – bei der schicksalsgebeutelten Feuerwehr Horsdorf zum Beispiel. Und Julia Samtleben hat sich vor ihrem Amtsantritt auch zu einem intensiven Gespräch mit ihrer Vorgängerin Brigitte Rahlf-Behrmann getroffen.

Voller Terminkalender vom ersten Tag an

Seit Dienstantritt im Stockelsdorfer Rathaus „ging es dann auch gleich voll los“, sagt Julia Samtleben. Voller Terminkalender, viele Abendtermine und auch viele Termine an den Wochenenden. Die neue Bürgermeisterin war auf Versammlungen von Feuerwehren, Vereinen und Repräsentantin der Gemeinde bei etlichen Veranstaltungen. Allein bis Ende Dezember stehen fast täglich auch abends Termine in ihrem Kalender. Vor allem die Feuerwehren und die Dorfschaften stehen auf dem Plan. Die Faustregel lautet, ein Bürgermeister hat nur zehn freie von 52 Wochenenden pro Jahr inklusive der Urlaubswochen. Doch Julia Samtleben bleibt ganz gelassen und sagt unaufgeregt: „Ich habe gewusst, dass das so kommt, und auf was ich mich einlasse, und auch meine Familie hat das gewusst.“ Und die studierte Juristin sagt, dass sie das alles schon gewusst habe, bevor sie sich zur Kandidatur für das Bürgermeisteramt entschieden hat.

Bereits einige Projekte angeschoben

Als nach der Stimmenauszählung am 11. März klar war, dass Julia Samtleben ins Stockelsdorfer Rathaus einziehen wird, hat sie ihren Plan für ihr neues Amt nach ganz oben auf ihre Prioritätenliste gesetzt. „Das Wichtigste war für mich, mir zuallererst einen Überblick über die Abläufe in der Verwaltung und wie genau das alles funktioniert, zu verschaffen, denn das ist wichtig, wenn man von außen kommt“, erklärt Julia Samtleben, die von der freien Wirtschaft in die Verwaltung gewechselt ist. Und nach 100 Tagen kann die neue Bürgermeisterin sagen: „Das ist mir auch gelungen. Ich muss aber auch sagen, dass ich sehr gute Mitarbeiter habe in der Verwaltung.“ Doch Julia Samtleben kennt jetzt nicht nur die Verwaltungsabläufe, sondern hat als Rathauschefin in den ersten dreieinhalb Monaten ihrer Amtszeit etliche Gespräche, öffentliche Termine und Sitzungen absolviert und auch schon so einige Dinge ins Rollen gebracht. Dass die durch ein Feuer sozusagen ausgebrannte Feuerwehr Horsdorf eine Sanierung mit Dorfgemeinschaftshaus-Anbau bekommt zum Beispiel. Oder dass Bewegung in die Entschärfung der Verkehrssituation an der Gefahrenkreuzung Ravensbusch gekommen ist. „Aber wir als Gemeinde sind bei einigen Sachen wie festen Blitzern, Geschwindigkeitsbegrenzung oder Änderung der Ampelschaltung auch von anderen Behörden abhängig“, erklärt Samtleben und fügt ihren Unmut darüber hinzu, „dass das alles noch viel zu schleppend geht und dass es nicht sein kann, dann man solange wartet, bis da erst wirklich was passiert und ein Kind an dieser Kreuzung zu Tode kommt.“ Und Julia Samtleben verspricht: „Ich werde nicht locker lassen, bis wir da eine vernünftige Lösung erreicht haben!“

Wahlversprechen vom Umzug bereits eingelöst

A propos Versprechen – Julia Samtleben hat kein Problem, sich daran messen zu lassen. Im Wahlkampf hat sie versprochen, ihren Wohnsitz von Prisdorf bei Pinneberg nach Stockelsdorf zu verlegen. Innerhalb der ersten 100 Tage, nämlich Anfang August, hat Familie Samtleben ihr neues Hause in Eckhorst bezogen. Und auch die versprochene Gemeinderundfahrt hat bereits stattgefunden. Einige Teilnehmer bei der Rundfahrt zeigten sich überrascht, dass die neue Bürgermeisterin, die vorher überhaupt keine Verbindungen in die Großgemeinde hatte, sich inzwischen schon so gut auskenne hier. Auch an dieser Stelle muss Julia Samtleben wieder schmunzeln und sagt zurückhaltend, aber selbstbewusst: „Ja, ich kenne mich schon recht gut aus in der Gemeinde.“ Und zwar auch auf den Dörfern, über die ihre regelmäßige Fitnessroute mit dem Rennrad führt. Und deswegen weiß Julia Samtleben auch zum Beispiel solche Dinge, dass die Malkendorfer im Sommer oft genervt sind von den vielen Autofahrern, die auf dem Weg von und zur Küste die Route über die Dörfer nehmen, statt in den Stau auf der Autobahn zu geraten.

Ränkespiele in der Politik

Ein Gefühl für die Verwaltung hat die gebürtige Jamaikanerin, Tochter deutscher Entwicklungshelfer, jetzt. Und eins für die Stockelsdorfer Politik inzwischen auch. „Hier in Stockelsdorf geht man noch sehr vernünftig miteinander um“, stellt Julia Samtleben fest – auch nachdem die CDU-Grünen-Mehrheit vor ein paar Tagen gerade ihren Antrag im Hauptausschuss durchgeboxt hat, die Wertgrenze für die Auftragsvergabe der Bürgermeisterin von 100 000 auf 50 000 Euro zu kürzen. „Ränkespiele gehören zur Politik dazu“, findet Julia Samtleben, „das ist ganz normal, solange es im Rahmen bleibt.“ Unterm Strich, sagt sie über ihre ersten 100 Tage im Amt, „ist es genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“. Und auch, dass der CDU-Grünen-Antrag kommen wird, habe sie schon lange vorher gewusst. „Das erschwert nur unsere Verwaltungsarbeit, von daher ist der Antrag unschön, denn es gibt viel zu tun in der Verwaltung, aber wir sind hier ein gutes Team.“

Es gibt eigentlich nur eine Sache, die Julia Samtleben aus Zeitgründen aktuell auf der Noch-nicht-erledigt-Liste stehen hat: einmal mit ihrem Rennrad von Eckhorst über die Dörfer an die Ostsee fahren, reinspringen, und wieder zurückfahren. „Das mache ich dann aber ganz sicher 2019.“

Doreen Dankert

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