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Ostholstein Studt will dauerhaft mehr Polizei-Nachwuchs ausbilden
Lokales Ostholstein Studt will dauerhaft mehr Polizei-Nachwuchs ausbilden
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22:54 15.02.2016
Innenminister Stefan Studt (SPD) zeigt sich beeindruckt, wie die Polizei-Auszubildenden in einer Übung einen gewalttätigen Einbrecher überwältigen. Quelle: Fotos: Petersen

Kein Wunder, dass der für die Polizei verantwortliche SPD-Politiker voll des Lobes für die beiden beteiligten Streifenwagen-Besatzungen war. „Das war absolut positiv, was wir gesehen haben“, schwärmte Studt nach dem erfolgreichen Zugriff.

„Die Polizei ist der Garant für Recht und Sicherheit in unserem Land.“

Innenminister Stefan Studt

Es war eine Übung auf dem Gelände der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und die Bereitschaftspolizei in Eutin-Hubertushöh. Die Übeltäter waren zwei Polizeiausbilder, von denen sich einer mit der Brechstange der Überprüfung widersetzte. Mit einem beherzten, aber simulierten Reizgas-Einsatz konnte er überwältigt werden. Festgenommen wurde das Einbrecher-Duo von vier Auszubildenden, die seit einem Jahr bei der Polizei sind. Studt nahm sich den Vormittag Zeit, um am Unterricht dieses Jahrgangs teilzunehmen. Die praktische Übung sei nicht eigens für den Minister inszeniert worden, sie stand ohnehin auf dem Plan, erläuterte Polizeihauptkommissar Lars Lange, Fachlehrer für die praktische Ausbildung.

Bis vor kurzem sollten bei der Polizei noch Stellen abgebaut werden. Angesichts der immer stärkeren Belastung der Beamten soll es jetzt in die andere Richtung gehen. Die Landesregierung hat den Stellenabbau ausgesetzt. Obendrein sollen 2016 und 2017 jeweils 400 junge Menschen neu eingestellt werden. Auch darum ging es bei Studts Besuch in Eutin.

Zwar wird das Gros der angehenden Polizeibeamten für den gehobenen Dienst in Altenholz bei Kiel ausgebildet. Aber auch in Eutin werden zusätzliche Räumlichkeiten und Ausbilder benötigt. Gerade die praktische Ausbildung erfordere viele Fachlehrer, erläuterte der Leiter der Fachinspektion Aus- und Fortbildung, Polizeidirektor Arne Dunka. Aktuell habe die Inspektion knapp 150 Lehrer aus dem operativen Polizeidienst. Benötigt würden mit Blick auf die erhöhten Neueinstellungen 175.

Er sei froh, dass im Sommer der Grundstein für die neue Einsatztrainingshalle auf Hubertushöh gelegt werde, hielt Studt fest. Mit der Inbetriebnahme rechnet er im Sommer 2017. Damit zusätzliche Seminarräume geschaffen werden könne, sei er mit Finanzministerin Monika Heinold im Gespräch. Die Forderung, mehr als 400 Nachwuchskräfte pro Jahr einzustellen, wies der Minister zurück. „Für die Polizei gibt es keinen Sekundärarbeitsmarkt, wir müssen unsere Nachwuchskräfte selbst ausbilden.“ Mehr als 400 Neueinstellungen im Jahr seien deshalb kaum möglich. Geht es nach Studt, dann wird es bei dieser Zahl noch mehrere Jahre über 2017 hinaus bleiben. „Wir brauchen diese Verstetigung in der Ausbildung.“

Einfach werde das nicht. Die Konkurrenz am Ausbildungsmarkt sei groß. Aktuell helfe der doppelte Abiturjahrgang, ab 2017 werde es schwieriger. Dann müsse noch intensiver geworben werden, kündigte Studt an. Fehler bei der bisherigen Personalplanung für die Polizei räumte er nur ansatzweise ein. Es habe keinen Stellenabbau gegeben, aber auch keine Zuwächse, obwohl die Aufgaben zugenommen hätten. Über die Vergangenheit zu reden, sei jedoch müßig.

Mit der Gegenwart ist der Minister sehr zufrieden. „Es ist wunderbar, wie hier gearbeitet wird“, lobte er die Ausbildung in Eutin und die hohe Motivation der angehenden Beamten. Respekt zollte er insbesondere den vier Polizeischülern, die trotz intensiver Minister- und Medienbeobachtung routiniert den gespielten Einbrechern das Handwerk legten. Ihr einziges Versäumnis, das bei der anschließenden Manöverkritik zur Sprache kam: Ein Taschenmesser, Feuerzeug und kleiner Schraubenzieher in einer Jacken-Innentasche wurden bei der Durchsuchung übersehen. Studt befand: „Wenn alle so sind wie diese vier, dann sind wir richtig davor.“

pet

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