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Ostholstein Streit um die Marke „Ostsee in Flammen“
Lokales Ostholstein Streit um die Marke „Ostsee in Flammen“
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11:11 24.02.2016
„Ostsee in Flammen“: Ein Unternehmen aus Brandenburg beansprucht jetzt den Titel. Quelle: Louis Gäbler

In dem Schreiben, das den LN vorliegt, heißt es: „Nun bieten wir Ihnen die Marke unverbindlich zur Übernahme vor Saisonbeginn einmalig an. Bei Interesse Ihrerseits senden Sie uns bitte einen Preisvorschlag.“ Das Fax ist mit dem Hinweis versehen, dass die Gemeinde Grömitz mit dem Eintragen der Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt gescheitert sei. Hoteliers sollen sich bis 29. Februar zurückmelden.

Es ist nicht das erste Mal, dass solche Schreiben verschickt wurden. „Unser Vorgehen ist legitim“, begründet Enrik Huth, Sprecher der MS Media Agentur, die Aufforderung an die Hotels. Und kündigt gegenüber den LN an: „Wer im Hotelbereich mit ,Ostsee in Flammen‘ wirbt, wird abgemahnt.“ Grömitz habe die Eintragung verschlafen, so Huth. Schneller war Michael Schladitz, Geschäftsführer der Agentur. Er hat den Begriff 2010 schützen lassen. Der Grund: Die Firma ist unter anderem im Ostseeraum tätig, vermarktet Jugend- und Sportreisen, wie ein Fußball- oder Surfcamp auf dem Campingplatz Zedano in Dahme, Rabattangebote für Weissenhäuser Strand und für andere Küstenorte sowie zu den großen Segelevents. Spärlich nachzulesen ist das auf der Internetseite www.ostsee-in-flammen.com.

Laut Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes hat Grömitz versucht, die Marke im April 2014 anzumelden. Dies wurde jedoch abgewiesen. Der Grund: Es fehlt an Unterscheidungskraft.

„Für uns ist das ein klarer Fall von Markengrabbing, durch das jemand hofft, Geld zu verdienen“, sagt der Leiter des Tourismus-Service‘, Olaf Dose- Miekley. Die Anwälte befassten sich bereits im dritten Jahr mit dieser Frage. An dem Traditionstermin werde sich nichts ändern, betont er und verweist auf verschiedene Klassen, für die ein Begriff gelten kann. Bei der MS Media Agentur werde „Ostsee in Flammen“ vor allem mit Sportevents in Verbindung gebracht. „Wir haben es mehrfach prüfen lassen: Eine Feuerwerksveranstaltung kann man nicht anmelden.“

Enrik Huth hält das für „Quatsch“: „Leuchtturm im Flammen“ in Warnemünde sei genauso geschützt, wie „Rhein in Flammen“ und „Wannsee in Flammen“. „Grömitz ist die einzige Gemeinde, die ihre Veranstaltung nicht hat eintragen lassen.“ Aus diesem Grund habe man ein faires Angebot unterbreitet: Für 9000 Euro hätte die Agentur die Marke abgetreten, Grömitz habe das abgelehnt. Laut Tourismus-Service sei von einer höheren fünfstelligen Summe die Rede gewesen. Dass das Feuerwerk in den vergangenen zwei Jahren trotzdem unter gleichem Namen stattgefunden hat, findet Huth zwiespältig. „Alles was man professionell veranstaltet, schützt man auch.“ Klagen wolle man jedoch nicht — „wir sind nicht kriegsbereit“. Doch: „Falls das Feuerwerk als Wettbewerb laufen sollte, wird es als sportliche Veranstaltung abgemahnt.“

Weil das Unternehmen nun offenbar beim Tourismus-Service nicht punkten kann, tritt es an einzelne Hotels heran. „Wer ,Ostsee in Flammen‘ für Arrangements verwendet, Reisen oder Schifffahrten anbietet, hat unter Umständen ein Problem“, sagt Enrik Huth. Denn geschützt ist diese Bezeichnung auch für die Klasse „Beherbergung von Gästen“. Abhängig von Größe und Kooperation des Hotels werden 19000 Euro gefordert, sagt er. Nach dieser Logik müsste nur ein einziger Hotelier zusagen und die Rechte an dem Begriff hätten den Besitzer gewechselt. Huth betont aber gleichzeitig: „Wir wollen fair damit umgehen. Das heißt nicht, dass wir die ganze Ostsee abmahnen.“

Begriff mit Grömitz verhaftet

1976 ist der Begriff „Ostsee in Flammen“ in Grömitz bereits zum ersten Mal erwähnt worden. Er war als Pendant zu „Rhein in Flammen“ ins Leben gerufen worden und hatte immer Bezug zu Feuerwerk.

In diesem Jahr feiert die Großveranstaltung also 40-jähriges Bestehen. Termin ist der 26. August. Die Touristiker feilen derzeit mit der Firma, die das Feuerwerk zündet, an einem neuen Konzept. Im vergangenen Jahr kamen 40000 Gäste — so viele, wie seit acht Jahren nicht.

Der Termin bildet das Finale des Grömitzer Lichter-Sommers, der ab 13. Juli immer mittwochs an verschiedenen Standorten stattfindet. Zu sehen sind Illuminationen oder Laser-Shows.

Eintritt ist frei.

Irene Burow

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