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Ostholstein Strandspa: Beliebte Trainerin muss gehen
Lokales Ostholstein Strandspa: Beliebte Trainerin muss gehen
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20:25 04.07.2016
Angefeuert von Musik und Trainerin Marion de Vries gaben die Mitglieder des Spinning-Kurses in der letzten Stunde nochmal Vollgas. Quelle: Fotos: Hfr

Acht Jahre lang hat Marion de Vries ihren Spinning-Kursus im Dahmer Fitnesscenter angeboten, das seit dem 1. Juni von der Gemeinde Dahme erworben und in das Angebot des Strandspa integriert wurde. Der Spinning-Kursus – eine Art Ausdauertraining auf einem Indoorbike – zählte nach Angaben von Mitgliedern zu den teilnehmerstärksten Angeboten des Fitnesscenters.

Kursusmitglieder zeigen sich enttäuscht – Bürgermeister verteidigt Entscheidung, gesteht aber auch Fehler ein.

„Von der Betriebsleitung hätte ich mir ein Gespräch gewünscht.“ Marion de Vries, Trainerin

Mitte Juni erhielt die Trainerin und Honorarkraft jetzt die Kündigung – ohne einen Grund mitgeteilt zu bekommen. Die Mitglieder sind erbost.

Maren Rohr ist seit vielen Jahren Stammmitglied des Kurses und versteht die Welt nicht mehr: „Frau de Vries hat sich mit der Vorbereitung der Stunden immer sehr viel Mühe gegeben und ist bei den Mitgliedern äußerst beliebt.“ Das Fahren auf dem Hometrainer werde mit Musik begleitet, die die Trainerin vor den jeweiligen Kursusstunden aufwendig zusammengestellt habe.

Eine kleine Abordnung der Kursteilnehmer hat jetzt bei Bürgermeister Harald Behrens (DWG) in dessen Bürgersprechstunde vorgesprochen. Marion Rohr: „Wir haben vorgeschlagen, den Stundenumfang von Frau de Vries zu verringern, damit der Kursus nicht ganz eingestellt werden muss.“ Ein Entgegenkommen habe es aber nicht gegeben.

Besonders verärgert hat Maren Rohr und die übrigen Mitglieder der Stil der Kündigung. „Da wurde einfach ein Schreiben vor einer der Kursstunden überreicht, ohne jegliche Mitteilung der Gründe“, ärgert sich Rohr. Den Stil findet auch die betroffene Trainerin „merkwürdig“. „Die Art und Weise, wie mir gekündigt wurde, finde ich enttäuschend. Ich hätte mich zumindest über ein Gespräch gefreut“, sagt de Vries.

Gründe für die Entlassung der Honorarkraft will Harald Behrens auch auf LN-Nachfrage nicht nennen. „Das sind Personalentscheidungen, die nicht in die Öffentlichkeit gehören und die ich auch nicht öffentlich diskutieren werde“, so Behrens. Beim Stil der Kündigung räumt er allerdings Fehler ein. „Da haben wir uns nicht so gut verhalten, wie wir es eigentlich hätten machen müssen.“ Nach der Rückkehr von Betriebsleiter Christian Wolf werde es noch ein Gespräch mit der Trainerin geben. Dies, so Behrens, hätte jedoch vorher stattfinden müssen.

Dass es seitens der Strandspa-Leitung kein Entgegenkommen gegeben habe, weist Behrens indes zurück. „Ich habe darauf hingewiesen, dass wir den Kursus mit eigenem Personal fortsetzen wollen, dass jedoch zunächst geschult werden muss.“ Man habe angeboten, das Spinning spätestens Mitte August wieder aufzunehmen oder andernfalls den Mitgliedern ein gesondertes Rücktrittsrecht vom Mitgliedsvertrag einzuräumen. Behrens: „Ich kann die Enttäuschung der einzelnen Mitglieder verstehen. Der Bürgermeister und auch der Betriebsleiter müssen jedoch das Große und Ganze im Auge behalten.“ Im Strandspa sei das Angebot von ehemals drei auf nunmehr 18 Kurse ausgeweitet worden. Die Öffnungszeiten habe man erweitert und Mitgliedern auch die Nutzung der großen Saunalandschaft ermöglicht.

Den Mitgliedern des Spinning-Kurses reicht das nicht. Sieben von ihnen haben jetzt ihre Kündigung eingereicht.

 Thomas Klatt

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