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Ostholstein Stürmische Zeiten für Neustädter Fischer
Lokales Ostholstein Stürmische Zeiten für Neustädter Fischer
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22:41 29.02.2016
Wilfred Gast, erster Ältermann des Neustädter Fischeramtes, zog ein gemischtes Fazit für das Jahr 2015. Quelle: Jens Seemann

 Einerseits habe der milde Winter dazu beigetragen, dass fast durchgängig gefischt werden konnte. Allerdings zwangen sie Regen und Wind oft zum Verbleib im Hafen. „Wir hatten insgesamt 100 Tage Sturm und Regen“, sagte der 1. Ältermann Wilfred Gast in seinem Jahresbericht.

Auch die Fangzeiten hätten sich deutlich verkürzt. So blieben den Fischern beispielsweise für den Hering nur vier der üblicherweise bis zu acht Wochen. Zwei Faktoren erschwerten die Fischerei zusätzlich — Algen und Krebse, die sich aufgrund des milden Winters stark vermehrt hatten.

Mit Freude beobachteten auch die Fischer im Dezember den Besuch der beiden Delfine. „Es war komisch, als uns plötzlich die Tiere neben unseren Booten begleiteten“, erinnerte sich Wilfred Gast. Doch mit den Meeressäugern verringerten sich auch die Fänge. „Wir haben plötzlich keine Dorsche mehr gefangen. Die beiden hatten großen Hunger“, so Gast.

Zusätzlich erschwere die Bürokratie den Fischern immer mehr die Arbeit. Seit einigen Monaten müssen sie an Bord ein Wiegebuch führen und Preislisten in Deutsch und Latein auslegen. Zudem dürfen die Fischer ihren Fang an Bord nur noch mit Meerwasser und an Land mit Frischwasser abspülen. „Das macht es uns schwer. Doch wir geben nicht auf. Die Fischerei gehört zu Neustadt“, so Gast.

Verärgert seien die Fischer im Fall des Fischsterbens in der Kremper Au. Man habe sich einen besseren Schutz des Binnenwassers gewünscht, in welches das vergiftete Wasser mündete. Schließlich habe das Fischeramt zuvor insgesamt 5,5 Millionen Jungfische gezüchtet und ausgesetzt (die LN berichteten). Obwohl Neustadts Bürgervorsteher Sönke Sela das Engagement des Fischeramts hinsichtlich vieler Veranstaltungen lobte, zeigte sich Wilfred Gast etwas verärgert. So gebe es aktuell Schwierigkeiten mit der neuen Pflasterung vor dem Amtsgebäude. Das Vorhaben war nach LN-Informationen nicht mit dem Bauamt abgestimmt. Gestern kam es zu einem klärenden Gespräch im Rathaus. Bruno Wellm, 2. Ältermann, sagte anschließend, dass alle Unstimmigkeiten ausgeräumt seien. „Es ging um die Art der Pflasterung, wir machen weiter wie gedacht.“ Geplante Veranstaltungen können also stattfinden.

Ohne Unstimmigkeiten verlief die Vereidigung von Thomas Lau und Christian Korstock. Anwärter sind Thomas Jacobsen, Kristof Birkenfeld, Guido Bendfeldt. Thomas Strüber gehört nun zum kleinen Amt und Holger Kaufmann und Wilhelm Runge sind Fördermitglieder.  

jes

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