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Ostholstein Stühle zerdeppert, Hitler-Gruß gezeigt
Lokales Ostholstein Stühle zerdeppert, Hitler-Gruß gezeigt
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10:31 18.07.2017

Um herumzurandalieren, Mitbürger einzuschüchtern und zur Krönung den Hitler-Gruß zu zeigen, muss der Mensch nicht zwangsweise jung und betrunken sein – mittelalt und betrunken geht das auch, wie jetzt eine Verhandlung vor dem Amtsgericht in Eutin ergab. Dort mussten sich ein 39-jähriger und ein 42-jähriger Ostholsteiner wegen des Vorwurfs „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ verantworten, wohinter häufig die Präsentation nationalsozialistischer Symbolik steckt.

So auch in diesem Fall: Zunächst hatten Frank T. und Thomas H. (Namen geändert) an einem Sommerabend ein Taxi zu einer Eisdiele in Ostholstein bestellt. Der Fahrer weigerte sich jedoch, die Männer mitzunehmen. Damit bewies er den richtigen Riecher, denn anschließend verloren die Zecher die Contenance und zerdepperten Stühle sowie die Fensterscheiben des Eiscafés. Dessen Mitarbeiter riefen die Polizei, die Beamten erteilten den Randalierern Platzverweise. „Dabei hat einer schon versucht, uns zu provozieren“, erklärte ein Polizist mit Blick auf Frank T.

Wenig später rückte die Ordnungsmacht erneut an, dieses Mal gleich mit drei Streifenwagen, da Frank T. und Thomas H. an einer nahe gelegenen Tankstelle den nächsten Ärger anzettelten. Den Beamten zeigten sie den Hitler-Gruß und skandierten dazu Parolen wie „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“. Thomas H. – deutlich größer und kräftiger als sein Kumpan – habe dabei wohl vor allem die Aufgabe gehabt, Frank T. den Rücken zu stärken. „Völlig neben der Spur“, fasste Amtsrichter Otto Witt die Geschehnisse knapp zusammen und bemaß die Geldstrafe am für Hartz-IV-Empfänger üblichen Tagessatz von zehn Euro. Demnach muss der nicht vorbestrafte Frank T. 300 Euro zahlen, während der mit einem üppigen Vorstrafenregister ausgestattete Thomas H. mit 500 Euro zur Kasse gebeten wird.

latz

 

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