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Storchen-Tragödien versetzen Grube in Aufregung

Grube Storchen-Tragödien versetzen Grube in Aufregung

Lothar Adloff hat die dramatische Storchen-Saison in Grube dokumentiert – und sie ist noch nicht vorbei . . .

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Da waren es noch zwei Storchen-Junge. Meister Adebar hatte kurz zuvor aus Nahrungsmangel das erste Junge getötet. Die wochenlange Trockenheit sorgte für absoluten Notstand.

Quelle: Adloff/hfr

Grube. Tragödien spielen sich ab rund um das Haus „Avalon“ in Grube. Im Nest von Meister Adebar ist nichts, wie es früher einmal war. Revierkämpfe, Partnerwechsel, eine dramatische Rettungsaktion und sogar Todesopfer skizzieren eine Storchensaison, die wohl in die Geschichte Grubes eingeht.

LN-Bild

Lothar Adloff hat die dramatische Storchen-Saison in Grube dokumentiert – und sie ist noch nicht vorbei . . .

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Die Storchensaison beginnt ganz harmlos Anfang April, als das Männchen in Grube am Nest eintrifft. Drei Tage später folgt das Weibchen. Die Situation spitzt sich zu, als ein weiteres Pärchen am Himmel auftaucht und sogar noch ein weiterer Einzelgänger dem Gruber Paar das Nest streitig machen will. Es kommt zu heftigen Attacken. Adebar verteidigt Haus und Hof gegen die Eindringlinge. Als es dann klappert, scheint ein Happy-End in Sicht. Drei Junge schlüpfen am 5. und 6. Mai.

Doch schon nach zwei Wochen wird klar: Hier stimmt etwas nicht. Die Futtersuche gestaltet sich schwierig, die Trockenheit macht sich bemerkbar. Das Männchen schafft statt nahrhafter Mäuse Notnahrung wie Fische, eine Schlange und Pferdeäpfel heran. Am 7. Juni sind die Jungen stark unterernährt, eines liegt schwach im Nest. Adebar packt es sich, rüttelt, schüttelt, bis es vorbei ist. Unschöne Szenen. Am Ende liegt es tot auf dem Boden. Am 9. Juni wiederholt sich diese traurige Tat.

Jetzt lebt nur noch ein Mini- Storch, der ebenfalls entkräftet ist. Doch Vater Adebar ist mit einem Mal weg. Das Weibchen, nun allein im Nest, kann das Junge nicht ernähren. Das kleine Ding bekommt gar nicht so richtig mit, als es von Wehrführer Volker Langbehn vom Hubwagen aus in einer Rettungsaktion in eine Pappschachtel gelegt wird (die LN berichteten). Erst im Vogelpark Niendorf ist es Stunden später wieder bei Bewusstsein. Zeitgleich wird das Männchen völlig zerzaust in Riepsdorf an einem Teich gesichtet. Daheim in Grube herrscht Chaos.

Das Ganze hat etwas von einer täglichen Soap, ist fast wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ im Vorabendprogramm. In Grube überträgt die Webcam bewegte Bilder auf den Monitor im Dorfmuseum. Und dann wäre da ja noch Lothar Adloff. Der Heiligenhafener hält seit 2011 vom Logenplatz unterm Dachboden vom Haus „Avalon“ alles fest, was im und um das Nest herum passiert. Mit 800er-Objektiv und Videokamera ausgerüstet, entgeht ihm nichts. Es entstehen spektakuläre Aufnahmen, die auch wissenschaftlich von Bedeutung sein dürften. Denn so nah wie der 77-Jährige dürfte kaum jemand über Jahre hinweg das Verhalten der Störche beobachtet und aufgezeichnet haben.

Das dramatische Jahr der Störche in Grube – es ist noch nicht vorbei. Es hat wieder geklappert. „Nachdem der Herr im Hause verschwunden war, verging kaum ein Tag, als zwei junge Männchen kamen. Wir haben die Paarung mit einem der beiden Neulinge gut beobachten können“, erklärt Conny Schlief, die Adloff die Möglichkeit bietet, die Tiere von ihrem Haus aus zu studieren. Beide glauben, es sei gut möglich, dass es noch ein zweites Mal Storchen-Nachwuchs gibt. Doch damit wäre gleich das nächste Drama programmiert. Denn die Störche verlassen Europa in Richtung Süden bereits Ende August. Bei einer Brutzeit von 31 Tagen wären die Jungen dann gerade einmal ein paar Wochen alt – und wahrscheinlich viel zu schwach für die lange Reise.

Es scheint, als müsste Langbehn ein zweites Mal eingreifen . . .

Peter Mantik

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