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Ostholstein Streit am Bungsberg beigelegt: Skilift wird weiter betrieben
Lokales Ostholstein Streit am Bungsberg beigelegt: Skilift wird weiter betrieben
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21:22 16.09.2016
Norddeutschlands einziger Skilift ist gerettet. Auch kommenden Winter wird er auf dem Bungsberg in Betrieb sein. Quelle: dpa
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Schönwalde

Der seit Monaten schwelende Streit um den Skilift auf dem Bungsberg ist seit gestern endgültig beigelegt. Mit Unterstützung des ehemaligen schleswig- holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen als Mediator haben die Kontrahenten – das Ehepaar Schnoor als Landeigentümer und der Zweckverband Bungsberg – einen Kompromiss gefunden.

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Mediator Peter Harry Carstensen schlichtete zwischen Landeigentümer und Zweckverband – Stelle für Betreiber des Skiliftes soll jetzt ausgeschrieben werden.

„Ich habe gefühlt 100 Telefonate geführt.“ Peter Harry Carstensen

„Ich war noch nie auf dem Bungsberg“, räumte der Carstensen etwas zerknirscht ein. Mit leichter Verspätung war er gestern auf dem Bungsberg von einem großen Presseaufgebot empfangen worden. Das machte aber nichts. Denn es war Peter Harry Carstensen gelungen, Schönwaldes Bürgermeister und zugleich Zweckverbandsvorsitzenden Hans-Alfred Plötner (CDU) sowie die Eheleute Dirk und Alexandra Schnoor an einen Tisch zu bekommen.

„Gefühlt 100 Telefonate“ habe er führen müssen, um die zunächst noch verhärteten Fronten aufzubrechen, so Carstensen. Der jetzt erzielte Kompromiss soll eine dauerhafte Fortsetzung für den Skilift auf Norddeutschlands höchster Erhebung (169 Meter über NN) sicherstellen. Dieser sieht vor, dass die Landeigentümer in der Zeit vom 1. November bis 31. März eine Vergütung von 1500 Euro dafür erhalten, dass sie ihr Grundstück zur Verfügung stellen.

Aufgebaut werden soll der Skilift auch künftig von der Gemeinde, die auch für dessen Lagerung zuständig ist. Alles was den Beteiligten jetzt noch fehlt, ist ein Betreiber. „Unsere Familie kann den Betrieb aus beruflichen Gründen nicht mehr übernehmen“, so Alexandra Schnoor. Die Stelle für den Betrieb werde ausgeschrieben und „wir sind sicher, dass wir einen Betreiber finden werden“, verbreitete Carstensen Zuversicht.

Dass auch der Kreis Ostholstein ein gesteigertes Interesse an der Fortführung des Skibetriebes habe, sagte Landrat Reinhard Sager. Die Sparkassenstiftung habe auf dem Bungsberg 3,5 Millionen Euro investiert. Bildungszentrum, Gaststätte und ein gezieltes pädagogisches Angebot, das Kindern Natur und Lebensraum näher bringe, hätten erheblich zur Wiederbelebung des beliebten Ausflugsziels beigetragen. „Ich bin überrascht und erfreut, was hier oben gemacht wurde. Das ist hier wirklich ein Kleinod für den Tourismus“, lobte auch Peter Harry Carstensen. Sager: „Ohne den Skilift hätten wir hier eine beliebte Attraktion eingebüßt.“

Die Konfliktparteien sind demnach befriedet, eine Lösung konnte nach vielen Gesprächen gefunden werden. Alles, was es im nächsten Winter jetzt noch bedürfe, wäre Schnee. „Ob ich darauf auch so viel Einfluss haben kann, wage ich aber zu bezweifeln“, sagte Carstensen mit verschmitztem Lächeln.

 Thomas Klatt

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