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Ostholstein Stress an der Umleitung: Dörfer leiden unter Verkehr
Lokales Ostholstein Stress an der Umleitung: Dörfer leiden unter Verkehr
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20:50 15.05.2018
Dicht an dicht rollen Autos und Schwerlastverkehr in Groß Meinsdorf über die Kreisstraße 55. Quelle: Fotos: M. Janke-Hansen
Groß Meinsdorf/Eutin/Süsel

Verkehrslärm dringt durch den Ort: Wohnmobile, Laster, Autos, Motorräder – die Fahrzeugkolonne auf der K 55 zwischen Groß Meinsdorf und Gothendorf scheint an diesem Tag nicht abzureißen.

Zwischen Eutin und Süsel wird seit vier Wochen die Fahrbahn der B 76 saniert. Die Orte östlich und westlich davon sind durch die Vollsperrung und den starken Verkehr über die Umleitungsstrecken besonders betroffen. Beispielsweise Groß Meinsdorf.

Groß Meinsdorf

Die Dorfschaft gehört zur Gemeinde Süsel. Sie umfasst etwa 500 Haushalte. Feuerwehr, Kindertagesstätten und Spielplätze zählen zu den öffentlichen Einrichtungen. Neben landwirtschaftlichen Betrieben gibt es Handwerksfirmen und Kleingewerbe.

Autofahrer, die aus Seitenstraßen auf die Kreisstraße fahren wollen, fädeln sich vorsichtig sein. Als der Fahrer eines Kippladers aus der Bockholter Straße Richtung Gothendorf auf die Eutiner Landstraße abbiegt, wird es eng. Um Haaresbreite hätte er einen von links kommenden Pkw touchiert.

Immer wieder komme es zu Beinahe-Remplern oder Blechschäden, berichten Anwohner. Gerade zwischen Gothendorf und Barkau habe der Schulbus mehrfach warten müssen, weil es kleinere Unfälle gegeben habe. Beim Thema Schulbus ist die Groß Meinsdorferin Katharina Hansen sichtlich verärgert. „Viele Autofahrer sind genervt. Statt zu halten, fahren sie sogar hupend am Bus vorbei“, erzählt die 38-Jährige. Ans Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde hielten sich viele auch nicht, sagt eine Mutter. „An manchen Tagen kommen die Kinder kaum über die Straße.“ Sie verstehe nicht, warum beim Haltepunkt des Schulbusses nicht vorübergehend eine Ampel aufgestellt worden sei. Indes bleibt der Groß Meinsdorfer Jörg Poggenberg gelassen. Der Verkehr sei durch die Umleitung schon heftig geworden, aber irgendwo müssten die Autos ja fahren. „Wo sollen die sonst hin?“, fragt der 57-Jährige.

Auswärtige finden sich nicht zurecht

Besucher aus Mecklenburg-Vorpommern bemängeln, dass die Umleitungsstrecken für Auswärtige schlecht ausgeschildert seien. Das bestätigt auch Dörte Schulz. Die 43-Jährige kommt aus Bujendorf, ist ebenfalls von der B-76-Sperrung betroffen. Sie besucht an diesem Tag Freunde in Groß Meinsdorf. „Bei uns fahren auch viele, die nicht wissen, wo sie hin sollen.“

Gute Nachrichten kommen auf Anfrage vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig- Holstein in Lübeck, der für Planung und Fertigstellung der Bauarbeiten verantwortlich ist. Etwa 2,8

Millionen Euro werden zurzeit zwischen Middelburg und Röbel in die sogenannte Deckenerneuerung der Fahrbahn investiert. Im Bereich Kuhlbuscher Senke muss sogar der gesamte Straßenaufbau neu gemacht werden. Bis zum 22. Juni sollten die Arbeiten laut Planung abgeschlossen sein, um die Strecke wieder freizugeben. Und es sieht gut aus. „Bisher ist nichts Unvorhergesehenes passiert“, heißt es aus der Behörde. Man gehe bislang davon aus, dass dieser Zeitplan eingehalten werde.

 Martina Janke-Hansen

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